Religion – Heiliger Fliegenpeter

Der Heilige Fliegenpeter

Der Heilige Fliegenpeter war ein Mönch des Sonnenglaubens mit der Fähigkeit der Levitation. Er wird als Schutzheiliger der Zechpreller angerufen. Seine Fähigkeit wurde von mehreren Glaubensbrüdern bezeugt. Vor allem flog der Fliegenpeter aus Tavernen hinaus.

„Die Freude fliegt auf allen Wegen.
Der Ärger kommt laufend uns gern entgegen!“

Die Anhänger suchen mit seiner Hilfe nach Perfektion in ihren Dingen, ob nun im Handwerk, Kampf, Gelehrsamkeit oder religiöse Frömmigkeit. Die Gefolgschaft ist eine noch junge Glaubensrichtung und noch im Wandel begriffen. Die hier niedergeschriebenen Strukturen und Inhalte sind der Versuch, grundlegende Prinzipien und Strukturen abzubilden. Dennoch wird man Anhänger finden, welche Leben und Wirken des Heiligen anders auslegen und ihm auf eine gänzlich andere Weise folgen.

 

Der Glauben lässt sich am Besten mit den berühmtesten Worten des Fliegenpeterd selbst beschreiben, welche zum 1. Gebot wurden: „Die Freude fliegt auf allen Wegen. Der Ärger kommt laufend uns gern entgegen.“

Allein durch die Kraft seiner Überzeugung, seines Glaubens und seines puren Willens, jedoch auch durch die Unterstützung der Gemeinschaft (z.B. durch wütende Wirte), gelang Franz Fliegenpeter einst die Levitation von einer Tavernentür hin zum Sonnenaufgang. Zumindest ein Stückchen. Diese Wundertat vermochte er zahlreich zu wiederholen und dies gänzlich ohne Magie. Deshalb findet er nicht nur in der Sonnenkirche, sondern auch unter den magiekritischen Ceriden einige Anhänger. Mit der Zeit sammelten sich regelmäßig morgendlich Volk in Form einer Andacht vor der Taverne, um immer wieder aufs Neue das das Wunder zu bezeugen.

Aus diesen Versammlungen heraus bildete sich bald eine kleine Anhängerschaft, welche es dem Fliegenpeter gleichtung wollte.

Wer dem Heiligen Fliegenpeter folgt, sucht dessen Hilfe, um eigene Wunder zu vollbringen. Er nutzt aber auch die Kraft des Heiligen, um Wunder in die Welt zu tragen und die Menschen zu ermutigen. Die Wege sind vielfältig. Ob durch Askese oder Völlerei, durch Studium oder Kontemplation, durch Pilgerschaften oder Einsiedlertum, wenn das Innere und das Äußere in Einklang gebracht werden, dann geschehen Wunder.

Nach einer unsittlichen Berührung gelingt drei Schwestern die Levitation. So wird es berichtet und die Aussage, sie seien einfach nur sprunghaft geflüchtet, ist eine Lüge.

Der Heilige Fliegenpeter wird angerufen, um den Gläubigen zu stärken und in Harmonie zu bringen. Mitunter dient er auch nur als inspirierendes Vorbild. Ausnahmen sind allerdings bekannt. Wenn sich ein Klerikaler zu dumm anstellt und die Situation ins Peinliche zu kippen droht, so wird auch schonmal berichtet, dass der Fliegenpeter selbst hinabstieg, um das Wunder selbst zu übernehmen.

 

„“, ist der Fliegenpeterglaube auch eine Suche nach dem rechten Weg. Je vollkommener ein Mensch in der Nachfolge des Heiligen wandelt, so das Versprechen, desto wundersamer werden sich seine Wege zum Guten hin fügen. Und hin und wieder gibt der Fliegenpeter vom Himmel her auch ein Zeichen, welches der rechte Pfad nun ist, weshalb das Sternen- und Wolkendeuten eine angeregtes Interesse innerhalb der Gefolgschaft findet.

Mystik, Studium und Praxis gehören zu den Primärtugenden, moralische Gebote zu den Sekundärtugenden. Ein sittliches und rechtschaffenes Gemüt im Harmonie mit den Nachbarn gilt als eine dem Weg förderliche Einstellung.

Da der Fliegenpeter Richtung Sonne durch die Lüfte flog, kommen traditionell den Elementen Luft und Feuer eine besondere Bedeutung zu. Dass Wasser und Erde dieselbe Tradition hätten, weil der Heilige häufig in Pfützen und auf hartem Stein landete, gilt hingegen als Gerücht.

Prophet und Apostel Böck

Meister Böck war ein Schneidermeister und der erste Apostel des Fliegenpeters. Ganz in dessem Sinne, gelang ihm wie hier abgebildet, die Levitation in ligula modo. Zwei Gänseengel sollen  ihm aus den himmlischen Heerscharen zur Hilfe beigestanden haben.

Ein relativ verbreitete Insignie ist ein Hausschwein, da der Heilige nach seinen Levitationen nach abendlichen Tavernenbesuchen am nächsten Morgen öfters zwischen ihnen aufwachte.

Der Heilige Fliegenpeter hat uns nicht nur weise Worte übergeben, er hat hat auch sich selbst übergeben. Jedesmal nach der Taverne.

Religion – Über die Stände

Über die Stände

Cornelius von Altback

Die Sonne dominiert die Ordnung am Himmel. Es gibt ihrer nur die eine. Sie ist der stärkste Stern und wird nie untergehen. Alle anderen Sterne sind ihr untergeordnet. Auch der Nacht ist es nur solange die Dunkelheit erlaubt, bis die Sonne gewillt, wieder den Thron am Firmament zu besteigen. Und selbig der Mond nur geduldet ist. Alle dämonischen Versuche, ihn vor die Sonne zu schieben, warn bislang verwirkt.

Die Sonne dominiert die Ordnung am Himmel. Die Pflanzen leben nach ihrem Rhythmus. Die Tiere leben nach ihrem Rhythmus. Der Bauer sät nach ihrem Rhythmus. Das ganze Leben richtet sich nach der Herrscherin am Himmel.

So aber aber nun solch ein Rhythmus am Himmel ist und ihm zu folgen auf Erden ist gut getan, dann ist ihm nicht zu folgen schlecht getan.

So daher muss es auch auf Erden einen Herrscher geben in einem jeden Lande und Untertanen die ihm folgen. Und der Herrscher hat es wohl verstanden, der seinen Untertanen einen Rhythmus gibt und verlässlich ist. So dies lernet er nirgendwo besser als durch den Glauben an die Herrschaft Sonne und Annahme der Sonnenkirche in seinem Herzen.

Wohl tut auch jeder Untertan, der folgt einem Prinzipal, welcher erkannt hat die Ordnung der Welt im Spiegel des Himmels der Sonne folgend.

Die Stände sind Ordnung, denn ohne sie würde keine Ordnung sein. Ein jeder würde trachten nach der Krone über den anderen und es wäre ein Hacken und Schnitzeln auf der Welt. Und jeder müsste leben in Angst vor seinem Nachbarn, der ihn morgen erschlage, da keine höhere Ordnung ihm seinen Platz im Gefüge der Menschen gebietet. Denn ohne die Sonne, stritten die Sterne am Himmel und die Sat ginge nieder auf dem Felde und alles Getier und Gesträuch ginge nieder.

Darum wurden gemacht die Stände, damit alles ordentlich verlaufe auf der Welt wie am Himmel. Damit ein jeder wisse, wie er der Ordnung diene. Darum achte die Stände. Denn du wirst finden nirgends Menschenvölker, die ohne Standesordnung gut wären. So entweder sind sie wild und im Chaos, erschlagen sich dauernd wegen nichtiger Worte aus reinem Gefühl ohne Vernunft wegen oder sie sind schwach so dass es eine Frage der Zeit, bis sie werden überrannt. Du wirst immer finden die größte Stärke des Miteinanders vieler Seelen, wo diese kennen und achten den Stand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ruine Althof

Die Ruine Althof liegt ganz in der Nähe des Leuchtturms. Als Vierkant Hof gebaut, sollte der Bauernhof die Versorgung der Leuchtturm Wächter sichern. Aber das Land gab nicht genug her und der Kampf gegen den nahezu wuchernden Wald aus niedrigem Gehölz war überaus mühselig. Und wenn doch etwas wuchs, fraßen es die Tiere, die im Wald lebten. Sie waren sehr dankbar für das angebaute Gemüse. Einige Familien versuchten sich daran, den eigentlich schönen großen Hof und sein Umland unter Kontrolle zu bringen. Doch ein schwerer Sturm, der auch den Leuchtturm beschädigte, führte dazu, dass der Hof aufgegeben wurde. Es war wichtiger, den Leuchtturm zu richten und zu bemannen. Alles was die Leuchtturm Wächter brauchen, kommt aus dem Dorf Totbaum über eine mühsam freigehaltene Straße.

Das Dorf Salzdorf

Noch bevor die Galions an der Küste von Trum landeten und sich das Land brutal zu Eigen machten, gab es das Salzdorf. Der Name war so simpel, wie passend. Einige der Küstenbewohner hatten durch puren Zufall entdeckt, dass das Meereswasser wunderschöne Salzkristalle ausbildete, wenn es verdunstete.
Anfangs waren die Bewohner des Salzdorfes noch der festen Überzeugung, dass diese Kristalle auf magische Art und Weise entstanden und etwas ganz besonderes waren. Das waren sie auch, aber natürlich nicht so, wie die Menschen von Salzdorf es dachten.
Sie nahmen die Kristalle, wie sie kamen, und wogen sie beinahe mit Gold auf.
Aber es gab nie genug und schon bald entbrannte viel Streit in dem kleinen Dorf darüber, wem die Kristalle gehörten, die so wunderschön waren und so herrlich schmeckten. Der Dorfvorstand, der natürlich die Hand am weitesten aufhielt, war der festen Überzeugung, sämtliche Einkünfte der magischen Kristalle standen ihm zu. Diejenigen, die sich tagelang am Strand herumtrieben, um die Kristalle zu suchen und zu finden, wollten natürlich auch das Gold dafür sehen.
Dann geschah das unglaubliche.
Ein Kind hatte Wasser holen sollen, wie es die Arbeit der Kinder war, und hatte Salzwasser für das Schrubben der Dielen geholt. Aber wie es manchmal so ist, vergaß das Kind den Eimer in den Dünen, als andere Kinder fangen spielten. Erst einige Tage später, mit knurrendem Magen, fand das Kind den Eimer wieder. Und oben auf dem Wasser, der in der prallen Sonne gestanden hatte, hatte sich eine Schicht der wertvollen Kristalle gebildet. Aufgeregt und sehr vorsichtig trug das Kind den Eimer zu den Eltern und zeigte seinen Fund.
Tatsächlich, die Kristalle waren perfekt und so viele auf einmal!
Was wäre, wenn man große Mengen Wasser so in die Sonne brachte? Die Überlegung ließ das arme Ehepaar nicht los, und tags drauf ging der Mann an den Strand und begann, lange flache Becken auszuheben. Aber das Wasser versickerte immer wieder und er schien wie einer dieser Wahnsinnigen zu sein, die immer wieder das Gleiche machten und ein anderes Ergebnis erwarteten.
Doch eines Tages gelang es ihm, Salzwasser in dem flachen Becken zu stauen und die Sonne spielte auch mit. Nach einigen Tagen hatte er Salzkristalle.
Das ganze Dorf lief zusammen und begutachtete sein Ergebnis. Man wählte ihn zum Dorfvorstand und widmete sich nur noch dem Salzanbau.
In der Nähe des Dorfes wurde eine riesige Grube ausgehoben, das Meerwasser wurde hineingepumpt und von da aus in große, flache Becken geleitet.
Die Menschen wurden reich und gleichzeitig arm, denn immer mehr Pflanzen starben und irgendwann wuchs gar nichts mehr in der Nähe der Salzbecken. Nach einer Weile zogen die Menschen fort, nur die Salzarbeiter blieben und ernten noch heute das Salz in der wundersamen Kristall Form, die es so nirgendwo anders auf Trum gibt.
Kontrolliert und beschützt wird dieses außergewöhnliche Salz mittlerweile auch von der Famile von Akede.

Akedes Feuer

Akedes Feuer

Der Leuchtturm Akedes Feuer wurde unter Branddal Galion errichtet. In der vierten Generation von Olvirvik Galion abstammend, war er der erste, der sich nur dem Handel widmen wollte und keinerlei Interesse an Raubzügen über das Schwarzwasser zu den Nordleuten hatte. Diese waren zwar schon sehr selten geworden, fanden aber immer mal wieder statt.
Branddal wusste, wie alle anderen, die in diesem Bereich von Trum lebten, um die Gefährlichkeit der Küsten rund um den Schwarzwasser Sund. Wer sich auskannte, der konnte durchaus zwischen den Felsen und dem Flachwasser hindurchmanövrieren, aber wenn nicht, führte das oft zu einer Katastrophe. Und Branddal Galion wollte den Ort Akede von einem Dorf zu mehr machen. Er sah sich schon als Herrscher über ein Handelsimperium.

Um dies zu erreichen, ließ er an der Spitze der von Galion annektierten und mehr oder weniger regierten Ländereien einen Leuchtturm errichten und nannte ihn hochtrabend „Akedes Feuer“.
Der Leuchtturm war fortan bei Androhung der Todesstrafe immer von drei Männern besetzt, von denen immer einer Wach sein musste.

Bei Nacht und natürlich auch bei Nebel brannte das Signalfeuer in der Spitze des Leuchtturms. Branddal bewies nicht nur mit der Errichtung des Leuchtturms Weitsicht, sondern auch mit seiner Regelung für die Besetzung des Turms.

Kein Mann durfte Heiraten, hatte er nicht mindestens ein Jahr im Leuchtturm Dienst getan. Wer wollte, durfte natürlich auch länger wachen. Doch es gab keinen Urlaub, Weiber und Kinder waren nicht gestattet und sollte ein Schiff auf die Klippen auflaufen, weil das Feuer nicht brannte, dann bedeutete es nicht nur die Todesstrafe für den verantwortlichen Leuchtturm Wächter, sondern auch Auspeitschung und Verbannung für dessen Familie.
Ein einziges Mal musste diese Strafe verhängt werden.

Im Laufe der Zeit wurde die Strafe, ohne es den Leuchtturm Wächtern mitzuteilen, jedoch gemildert. Es blieb ein Geheimnis der Familie Galion, die der Meinung war, das die Drohung sehr gut funktionierte.