Der Rückweg durch Eden Amar war beschwerlich und nach vielen Tagen Fußmarsch kam die ExpeditionsTruppe um den Baron von Siebenhöfen endlichen in der Hafenstadt an aus der ein Schiff in die Heimat abfahren sollte.
Bevor Tauron sich an Bord des Schiffes besgeben kann spricht ihn ein Mann an:
Seid ihr Tauron von der Mauerwache in Siebenhöfen und bekannt mit Olé Starkarm?
Argwönisch mustert Tauron diesen Mann und antwortet:
Das ist wohl richtig. Doch wer seid Ihr und was soll die Frage? Ich bin eingentlich nur Müde also sprecht schnell.
„Frohkund ist mein Name und Bote eines Notarius aus Eden Amar bin ich und froh Euch noch hier anzutreffen auf das mir eine weitere Reise erspart bleiben möge.
Gut, da ihr angebt Tauron seid und auch der mir vorliegenden Beschreibung von Olé Starkarm entsprecht habe ich ein Schriftstück von Olé für Euch, er hat es bei uns hinterlassen.
Falls ihr nicht des Lesens mächtig seit werde ich es Euch gerne vortragen. Nehmt ihr den Brief an, denn ich bin verpflichtet eine Antwort weiterzuleiten!?“
Der Argwohn wandelt sich in Überraschung.
Natürlich kann ich lesen. Aber verzeiht, ich bin weit gelaufen.Wäret Ihr so freundlich mir vorzulesen?
Tauron geht zu einen Stapel Kisten etwas abseits des Trubel und des Hafenlärms, setzt sich und bedeutet dem Herrn Frohkund ebenfalls Platz zu nehmen.
So lasst denn schon hören was der Starkarm von mir will.
Frohkund dankt Tauron mit einem Lächeln und nimmt neben ihm auf den Kisten Platz; er räuspert sich öffnet den versiegelten Brief vor Taurons Augen und fängt an zu lesen:
Tauron mein Waffenbruder und Freund
Wenn du dieses Schreiben in den Händen hältst bedeutet es, dass ich meine letzte Reise angetreten habe. Mein letzter Wunsch an dich sei hiermit kundgetan:
Überbringe den Brief, den der Bote dir aushändigen wird zusammen mit meinem treuen Hammer, sofern du ihn bergen konntest an meine Mutter in Eisenstadt am Eisenberg und es soll dein Schaden nicht sein.
Ich hoffe doch sehr, dass du dafür Sorge tragen kannst, dass ich meinen Frieden in meiner Heimaterde am Eisenberg finden kann.
Dein Waffenbruder Olé
Der Bote blickt Tauron fragend an und dem fällt jetzt auch auf, dass die Botentasche immernoch prall gefüllt ist.
Die Gedanken schweifen ab zu der Zeit als Ole und Tauron noch gemeinsam auf der Mauer Siebenhöfen die Wache hielten. An die guten Wetten und Kämpfe in der Blutgrube. Das alles war so lange her.
Fest richtet Tauron seinen Blick auf den Boten und spricht:
In Ordnung. Ich werde den Weibel Ekarius um Urlaub vom
Mauerdienst bitten um Ole nach Hause zu bringen. Ich
denke das der Baron als guter Ceride nichts dagegen haben
wird.
Tauron spuckt auf den Boden.
Also. Was genau willst du mir geben das ich nach
Eisenstadt bringen soll?
Der Bote schaut Tauron lange und nachdenklich an und die Stille zieht sich in die Länge als er schließlich spricht:
Dies ist ein Päckchen welches ihr nebst seinem Hammer zu den Eisenbergen bringen sollte. Für die Reise dorthin und da ihr vielleicht ein wenig Überredungskunst bei eurem Weibel braucht hat Ole auch noch dies für Euch – er drückt Ole das versiegelte Päckchen nebst einem gefüllten Geldbeutel in die Hand. Ihr müsst nur noch den Empfang der Briefe und Aufzeichnungen sowie der 20 Silberlinge quittieren – bitte hier…
Der Bote übereicht Tauron ein Pergament mit einer Feder von welcher die Tusche tropft.
Seit versichert es soll Euer Schaden nicht sein wenn ihr all dies unversehrt und ungeöffnet zu Oles Familie zu den Eisenbergen bringt und dort persönlich seiner Mutter übergebt!
Tauron nimmt die Feder und unterzeichent das Papier mit seinem Namen. Wärendessen schweifen seine Gedanken ab. 20 Silderstücke! So reich war er noch nie gewesen. Und der Hammer. Nun er war gebraucht aber würde auch noch einiges bringen.
So guter Mann. Ich werde also die Sachen der guten Mutter Ole’s übergeben wie es sein letzter Wunsch wohl war. Ich danke euch das Ihr mir die Sachen übergeben habt. Ole war immer ein treuer Diener in der Mauerwache und ein guter Freun am Krug in der Taverne. Vielleicht hätte er de öfteren mal in der Blutgrube wetten sollen dann hätte er seiner Mutter mehr als die 20 Silber hinterlassen. Aber seis drum. Gehabt euch wohl und sicher.
Tauron nimmt den Beutel und den Hammer an sich, schaut dem Boten nochmal in die Augen, nickt und wendet sich um.
Mit jedem Schritt in Richtung Schiff, in Richtung trum fühlt er sich Freier und Glücklicher. Als dann endlich die Segel gesetzt wewrden und das das Schiff Eden Amars ufer verlässt, kann er sich ein Grinsen nicht verkneifen. Es geht nach Hause. Und was er in Amaris nicht verdient hat würde er nun auf andere Weise bekommen.
Der Wind frischt auf und bläst nach einiger Zeit kräftig in die Segel. Es wird nicht lang dauern bis der Heimathafen in Siebenhöfen erreicht ist und dort das ist schon sicher sollte alles anders kommen als geplant…..
Warum habe ich mich nur von meiner Sippe überreden lassen die Reise zu diesen Inseln anzutreten und dazu noch auf dem Wasser, dachte Torgal Donnerschlag, das ziemt sich nicht für einen Zwerg! Nun ja ich sollte mehr an die Rätsel denken, die es zu lösen galt und das Schaukeln und Schwanken dieses abgetakelten Kahn einfach ignorieren. Eisenberg diese Wort galt es sich einzuhämmern – dort würde er mehr erfahren. Würden sich die Gerüchte um eine verschollene Zwergenstadt als wahr erweisen gab es einiges zu klären…
Doch genug der Tagträumereien schalt er sich und blickte sich aufmerksam um. Sein Blick schweifte über das Deck und entdeckte – Feuer und Asche – ist das ein Zwergenhammer!?
Was bei der Esse macht dieses Menschlein mit einem Zwergenhammer – ruhig Torgal ruhig – denk an deinen Auftrag und nimm die Finger von der Axt vielleicht nur eine weitere diebische Elster, der er an Land mal die Feder stutzen würde!
Doch halt, was sind das für 3 komische Gestalten, sie scheinen sich auch für das hagere Bürschlein zu interessieren und dem Anschein nach waren die Interessen nicht gerade freundlicher Natur.
Ach schmunzelte Torgal ein weiteres Rätsel, welches mich von der ewigen Schaukelei ablenkt – wie meinte Oheim Siegwart noch; Zwerg, schmiede den Stahl solange er willig ist!
Den bewegenden schmierigen Boden ignorierend überwand er mit einigen Mühen den Abstand und stellte sich in achtbarer Entfernung neben den Hänfling auf – er hatte sich nicht getäuscht, irgendwas hatten diese 3 schmierigen Gesellen mit seiner Elster vor, so betont unauffällig wie sie sich gerade trennten. Nun ja, vielleicht kommt meine Axt ja doch noch zum Einsatz – und obwohl ihm bei dem Gedanken auf diesem schwankenden Gefährt ein paar Scheitel neu zu ziehen nicht ganz wohl war, musste er dennoch schmunzeln.
„Sagt guter Mann wie lange wird die Reise nach Siebenhöfen auf diesem Äppelkahn denn noch dauern?“