Religion – Sonnenkirche

Die Nacht ist dunkel und voller Schrecken. Sonne, wirf dein Licht auf uns.

Kurzübersicht


Das Zeichen der Sonnenkirche

Der Sonnenglauben verehrt die Sonne und deren himmlische Prinzipien Ordnung, Gesetz, Hoffnung auf gute Ernte und ein gutes Leben, aber auch Heilung. In der Bevölkerung erfreuen sich die Sonnenheiligen großer Beliebtheit. Sie geben dem Glauben Gesicht und helfen in Alltagsdingen. Eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen auch Mystik und Astrologie.

Der Sonnenglaube beschränkt sich fast ausschließlich auf das Fürstentum Werant und wird dort von ca. der Hälfte der Einwohner praktiziert. Die Sonnenkirche ist dezentral in regionalen Tempelgemeinden organisiert. Eine Ausnahme bildet die Baronie Champa. Dort ist der Baron nicht nur weltlicher Herrscher, sondern auch Kirchenoberhaupt und Stifter des Sonnenordens.

Ausführliche Beschreibung


Grundzüge des Glaubens

Seit je her fühlen Menschen ihre Abhängigkeit von der Sonne. Sie spendet Leben, sichert die Ernten und ordnet den Zeitenlauf. Doch sie verbrennt auch Felder. Entsprechend wird sie gefürchtet und ersehnt. Sie steht für Ordnung, Stabilität und Gesetz, der ideale Kult für ein hierarchisches Herrschaftsgefüge.

Die Sonnenkirche schreibt es ihrer Huldigung der Sonne zu, dass Trum ein Land ist, welches bislang verschont blieb von dämonischen Horden, Mächten des  Chaos , Untoten und solcherlei, wie es in vielen anderen Ländern auf dem Kontinent wüten.

Dem Sonnenglauben nach wickelt sich das Sonnenlicht um die Materie und belebt diese. Nach dem Tode wird das Licht wieder freigesetzt und kehrt zu Sonne zurück.

Allen brennbaren Dingen wohnt ein eigener Geist inne, da Brennbarkeit durch die Sonnenwebfäden entsteht und Sonnenfäden Geist in die Welt weben. Dieser Geist löst sich durch das Feuer wieder auf. Unbrennbares besitzt zwar keinen Geist, kann jedoch über Licht- und Hitzeeinwirkung eine Ausdrucksform geistiger Wesen werden. Somit steht dem Sonnengläubigen die gesamte Umwelt als Orakel zur Verfügung und er ist gehalten, mit aufmerksamen Blick durchs Leben zu schreiten, um die Zeichen zu erkennen.

Ursprünglich war der Sonnenglaube ein volkstümlicher naturmagischer Sonnenkult, in dem die Anhänger das Licht wahrten, auf dass es in ihr Leben trete, ihre Ernten erfolgreich mache und die Schatten aus dem Leben vertreibe oder besondere Kräfte verleihe. Mit dem aufkommenden Ceridentum flossen später typisch religiöse Elemente hinein und der Kult wurde in eine Kirche gegossen. Insbesondere die Tradition von Heiligenverehrungen und Beichte gehen auf das benachbarte Ceridentum zurück.

Seit die Pilgergenossenschaft „Gelbe Sonne“ den Schlüssels von Solaris nach Trum brachte, erfuhr auch der in den übrigen Mittellanden recht verbreitete Sonnengott Sol und der Igniskult eine gewisse Verbreitung.

Sonne und Mond

Zunächst standen Sonen- und Mondkult gleichberechtigt nebeneinander. Landesherrscher führten jedoch für ihre Zwecke eine Dualität ein und im Ringen um die Wahrheit obsiegte die Sonnenseite. Beim einfachen Volk konnte sich dieses Ansinnen nie wirklich durchsetzen und so existiert der Mondglaube geduldet und praktiziert in abgeschwächter Form auch weiterhin.

Kirchenstruktur


Mit Ausnahme der Baronie Champa besteht die Sonnenkirche aus dezentralen autonomen Tempeln und Schreinen, die sich über das Fürstentum Werant erstrecken und wichtige Fragen auf Sonnensynoden verhandeln. Die Schreine gehören den örtlichen Gemeinden, die entweder Piester einstellen oder den Tempel verpachten. In Champa hingegen bilden der Baron und sein Bischof die Zentralverwaltung ihrer Kultstätten.

Orden und Klöster, sind individuell ganz unterschiedlich in die Kirchenstrukturen eingebunden. Manche bleiben autonom, andere wurden von weltlichen Herren belehnt, manche betreuen eine benachbarte Ortschaft statt eines Tempels, andere wurden erst gar nicht von der Sonnenkirche anerkannt. Der einflussreichste Orden ist der Sonnenordenn zu Champa, ein kriegerischer Ritterorden.

Ein typischer Sonnentempel im Norden Werants, wie er von einem Priester und ein bis zwei Novizen oder Akolythen verwaltet wird. Die Tempel gehören meist den örtlichen Gemeinden und werden an Priester verpachtet oder es werden Priester eingestellt. Ein Tempel finanziert sich über Spenden, Verkäufe von Ritualleistungen und Glücksbringern. In Champa kommt der Kirchenzehnt hinzu.

Ausbildung


Rote Kleidung der Sonnenkirche hat die Funktion, das Erröten der Priester während der Beichte zu überdecken.

Ein Sonnentempel wird von einem Priester mit seinem Akolythen und Laien betrieben. Nur in der Baronie Champa gibt es aufgrund der dort existierenden straffen kirchlichen Verwaltungsapparat und der Domschule zusätzliche Kirchenämter aller Art. Neben Laien besetzen auch abgebrochenen Akolythen viele Kirchenämter. Denn nur dort durchlaufen Sonnenkleriker ein akademisches Theologiestudium an der Domschule welches zudem zum höheren Verwaltungsdienst qualifiziert. Entsprechend nobel sind die Studiengebühren.

Der Bischofsdom von Champa ist das größte und prächtigste Meisterbauwerk der gesamten Sonnenkirche. Hier ist auch die Domschule der Priesteranwärter untergebracht. Man sagt, daher befänden sich auch unzählige Bordelle in der Nähe. Die Lehrmeister seien jedoch zu züchtig, um nachzusehen.

Wer sich die Domschule nicht leisten kann und nicht zu den Bischofsstipendiaten gehört, durchläuft die Stufen zum Priester üblicherweise außerhalb von Champa in einem der kleineren lokalen Sonnentempel. Hier wird er von einem Priester in die Geheimnisse der Sonnenmysterien und ins Wirken von Lichtwundern eingeweiht. Er steigt zum Akolythen auf, um irgendwann einmal von einem Hohepriester auf einer Sonnensynode selbst die Priesterweihen zu empfangen. Mit der Weihe gehen diverse kirchenrechtliche Rechte und Pflichten einher.

Manche Orden und Klöster haben von der Sonnenkirche akkreditierte Schulungen zu Fachpriestern. So bildet der Sonnenorden Kriegspriester aus, was zusätzlich militärische Befähigungen erfordert.

Die Heiligen


Für das einfache Volk ist eine unpersonale Gottheit oft keine geeignete Adresse. Gerne schielt es dann zu den benachbarten Ceriden, mit deren ansprechbaren Gott und vielen Heiligen.

Deshalb legte sich die Sonnenkirche ebenfalls einen Vorrat an Sonnenscheinheiligen zu. Die Heiligen bieten einen vorbildhaften moralischen Kompass sowie Hilfe in den großen und kleinen Alltäglichkeiten. Mit der Zeit stießen immer mehr Heilige auch aus fremden Ländern dazu. Auch besitzen Sonnenkultisten viele Lokalheilige. Die Heiligen wissen um die Schwäche der Menschen und treten als deren Fürsprecher vor die Sonne.

Das Böse


Mitunter gelangen Dämonen, Untote und andere Wesen der Dunkelheit aus fremden Dimensionen in die Welt der Sterblichen und versuchen dort das Lebenslicht in die Niedersphären zu ziehen. Dieses Licht ist für die irdische Welt verloren, weshalb diese Wesen mit jedem eingefangenen Licht die Welt schwächen. Es gibt auch niedere Dämonen, welche sich nur teilweise am inneren Licht der Menschen und Tiere laben und so Krankheiten verursachen. Der gemeinsame Oberkategorie alle Bösen ist „Der große Schatten“. Die Sonnenkirche und besonders der Sonnenorden unterrichtet ihre Mitglieder dementsprechend im Exorzismus aus.

Verhältnis zu anderen Religionen


Zwar ist der Sonnenglauben auf Werant sehr verbreitet, aber es existieren dennoch mehrere andere Religionen nebenher. Das zwingt die Sonnenkirche zu einer gewissen Toleranz. Von Gemeinde zu Gemeinde kann die allerdings stark variieren. Die Sonnenkirche toleriert Andersgläubige in der Regel. Anhänger anderer Licht- und Feuerreligionen werden als natürliche Brüder und Schwestern empfunden, welche der gleichen nackten Wahrheit huldigen, nur in andere Kleider gehüllt. Götter anderer Kulturen werden als machtvolle Lichtwesen begriffen. Eine ausführliche Unterweisung im Umgang mit fremden Religionen gab Bruder Nicolodius.

Verhältnis zur Magie


Die volle Befähigung zu Lichtwundern erhalten Kleriker nach einer langen Ausbildungszeit durch die Weihe. Die Wunderkraft entfaltet sich Hauptsächlich in Heilzaubern und dem schutz vor bösen Mächten. Da sich Dämonen und schwarze Magie in Trum nur selten zeigen, manifestiert sich die Wunderkraft von Sonnenpriestern eher nicht in fliegenden Feuerbällen. Vielmehr wird sie angerufen, um Orte zu segnen, böse Geister zu vertreiben oder um mundane Heiler zu unterstützen. Die Hauptkompetenz von Sonnenpriestern liegt sicherlich im Lesen von magischen Sonnenorakeln.

Der Heilige Fliegenpeter erlangte Meisterschaft in der Levitation vor Tavernentüren.

Einige Nonnen und Mönche wurden dadurch bekannt, dass sie auch gänzlich ohne Priesterweihen zu Lichtwundern befähigt wurden. Offenbar bewirkt das Studium der Sonnenmysterien in Verbindung mit körperlicher und geistiger Askese manchmal ähnliche Ergebnisse wie das Geschenk der Weihe. Der Umstand ist noch nicht genügend erforscht. So mancher Vorfall ließ sich nicht wiederholen oder entpuppte sich als Betrug.

Die Sonnenkirche betrachtet arkane Magier, also solche ohne göttliche Gnade, mit Skepsis, verfolgt sie aber nicht. Da diese Magier allgemein bekannt ständig unbeabsichtigtes Chaos verursachen, begrüßt die Sonnenkirche deren Unterbringung in züchtigen Akadamien. Eine theologisch begründete Magiefeindlichkeit wie bei den Ceriden, hat sich aber nie durchgesetzt.

Streng abgelehnt werden jedoch  Dämonenpaktiererei und schwarze Magie. Dies liegt darin begründet, dass Dämonen laut Lehrmeinung vornehmlich über Beschwörungen und schwarzmagische Rituale in die irdische Welt Eingang finden, aus der sie das Sonnenlicht rauben.

Da die Sonnenkirche keinen personifizierten Gott  anbetet, sind die Grenzen zwischen klerikalem und arkanen Wirken akademisch gesehen fließend. Mitunter wird dem Licht ein Wille unterstellt, was ketzerische Skeptiker aber als intellektuelle Krücke bezeichnen.

Orden der Sonnenkirche


Feiertage


  • Frühjahrstagundnachtgleiche 21. März
  • Sommersonnenwende am 20. bis 22. Juni
  • Herbsttagundnachtgleiche 23. September
  • Sonnenfest (Wintersonnenwende) am 20. bis 21. Dezember

Liturgische Texte


Die folgenden Manuskripte gelten als die Grundlage des Glaubens, es werden jedoch regelmäßig neue entdeckt. Eine abschließende Vereinheitlichung ist bislang noch nicht gelungen. Dies liegt auch daran, dass noch weitere Manuskripte in verschiedenen Bibliotheken und Ruinen Trums vermutet werden, die ein neues Licht auf das Licht werfen könnten.

Pilgerstätten


  • Der Schrein der Alisea, genannt „Renntsgarder Hexenbrand“ in Westflachgrund mit anliegender Taverne. Hier wurde durch zwei Inquisitoren aus Champa und Escadon ein Hexenschauprozess mit Verbrennung durchgeführt.
  • Mehrere Schreine in Welders verfluchten Landen: Lichtschrein „Blinkelzwerg“ mit Unterkunftsmöglichkeit in einem Zwergenbergwerk; „Aliseas Schwesternschrein“ in Nähe eines Klosters.
  • Eine Burgkapelle „Quappenqell“ auf der Burg Seligkeit im Kaiserreich Cruor, in der bezeugt von zwei Ceriden eine heilige mehr oder weniger Jungfrau unter dem Kreuz des Eynen und den Strahlen des Sonnenglaubens einen Froschmenschen gebar, der entsprechend der Prophezeiung einst gegen die Heerscharen der Niederhöllen antreten wird.
  • Die „Wiesen von Solaris“ in Westflora, auf denen der regional ansässige Sonnengott Solaris höchstselbst zwei Ordenskriegern des Sonnen- und des Ignisordens Sonnenschlüssel überreichte. Einer dieser Schlüssel ruht heute als Reliquie in der Sonnenburg in Champa und ist anpilgerbar.
  • Die Pilgerkapelle der Sonnenburg in Champa, in denen ein Solarisschlüssel der „Wiesen von Solaris“ lagert.
  • Das Sternensteindorf in Sodemund, in welchem ein heiliger Sternenstein vom Himmel fiel und Dank der Klugheit und Tapferkeit der Sense des Barons von Champa den ceridischen Siebenhöfenern durch rechtschaffene Heimtücke entrissen werden konnten.
  • Eine Igniswallfahrtsstätte in Prizraki.
  • Die Heldenstatue des Lammfromm. Manche pilgern dort hin, um Mut und Glaubenskraft zu tanken, andere, um sie mit Eiern und Tomaten zu bewerfen.
  • Der Ehrlichberg im Kalifat Surabad nahe des Ignis-Tempels. Es handelt sich um einen Wüstenberg, von dem man sagt, Pilger fänden dort immer ein Sankörnchen Wahrheit.
  • Aliseaschrein in Prizraki. Hier erschien Alisea den wenigen überlebenden Pilgern höchstselbst, nachdem 99 von ihnen von einem Drachen verspeist wurden.
  • Der Aliseaberg in Kaps.