Religion – Der Innere Pfad

Sonnengläubige des Inneren Pfades versuchen durch verchiedene spirituelle Praktiken ihr inneres Feuer anzufachen. Die Meisterschaft darin gelingt nur wenigen und die Folgen einer solchen Erweckung sind unvorhersehbar. Einige Meister sollen sehr merkwürdige Fähigkeiten entwickelt haben. So sagt man, einer sei Zeit seines Lebens halbdurchsichtig geworden, ein anderer habe Flammen geatmet, auch von starken Heilkräften ist die Rede. Umstritten ist die Geschichte, dernach sich ein Meister in einen Feuerlöscheimer verwandelte. In der Regel geht die Erweckung aber weniger dramatisch mit einem Anwachsen innerer mentaler Fähigkeiten und Stärke einher, die sich ihrerseits jedoch förderlich auf die Kampffähigkeiten des Glaubenskriegers auswirken.

Der Innere Pfad wurde erst spät entwickelt und geht auf einen Bericht des inzwischen verflüchtigten Priesters der Sonnenkriche, Meister Joquaga Seporutti, zurück, der hier nun nacherzählt werden soll:

Ich will euch erzählen, meine sonnigen Brüder und Schwestern, von einem fernen Land, in dem ich war und entdeckte einen Weg, den zu gehen ich nun beschlossen. Trefft Ihr in Trum und auf Reisen auf Arten des Sonnenglaubens, so begegnet Ihr beinahe ohne Ausnahme dem, was ich den „äußeren Pfad“ nennen will. Wir Menschen sind Teil eines großen Kreislaufes, bestimmt von den Göttern und der Sonne als höchste Instanz. Sie zieht ihre Kreise und hat in verschiedenen Ländern verschiedene Sonnengötter zu ihrer Unterstützung. Vielleicht habt Ihr schon gehört von Solaris, Praios, Sol, von Horu oder von Coron und Merlun. Ihnen wird geopfert und gehuldigt, denn viel ist vom Lauf der Sonne abhängig. Die Ernten, die Reisen, die Seefahrt. So gibt es für jedes einen Heiligen und das ist gut so.

Do in jenem fernen Land traf ich die Bruderschaft des Lichts, deren Weg ich den „inneren Pfad“ nennen will. Rufen spirituelle Wanderer dieses Pfades das Licht an, tun sie das nicht über Götter und Heilige, sondern sie kehren in sich und wandeln dort das Licht in Stärke und innere Führung. So üben sie mehr eine Technik, denn eine Frömmigkeit. Ich habe durch Jahre der Innenschau, Askese und des Übens selbst erfahren, welche innere Macht der Mensch freisetzen kann.

In diesem fernen Land, in diesem uns so fremden Glaubensweg wird gelehrt, dass ein jeder über seine Gefühle seine Verbindung zum Kosmos zu erkennen vermag, wo der äußere Pfad diese Einsicht vermittelt über Götter und Heilige zu bringen vermag, wenn es den himmlischen Wesen denn gefällt, Visionen der Erkenntnis zu schicken. Der innere Pfad sagt: Wenn du fühlst, weißt du, das es da ist. So ist das Gefühl das Werkzeug, die Welt lebenswerter zu machen.

Die Anhänger des Lichts in diesem fernen Land beginnen die Änderung in sich selbst und tragen sie nach außen, wohl wissend, dass das Außen auf ihre Mitmenschen wirkt. Das Außen wird auf das Innen und das Innen auf das Außen. Es ist kein Getrenntes, doch aber muss man an einem beginnen. Der äußere Pfad beginnt bei den Göttern. Kann ein Gebet sie umstimmen, wirken sie im Äußeren auf das Innere der Menschen. Der Innere Pfad wirkt im Inneren der Gläubigen auf das Äußere und ist damit selbst das Äußere der Mitmenschen. Von da wirkt der Anstoß auch wieder zurück zum Inneren der Gläubigen.

Wie nun steht der innere Pfad zu Göttern? Ihre Existenz erkennt er an, wie sollte er auch anders, die Bewqeise sind Allerorts. Jedoch glaubt er, durch den Glauben selbst würden die Götter erst erschaffen. Der Glaube forme aus den Menschen heraus das Licht zu einer manifesten Form und verleihe ihm göttliche Macht, welche dann über eine solche Evokation die Schirmherrschaft über die Gläubigen übernimmt. Die Götter sind daher keine Gespinste, sondern seit tausenden von Jahrhunderten in die Welt geborene Wesen, welche den Menschen helfen, das Licht in die Welt zu tragen und zu schützen. Sie sind da, sie sind mächtig und man sollte es sich mit ihnen nicht verscherzen. In einigen Ländern sind sie leider eitel und dulden keinen inneren Pfad. Doch sind sie wahrhaftig gut, sehen sie, das sowohl der innere wie auch der äußere Pfad zum Lichte führt.

Der innere Pfad kennt vornehmlich drei Tugenden:

  1. Respekt: Nicht nur ist man über die Fäden des Lichtes mit dem Grund der Welt verbunden, sondern ebenso mit den anderen Lebewesen. Versuche ihnen gegenüber respektvoll zu sein und ihr Glück zu heben. Dann strahlt das Licht heller in der Welt. Respekt erzeugt Gemeinschaft und viele sind stärker als der Einzelne. Dies ist die erste Tugend, die man erwerbe.
  2. Geduld: Was den Gläubigen vom Ungläubigen trennt, sind Geduld und Hartneckigkeit. Die Welt kann dich an einem Tag verändern, aber du kannst die Welt nicht an einem Tag verändern. Dein Ansinnen wird Jahre oder länger brauchen und dazu brauchst du Gedult und Hartneckigkeit. Dies ist die zweite Tugend, die man erlerne.
  3. Mitgefühl: Wenn du Hilfst, jemanden anderes Glück zu vermehren, stärkt sich dein Lichtband zur Welt und auch dich selbst, so dass du noch mehr erreichen kannst. Je mehr du hilfst, desto mehr kannst du helfen und desto stärker wirst du auch. Das ist der Ausweg aus der Abwärtsspirale des Eigennutzes. Die Tugend des Mitgefühls ist so stark wie gefährlich. Denn wer stark in dieser Tugend, hilft mitunter, wo Hilfe nicht nur unnötig, sondern auch unerwünscht. Dann richtet er Schaden an. Zu unterscheiden, wann Hilfe gebraucht wird und wer sich selbst helfen kann, ist die schwierigste und letzte Tugend, die man erlerne.

Der innere Pfad ist aber mehr als religiöser Glaube auch eine Übungspraxis. Man kann frommer werden, gottgefälliger, aber solches ist kein Üben, sondern ein Entschluss. Auf dem inneren Pfad üben wir die Beherrschung des Lichts wie ein Handwerk. Ich habe gesehen, wie Meister des Lichts Untote berührten und diese vom Feuer des Guten verzehrt wurden und wie das Licht zur Heilung verhalf. Die grundlegenden Eigenschaften sind hierbei Konzentration,  Willenskraft und der Glaube an sich selbst. Daher sollte der innere Pfad nicht von jedem beschritten werden, denn er kann den schwachen Geist verführen, die Kräfte zum Bösen einzusetzen, wo ein Gott seine Hilfe sonst untersagen würde. Die Kräfte zum Bösen zu verwenden, ist aber ein Spiel auf Zeit, denn dies wirkt selbstzerstörend.

Ich selbst gehe diesen Pfad nun seit vielen Jahrzehnten und es ist meiner. Aber ich habe gesehen, dass er nicht für jeden der richtige ist. In jenem fernen Land gab es keinen äußeren Pfad und so mancher blieb unter seinen spirituellen Möglichkeiten. Deshalb ist es gut, beide Wege beschreiten zu dürfen und beide Wege sollen sich respektieren und achten. Es soll kein Unterschied gemacht werden im Wert des Glaubens zwischen dem äußeren und dem inneren Pfad. Und ich werde niemandem meinen auferlegen, der den Ruf eines lichten Gottes im Herzen trägt.

Alles, was der Sonnennatur eigen ist, das ist auch ganz dem Menschen eigen, der in ihrem Licht wandelt. Darum wirkt so ein Mensch auch alles, was die Kraft des Lichtes wirkt. Er hat zusammen mit dem Licht und der Sonne Anteil an ihrem Lauf und den Geschehnissen in seinem Inneren und auf Erden. Er ist Zeuge des ewigen Sinken und wieder Auferstehen und die Sonne wüsste ohne einen solchen Menschen nichts zu tun.

– Arnboldt von Otternburg, Heiliger und Ketzer

Das Schluckmoor

Welcher Dämon treibt und drängt dich, dass du nach dem Schluckmoor fragst? Weißt du nicht, dass dort das Ende der Welt liegt? Und ja, ich dürfte der einzige sein, der je von dort zurückkehrte. Bestell mir beim Wirt einen Humpen, dann erzähle ich dir.

Dereinst, in den kleinen Kriegen, da zog ich mit meinem Söldnerhaufen durch diesen Landstrich und was ich da erlebt zu erzählen, würde dein Herz sogleich gefrieren lassen. Es soll genügen, dass von einem dreckigen Dutzend kampfgestählter Männer nur einer diesem Loch entkam und dieser sitzt vor dir. Jede Nacht hallen mir die Schreie und das Jammern meiner um Leben und Verstand gebrachter Waffenbrüder nach, dass ich gebrochen bin an Leib und Seele.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Es heißt, einst, als der Sonnenglaube in der Baronie Champa und den umliegenden Lehen mächtig wurde, zogen sich die Schatten zurück und alles Dunkel fand sich an einem Ort zusammen, den, den du gerade suchst.

Wenn du aber zum Moor willst, dann begib dich südlich der Waldküste bis wohin der Fluss am Gebirge vorbeizieht zu dem trostlosesten Landstrich, den du erblicken kannst. Man kann ihn eigentlich von weitem riechen.

Du findest dort am Steg das RasthausSensenfreud“. Weiß der Bozephalus wie der Wirt sich von den nicht vorhandenen Einnahmen ernähren kann. Wobei ich nie den Eindruck hatte, dass er sich ernähren hätte müssen oder überhaupt am Leben war. Irgendwas zwischen Leben und Tod, glaube ich war er. Seine Gäste jedenfalls waren es auf jeden Fall.

Noch weiter südlich gelangst du mit etwas Glück zum Dorf Morastenau. Ein paar Holzhütten und eine Gemeinde aus Brüdern und Schwestern. Nein, nein, keine Kirchengemeinde. Es sind tatsächlich alles Brüdern und Schwestern und das schon seit vielen Generationen. Lass dich dort nicht zum Essen einladen …

Östlich vom Dorf findest du eine Schamanin, Frollein Wuduwunderlich. Sie ist ganz nett und sagt dir gegen Münze gerne die Zukunft voraus. Wobei, das kannst du dir sparen, im Moor hast du keine Zukunft.

Wir sprechen vom Tag, verstehst du? Nicht von der Nacht. In der Nacht, bist du dort tot. Da führt kein Weg drum herum. Du denkst, es ist ein Moor, mit Irrlichtern, Geistern, Wiedergängern? Richtig, aber da ist noch mehr. Woher glaubst du, hat das Schluckmoor seinen Namen? Es verschluckt jeden. Es verschluckt buchstäblich. Denn in der Nacht treiben die Schmampfegel aus der Tiefe hinauf. Mannsgroße Biester. Sie liegen da, mit weit geöffnetem Maul. Du siehst nichts durch den Nebel und dann trittst du hinein und sie ziehen dich hinab direkt in die Niederhöllen. Was glaubst du, wo ich das hier herhabe? Mit einem guten Schreiner ging das Laufen bald wieder. Die anderen hatten weniger Glück.

Und es gibt Sie. Ein Weib wie aus Rinde. Wir dachten, da stünde ein morscher Baum im Nebel. Bis sich die dürren langen Äste bewegten und den Merte schnappten. Der gute Merte, weggeschnappt  von der Rindenhexe.

Glaub‘ es oder nicht, das Moor verschlingt manchmal nur die Leiber, während die Seelen dort ruhelos umherwandern. Ihre Stimmen sind nächtens unablässig am Klagen. Sie treiben dich in den Wahnsinn. Das allerschlimmste für mich war jedoch, dass ich eines Nachts meinen Söldnerhaufen aus dem Moor aufsteigen sah. Ein jeder zerfressen von Maden und Gewürm. Aber ich kannte sie und wusste, sie sahen sich im Krieg und wehe ihnen würde jemand über den Weg laufen.

Achja, dann gibt es da noch diesen Hexenturm, in dem so ein verdrehter Zauberer wohnt. Ich weiß nicht viel über ihn, nur dass er gelegentlich an der Postkutschen-Station beim Wirtshaus „Sensenfreud“ auftaucht, um dort Besorgungen einzuholen oder aufzugeben von der Postkutsche, die aller paar Monate mal vorbeikommt. Wenn ich‘s mir Recht überlege, frage ich mich, wie der Postkutscher überhaupt jedesmal zu dieser Station fand. Wie? Nein, ich meine, er hatte keinen Kopf … los, schenk nach!

Naja, jedenfalls sagen die Einwohner von Morastenau, dieser Zauberer würde Pläne für die Weltherrschaft schmieden und ihr Dorf zur Hauptstadt seines Reiches machen. Dafür liehen sie ihm wohl gelegentlich überzählige Dorfbewohner für Experimente aus. Die armen Menschlein, die darauf dann in sehr veränderter Gestalt und wirren Geistes im Moor herumirrten. Frollein Wuduwunderlich beschwerte sich auch, dass sie dauernd ihre Sanduhren umstellen müsse, wegen irgendwelcher Zeitmagieversuche. Ich war sogar mal bei dem Turm. Er hat dort im unteren Teil ein An- und Verkaufslädchen für magischen Krimskrams. Auch so eine Sache, die ich nicht verstehe. Recht gemütlich aber. Er ließ mir sogar grünen Tee servieren. Oder war es irgend sowas Grünes, dass mir den Tee servierte? Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls versicherte er mir, er könne durch die Zeit reisen. Allerdings damals nur in Richtung Zukunft und das auch nur in Schrittgeschwindigkeit. Er schien aber optimistisch.

Doch nun, mein Freund, nun muss ich los. Wenn du wirklich zum Schluckmoor willst, werden wir uns nicht wiedersehen. Dann wünsche ich dir wenig Leiden und ein schnelles Ende. Leb wohl und Danke für den Schnaps!

 

Das Dorf Morastenau

Das Dorf Morastenau liegt nördlich am Rande des finsteren Schluckmoores.

Zwischen ein paar Holzhütten lebt eine Gemeinde aus Brüdern und Schwestern. Keine Kirchengemeinde. Es sind tatsächlich alles Brüdern und Schwestern und das schon seit vielen Generationen. Lass dich dort nicht zum Essen einladen …

In der Nähe des Dorfes liegt die Taverne „Sensefreud“. Sie ist eigentlich nicht zu empfehlen, jedoch bietet jedoch zur Alternative sonstiger Aufenthalte in der Nacht im Moor eine etwas höhere Überlebenswahrscheinlichkeit. Hier befindet sich auch eine Poststation, die unregelmäßig aller paar Monate beliefert wird. Wieso genau, das weiß keiner. Auch nicht der uralte taubstumme und blinde Postbeamte.

Unweit des Dorfes liegt das Domizil der Schamanin Wuduwunderlich, von der sich Reisende die Zukunft vorhersagen lassen könnten, wenn sie eine hätten …

Henna und Pata (8.7.19 Beendet)

Henna 
Pata

Henna wacht nach einer sehr chaotischen Nacht mit starken Kopfschmerzen und einem riesigen Kater in Westflora auf und macht sich relativ schnell Sorgen um Elder, die letzte Nacht entführt wurde, ob es ihr wohl gut geht, ist sie verletzt? Die Fuchsbrigade war gestern ja auch vor Ort und nach diesem merkwürdigen Gesöff waren wir alle einwenig benommen, bis irgendjemand mir die Lichter ausgeschlagen hat.
Als wir wieder zu uns kamen, lagen wir alle bis auf Elder oberhalb der Taverne ´´Zum verfluchten Krug„. Halvdan, der mit Elder und Dachs in den Wald aufgebrochen war, lag mit blutiger Stirn in unserer Mitte. Dachs versorgte seine Wunde und ich brachte ihn zurück in sein fast verlassenes Lager.

Die Helwarter hatten auch versucht, noch in der finsteren Nacht auf meine nicht gerade freundliche Bitte Elder zu finden, waren aber auch erfolglos. Da sah ich auf dem Weg zum Frühstück unter einem Baum nahe der Taverne ein bekanntes Gesicht. Es war die Frau, die sich, leicht verstört, in der Nacht zuvor zu mir an den Tisch setzte und etwas von einem Bauern und seinem Karren murmelte.

Ich schwankte  zu der schlafenden Person, stupse sie vorsichtig, so wie die Kopfschmerzen es zulassen und frage sie…
„Wir kennen uns doch irgendwo her?„ und lehne mich an den Baum an.

Wilde Träume suchten mich heim, über was und wovon ich träumte weiß ich gar nicht, doch es hatte wie so oft etwas mit dem Meer zu tun. Als ich plötzlich eine Bewegung spürte, fuhr ich hoch und sah den großen gelben Mann über mir stehen. Erschrocken wich ich zurück, aus meiner Sicht war er wirklich riesig. Da bemerkte ich dass er sich am Baum festhielt und fragte „Geht es dir gut?“

„Nicht wirklich, mir brummt der Kopf und die Glieder schmerzen.„ antwortet Henna und muss leicht aufstoßen.
„Aber wir kennen uns doch irgendwo her?  Solch ein Gesicht zu so einem Zeitpunkt bleibt mir im Kopf.´´

Langsam rückwärts krabbelnd brachte ich etwas Distanz zwischen mich und den Mann, ich wusste nicht viel über diese Lande, doch ich hatte schon gesehen, was so manchem passiert wenn die zuviel von dem Nebeltrunk genommen hatten und ich wollte auf keinen Fall, das was auf mich fiel. In gebührender Distanz richtet ich mich auf, stehend fühlte ich mich besser “ ich habe dich gestern Abend gesehen, du suchst ein Elder?“ bei dem letzten war ich nicht sicher.

Verkatert antwortete Henna. ´´Ich suche keinen Elder, sondern die Elder.„ Und sackt auf einem der Strohballen zusammen.

“Ist die wichtig für dich?“ Den Kopf leicht neigend, beobachtete ich den Mann, der irgendwie verzweifelt, traurig und wütend zugleich schien. Meine rechte Hand begann leicht zu jucken und schnell ballte ich eine Faust in meinen langen Ärmeln.

´´Sie ist eine gute Freundin und meine Reisebegleitung  für ein Treffen hier. Doch seit gestern Abend ist sie weg.´´  Währenddessen kramt er eine kleine Flasche aus der Tasche und leer sie fast komplett.

 Während Pata beobachtet, wie er die kleine Flasche fast leer macht und seinen Worten zuhört fällt ihr wieder etwas ein, was sie gestern Abend gesehen hatte. besser gesagt, gehört hatte.
„Gestern Abend?“ fragte sie unsicher „da habe ich auf dem Weg hier herauf etwas seltsames gehört…“

Plötzlich schlägt sich ein ernsterer Ton in Hennas Stimme nieder .
„Ja, gestern Abend. Du kamst zu mir an den Tisch und murmeltest etwas von zwei  Personen mit einem sprechenden Sack.“

Leicht nickend erwiderte Pata „ja ich habe euch erzählt, was ich gehört und gesehen habe. Willst du es noch einmal hören?“

´´Fangen wir klein an. Namen. Ich bin Henna Strindberg, Schild des Barons von Siebenhöfen und einwenig angetrunken.„  Und reicht ihr die kleine Flasche zum leer trinken.

Uff, viele Namen, dachte Pata sich und versuchte es „Hallo Henna Strindberg, Schild des Barons von Siebenhöfen und ein wenig angetrunken. “ dann beäugte sie die Flasche misstrauisch, streckte aber eine schneeweiße Hand aus, griff sie und roch zunächst an der Flasche. Der beißende Geruch schlug ihr böse auf den leeren Magen. Sie wollte aber nicht unhöflich sein, und versuchte es mit einem Trick, nämlich so zu tun als ob. Sie hob die Flasche zu den Lippen neigte den Kopf und wollte nur so tun als ob, doch die Flüssigkeit brannte sich zwischen ihren Lippen hindurch und sie fing an zu husten. Tränen schossen in die leuchten blauen Augen “ ich…bin…Pata…Pata Nahin“ *hust hust*

Schmunzelnd beobachtet Henna wie die Frau sich den Selbstgebrannten einflösst und zu husten beginnt.
´´Also Pata Pata Nahin, du bist nicht von hier und da ich dich hier nüchtern auf dem Boden finde, gehörst du auch nicht zu irgendeiner Gruppe hier. Und bitte nenn mich einfach nur Henna´´ während er die Flasche nimmt, verschließt und wieder weg steckt.

Immer noch hustend nickte Pata „einmal Pata reicht und nein ich bin nicht von hier…wo ist hier überhaupt?“ während sich ihre Atmung langsam wieder beruhigte, meldete sich diesmal ihr Magen, der fand Schnaps nach über 24 Stunden ohne Nahrung nicht so witzig.

´´Wir sind auf Westflora beim verfluchten Krug und bevor du fragst, es ist nur ein Name der Taverne hier. Lass uns mal zu Brunhilde gehen und erst einmal das Magengefühl ändern. Es müsste bald Frühstück geben.´´
Langsam erhebt sich Henna wieder und versucht sein Gleichgewicht zu finden.

Pata nickte einmal, bei der Erwähnung von Frühstück knurrte ihr Magen laut und vernehmlich, hätte sie gekonnt, wäre sie rot geworden. Fast will sie die Hand nach Henna ausstrecken, um ihm aufzuhelfen, doch lässt es dann lieber sein „das hört sich gut an“ erwiderte sie stattdessen und folgte Henna, als dieser sich endlich aufgerappelt hatte.

Als Henna sich aufgerappelt hatte und die beiden sich in die Taverne zum Frühstück begeben hatten, suchte er einen Platz in einer Ecke, um sich anzulehnen.
Einen  kleinen Augenblick später erscheint dann auch die Wirtin und stellt uns das Frühstück und etwas zu trinken hin.

Pata sieht sich das Essen an, ihr Magen knurrt, aber sie weiß, dass man Geld braucht für alles und sagt zögerlich, obwohl sie gerne zugreifen würde „ich habe keinen Hunger…“

„Auf was wartest du, denkst du ich esse das alleine? Ich kann deinen Bauch bis hier hören.“ erwidert er neckisch.
„Du brauchst keine Angst zu haben, es wird dir keiner was wegnehmen.“

Willst du meine Finger haben?“ fragt Pata misstrauisch, eingedenk der Tatsache, dass schon mal jemand ihre Fingen nehmen wollte, wenn sie kein Geld zum bezahlen hat.

„Was soll ich mit deinen Fingern? Das Essen ist schon bezahlt, da ich bald abreise, zahlt ein Siebenhöfener stets seine Rechnung immer rechtzeitig. Also lass es dir schmecken…“
Langsam wird Henna wieder nüchtern und wach, nur die leichten Kopfschmerzen bleiben noch.

„Danke“ setzt sich hin und fängt an zu essen, weil sie wirklich Hunger hat. „Willst du jetzt noch wissen, was ich gehört habe gestern Abend“ während sie sich noch mehr auf den Teller packt, immer dann essen, wenn was gibt oder sie vielleicht ein bisschen Geld hat, führt zu seltsamen Ideen, vielleicht versucht sie sogar, ein Stück Brot in der Tasche verschwinden zu lassen.

„Später, ich möchte erst einmal essen, dieses Thema kommt später.“ Antwortet Henna und schmiert sich ein Butterbrot.

Pata nickt ihrem Gegenüber zu und greift zu den Dingen, die sie kennt, Brot, Käse, Wasser, Und noch mehr Brot und Käse. Kurzerhand lässt sie auch ein Stück Käse unter dem Tisch in ihrer Tasche verschwinden, weite Ärmel sind doch hilfreich. Immer wieder ruhen ihre leuchtend blauen Augen nachdenklich auf Henna, während dieser isst.

Henna bemerkt die kleine Handbewegung, lässt sich aber außer einem kleinen Schmunzeln nichts anmerken und beendet sein Frühstück.

Als Henna endet, beendet auch Pata ihr Frühstück und steckt, wie sie denkt, unbemerkt ein Stück Brot ein „ist der verfluchte Krug nicht sonst unten am Wasser?

„Normalerweise ist der verfluchte Krug  unten im Dorf, doch da hier ein Tourney statt fand, zog die Taverne hier her. Doch jetzt zurück zum Ernst der Lage, erzähl mir noch einmal alles, was du gestern Abend alles erlebt hast.“

Pata nickt und holt tief Luft. „Also ich kam gestern Abend mit einem Schiff aus dem Land der Vögel und dann wollte ich im verfluchten Krug nach Aurelia fragen, aber er war geschlossen und-„

Henna unterbricht Pata mit der Frage
„Land der Vögel? Nein, dass ist nicht ganz, was ich meine. Ich möchte eigentlich etwas über die beiden Personen mit dem sprechenden Sack reden.

„Oh, ja natürlich entschuldige. Ich ging den Weg hinauf nach hierhin und hörte vor dem Wald Stimme, zornige Stimmen, eine Frau und zwei Männer, es war noch weit weg, ich ging näher hin und merkte…“ hier unterbricht sie sich und zieht die linke Hand unter ihren Ärmel. „Es hörte sich nicht gut an, wie ein Streit. Es war spät und dunkel und ich…ich hatte Angst“ das sagt sie beinahe trotzig. „Ich habe mich versteckt, als die eine Stimme plötzlich still wurde. Dann hörte ich wie der Mann und die Frau weiter sprachen, nicht laut aber irgendwie …wütend? Und habe mich hinter einem großen Busch versteckt. Irgendwann waren die Stimmen weg und ich bin weiter gegangen. Dann habe ich einen Mann gefunden, der auf Eiern lag. Er wachte gerade auf und wollte mich angreifen, aber ich bin schnell zurückgesprungen. Er hat gesagt, ein Mann und eine Frau haben seinen Karren gestohlen, sie hatten einen Sack, einen großen Sack und der hat gestöhnt, und den haben sie wohl auf den Karren gepackt und sind dann damit in die Stadt hinunter“ Einen schluck Wasser trinkend wartet sie, ob Henna noch fragen hat und ihr zögern bemerkt hat.

„Was bemerktest du, als du näher kamst?“ fragt Henna neugierig. „Und keine Angst, ich möchte deine Finger nicht haben.

Pata kämpft mit sich selbst, sie ist nicht gut im Lügen, obwohl… das sie gar weiß nicht, aber dass ihre Hand kribbelt, nein auf keinen Fall wird sie das erzählen. Sie weiß nicht, ob sie dann nicht doch ihre Hand verliert. „Ich merkte da war noch etwas…eine Stimme, aber…sie hat nur gestöhnt oder so? Als ob sie Schmerzen hat? Aber vielleicht habe ich das auch nur gedacht und es war der Wind? “ nicht ganz Wahrheit, aber auch nicht gelogen, der Bauer sprach doch von einem stöhnenden Sack.

„Kannst du mir noch genauere Informationen geben? Denn ich fürchte, diese Personen muss ich dringend finden.
Wo sind sie hingelaufen? Was ist dir an ihnen aufgefallen?
Henna wird immer nervöser, den gestern Abend war es leider schon viel zu dunkel und nach dem Kampf mit den Kultisten und dem Angriff hatten wir alle kaum noch Reserven für eine Verfolgung.

Pata überlegt einen Moment und schüttelt den Kopf „der Mann mit den Eiern sagte, das die Straße in den Hafen führt und der Sack wirklich groß war. Der Mann und die Frau…nein, leider nicht, aber ich glaube sie sind sehr schnell gelaufen, weil ihre Stimmen so schnell verschwunden waren.“

„Dann können sie noch nicht weit weg sein.“ Murmelt Henna.
„Pata, du erwähntest etwas wie  Land der Vögel, kannst du mir das auch noch erklären? Wir sind ja hier auf Westfora und Ursprünglich komme ich aus Siebenhöfen, welches auf Trum liegt. Nur das Land der Vögel ist mir unbekannt.“

Sie deutet mit einer fast schneeweißen Hand auf das Wappen an Hennas Brust „da habe ich das Bild schon gesehen, aber in groß, es wehte an einem Mast im Hafen…“ sie verstummt weil sie sich plötzlich dumm vorkommt, die Namen der Orte nicht zu wissen, wo sie schon überall nach Aurelia gesucht hat. Ihre Mission ist aber noch nicht zu Ende und daher fragt sie auch Henna „kennst du Aurelia? Sie hat silbergoldene Haare und arbeitet auf Schiffen…“ sie kann kaum die Hoffnung aus ihrer Stimme heraushalten.

„Welches Bild? Meinst du das Wappen?“  und  guckt auf seine  Brust.

Nickt; „ja, das Bild, woher stammt es?

„Es stammt aus Trum, einem Nachbarinselstaat, einige Tage Schiffsfahrt von hier.“

Trum…so heißt das Land? Ich dachte…uhm…“ sie verstummt, bevor sie dann doch noch einmal fragt „Und kennst du Aurelia?“ Diesmal ist der bittende Ton deutlich zu hören

„Du hast keine Ahnung wovon ich rede oder?“ fragt Henna.
„Leider kenne ich Aurelia nicht, was macht sie den im Hafen?

Nach unten blickend schüttelt sie den Kopf “ nein, ich …ich kenne mich hier nicht aus und und…“ sie bricht ab, wie soll sie erklären, das sie die Sprache spricht, aber so vieles nicht versteht und noch viel weniger über sich selbst weiß?

„ Das macht doch nichts, ich kenne auch nicht alles und jeden.“ Antwortet er und versucht Pata zu beruhigen.

Aber du weißt wenigstens, wo du herkommst“ sie beißt sich auf die Lippe und versucht schnell das Thema zu wechseln, während sie sich umsieht „alle scheinen los zu gehen, gehst du auch? Deine Elder suchen? Die im Sack?“

„Ja, ich werde mich auch bald auf den Weg machen, ich muss auch noch Freunden Bescheid geben und Meldung an meinen Vorgesetzten machen.“

Was eine Meldung an einen Vorgesetzten machen heißt, weiß Pata nicht und so nickt sie nur. „Ja du musst Dinge machen. Ich glaube, ich auch“ sie macht Anstalten aufzustehen, obwohl sie keine Ahnung hat, wie es nun weitergehen soll für sie und vor allem wohin, sie wird wohl Aurelia niemals mehr finden

„Weißt du, wo du Aurelia finden kannst? Wenn du sie mit dieser großen Fahne verbindest, würde ich dir Vorschlagen in einem Hafen zu suchen.“ Leicht von Pata getrieben, steht Henna auf und richtet seinen Wappenrock und die Gürtel.
„Ich könnte dich mit runter zum Hafen begleiten, doch ich bezweifele, dass du sie hier finden wirst. Die meisten Besucher sind schon wieder abgereist und eine blonde Frau die auf Schiffen arbeitet? Es gibt einige Damen bei der Mannschaft der Tyra Lorena, nur die legen selten in Siebenhöfen an.

Hat keine Ahnung was oder wer Siebenhöfen ist, aber nickt zu der Begleitung in Richtung Hafen, vielleicht …nein sie hat keine Ahnung, wie sie für eine Schiffsreise bezahlen soll und was im Namen der Weisen ist ein Tyra Lorena? „wo fährst du denn hin?“

„Ich werde zurück nach Siebenhöfen reisen, um weiteres Vorgehen zu planen.“ und bewegt sich langsam Richtung Ausgang der Taverne.

Nickt erneut, und überlegt was Vorgehen planen genau heißt und da Henna sagt, er reist nach Siebenhöfen ist sie sich zumindest da jetzt sicher, dass es sich um einen Ort handelt. Soll sie fragen, ob sie mit kann? Aber vielleicht will dann er dann doch ihre Finger oder gleich die ganze Hand haben…ein funkeln im Sand zeigt ihr ein Kupferstück, und sie bückt sich schnell, angeblich um die Schuhe zu richten und hebt das Kupfer flink auf, vielleicht hat sie ja noch mehr Glück und kann eine Passage bezahlen.

Nach einigem an Fußmarsch durch den Wald stehen die beiden im Hafen von Theotmund vor dem Schiff, welches nach Siebenhöfen ausläuft.

Pata würde gerne mitfahren, aber da sie kein Geld hat, ist das wohl keine Option, sie muss erst noch mehr Münzen finden. Sie sieht an dem Schiff hoch, und entscheidet für sich, dass es groß ist, aber nicht das größte Schiff ist, da sie gesehen hat. Am größten ist immer noch das mit der roten Flagge und der Sonne drauf.

Henna bemerkt den fragenden Blick von Pata, dass sie vielleicht mitfahren möchte. „Ich glaube hier trennen sich unsere Wege wieder, doch ich glaube du wirst Aurelia hier nicht finden. Ich kann dir nur noch einen kleinen Handel vorschlagen.“

Nickt erst leicht, dann dreht sie den Kopf und sieht Henna von der Seite argwöhnisch an. „Was für einen Handel?“ Es gibt das so einen bestimmten Handel, zwischen Männern und Frauen, den sie nicht eingehen wird!

„Ich würde dich gerne mit nach Siebenhöfen nehmen, um dich einem Freund vorzustellen, dem du von den Vorkommnissen hier berichtest, im Gegenzug fährst du kostenfrei mit in meine Heimatstadt. Du brauchst auch keine Angst haben, dass irgendjemand deine Finger haben will, solange du nicht die Sachen von anderen in Besitz nimmst.“

Sachen in Besitz nehmen? Warum reden die Leute  hier bloß immer so komisch? Aber mitfahren findet sie gut „Nur mit ihm reden?“ Denn so naiv ist sie nicht, das sie nicht auch schon das „reden“ für was anderes gehört hätte.

„Ich möchte nur, dass du deine Geschichte einem Freund erzählst. Du kannst frei überall hingehen, ich sehe keinen Grund dich gegen deinen Willen mit zu nehmen.“ So langsam macht Henna sich Sorgen, den mit dem Hintergedanken Ekarius einen Zeugen zu liefern, könnte der Ärger, den er bekommen könnte, etwas kleiner ausfallen.

„Ich fahre gerne mit, wenn ich nur mit ihm reden soll“ aber wenn sie ehrlich ist, beunruhigt sie der scheinbar achtlos hingeworfene Satz „dich gegen deinen Willen mit zu nehmen“ doch ziemlich, anscheinend werden hier öfter Leute gegen ihren Willen mitgenommen, so wie die Elder in dem Sack. So will sie nicht enden. Dennoch betritt sie mit Henna das Schiff, das bald darauf ablegt.

Die Schiffsreise dauert einige Tage, die Henna dazu nutzt die notwendigen Briefe zu schreiben. es dauert nicht lange und sie kommen in Siebenhöfen an, wo beide aussteigen und sich auf den Weg nach Dahle machen.

Religion – Heilige Carlotta

Die Heilige Carlotta

Die Heilige Carlotta ist die Schutzheilige des Rausches. Nach Zecherei und Völlerei kann sie angerufen werden, um den Kater am Morgen auf sich zu nehmen. Sie wird häufig nackt an einem rauschendem Meer mit über ihr kreisenden Sternen Engeln als Folge ihrer Eskapaden dargestellt.