Die Wegfinder-Schmugglergilde

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist smg.jpgDie Wegfindergilde ist ein Schmugglerring, der sein Geschäft in ganz Trum betreibt. Hervorgegangen ist sie aus den Kleinen Kriegen, als Vagabunden, Deserteuren und Marodeure, welche es lohnender und weniger risikoreich fanden, zwischen den Gegnerischen Truppen zu jonglieren, denn sich an die Fronten zu schicken. Während der Kriege selbst, wurden sie von allen Seiten engagiert und nach den Kriegen verfügte die Obrigkeit nicht mehr über genügend Ressourcen, gegen das Ärgernis vorzugehen. Und so konnten die Schmuggler über einen langen Zeitraum im Lande eine eigene Gilde mit eigenen Grundsätzen etablieren.

Diesen Grundsätzen zufolge, stellt sich die Gilde gut mit der einfachen Bevölkerung, beteiligt sie gelegentlich am Ertrag und zahlt anständig für hilfreiche Hinweise oder Warnungen. Dieses Geschäftsmodell erweist sich als ausgesprochen erfolgreich, so dass die Schmuggler häufig auf die Unterstützung des einfachen Volkes zählen können, etwas über geheime Wagenlieferungen oder Suchtrupps der Landesherren erfährt und mitunter in einem Gehöft ein Versteck finden.

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Man stellt sich gut mit dem Volk im Walde.

Doch wehe dem, der da Verrat übt. Ein solcher lernt die Kehrseite der vagabundierenden Freundlichkeit kennen. Wohlbekannt und Mahnmal von Schrecknis ist die betrübliche Geschichte des Bauern Hump, der wegen eines harten Winters den Milizen seines Barons einen Hinweis verkaufte. Es nahm sich eine Zeitlang gut mit ihm, doch eines Tages kehrten Gildenvagabunden bei ihm ein, brannten das Haus hernieder und brachten ihn, sein Weib, seine Kinder und alles Gesinde am Hofe auf erschleckliche Weise zu Tode. Noch heute reicht man sich am Lagerfeuer die Einzelheiten weiter, will man die Kinderlein entsetzen.

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Das erschreckliche Ende der Familie Hump wird forterzählt so heute noch mit Zähneklappern und Schaudern.

In der Regel ist die Gilde jedoch nicht für Gewalttaten bekannt, wenngleich sie neben Schmuggel gelegentlich es auch mit Wilderei, Diebstahl und Wegelagerei versucht. Doch respektiert sie hierbei die Reviere ansässiger Räuberbanden. Sie tut gut daran, denn solche sind ihre guten Kunden für gestohlene Waren. Auch zu den Piraten und zu den Nordleuten aus Westflachgrund, hält der Schmugglerring enge Beziehungen. Ebenso zu Kaufleuten, welche Zölle umgehen oder an preiswertes Diebesgut kommen möchten.

Immer gern gesehen: Piraten mit reichlich Beute.

So ein niemand weiß so recht, wer die Gilde eigentlich leitet. Man sagt, es sei ein Mann, genannt „Der Falke“, doch im Kern scheint die Gilde dezentral in kleinen Grüppchen zu arbeiten. Dies hat für die Häscher die ärgerliche Pein, dass sie auch mit übler Folter nicht an mögliche Hauptleute gelangen so kennt doch der eine Schmuggler meist immer nur seine Kumpane und mancher Landesherr überlegt sich zweimal, ob er so viel Willen, Männer und Geld aufbringen will, in seinem Landstrich für Ruhe zu sorgen. Zumal dann eher die Räuberbanden sein eigentliches Anliegen sind.

Schmuggeln ist ein Handwerk, das man lernen kann. Es ist abwechslungsreich und aufregend und man trifft viele neue Leute. Sogar in der Kanalisation

Religion – De Limon

Denn hatte der Heilige De Limon nicht einst gefragt, wieso eine solch edle Sonnenfrucht ausgerechnet im Garten wilder ungläubiger Völker wuchs? Und hatte er nicht selbst die Antwort darauf gefunden, dass die Frucht die Bestimmung haben müsse, eine Auslese unter den tapfersten Sonnengläubigen zu tun, nämlich jenen, denen Herz und Verstand genug, sie in der Ferne zu finden und zu gewinnen? Und mussten jene Völker, in deren Garten die Frucht wuchs, nicht von den Niederhöllen gezüchtet worden sein, auf dass sie das Gewächs den wahren Sonnengläubigen vorenthielten und sich feindlich zeigten all jenen, welche die Frucht an sich zu nehmen gedachten? Und wäre es nicht eine Tat des Lichtes, diese Völker zu unterwerfen und ihnen auf den Zitrusplantagen nicht die Chance auf Sühne zu geben?

Champanisches Weihwasser der Sonnenkirche enthält immer einen Spritzer Zitronensaft. So vertreibt man Dämonen mit gesunden Vitaminen.

Die Tore sind wieder offen (Closed August 2019)

Alfried Waag (Björn S)
Bruder Lammfromm (Rene L)
Bruder Mathias (Holger Z)

Beschreibender Text (Alle)
NSCs sprechen (Alle)

 

Es war früh am morgen in Champa. Die Sonne schickte sich noch nicht an aufzugehen, als sich die beiden großen Türflügel der Burg Champas öffneten. Zwei Soldaten der Sense liefen hinaus auf den großen Platz. Einer der beiden strauchelte und fiel während der andere den Brunnen erreichte, seinen Helm abnahm und mit ihm Wasser in seinenweit geöffneten Mund und über sein Gesicht goß.
Die bereitstehenden Wachen kamen auf den Soldaten zu und schauten wie der Mann gierig trank. Als dieser absetzte und die Wachen bemerkte drangen die ersten Worte aus seinem Mund.

„Er hat die letzten Briefe gelesen und Neuigkeiten erfahren.
Jetzt will er sofort den Bruder Lammfromm aus dem Sonnenorden sehen. Lauft schnell und holt Ihn.“

Es war wohl die einzige Botschaft die der Soldat hatte. Er sank am Brunnenrand zusammen. Die Wachen machten auf dem Stiefel kehrt,teilten sich auf und gingen zur Sonnenkirche und zum Kloster des Sonnenordens um nach diesem Bruder Lammfromm zu suchen.

Am Klostertor empfing sie ein Laienbruder, der sogleich nach Lammfromm schickte. Stattdessen kam jedoch ein Novize herangeeilt mit der Auskunft, Lammfromm sei abwesend.
„Aber ich habe ihn doch noch vorhin …“
„Aber … “ „Nein.“  „Vor wenigen Augenblicken …“
Der Novize schloss die Augen und schüttelte den Kopf.
„Da ist er doch!“
Der wachhabende Laienbruder zeigt zum Fuße einer der Klostertürme, zu dem sich der Gesuchte gerade an mehreren verknoteten Laken herabseilte.
„Ähm …“, erklärte Lammfromm beim Näherkommen.
Schweigen.
„Die Treppe ist kaputt.“
„Aber ich bin doch vor einigen Augenblicken noch darauf …“
„Nein!“, insistierten Lammfromm und sein Vertrauter zugleich und schüttelten mit geschlossenen Augen die Köpfe. Kurz nachdem die Sensen ihr Anliegen vorgetragen, folgen ihnen Bruder Lammfromm und ein Novize auf zwei gesattelten Eseln.

Sie ritten schweigend durch die belebten Straßen. Das Gerücht hatte scheinbar die Runde schon gemacht das die Tore der Burg geöffnet waren. Tatsächlich hatte sich eine Menschenmenge auf dem Platz vor der Burg versammelt.
Sie machten Platz für die Karren die Kisten und Fässer in die Burg brachten. Wahrscheinlich wurden Lebensmittel gebracht. Die Soldaten der Sense und die beiden Brüder des Sonnenordens reihten sich hinter den Wagen ein. Im Tor waren mindestens 20 Soldaten damit beschäftigt zu kontrollieren was reinkam und wer rausging. Dahinter war zu sehen, das eine Schildreihe der Sense von Champa aufgestellt war. Es herrschte Ruhe.
Als sie an der Reihe waren sprach einer der Soldaten mit den Wachen und sofort  wurde Platz gemacht. In schnellerem Tempo ging es durch die Höfe der Burg. Im Zweiten Hof war ein großes Feuer entzündet. Menschen in verschiedener Kleidung hatten Tücher vor den Mund gebunden und warfen scheinbar Tote von einem Stapel in der Nähe in die Glut.
Sie hielten vor den Burgturm an und saßen ab.
Die Tür stand offen und Sie stiegen zusammen die Treppe zum großen Saal hoch. Auch die Eingangstür war weit offen als Sie hineintraten. Hier waren Sie versammelt. Der Baron Alfried Waag zu Champa saß am Kamin, der Rat mit seinen sieben Mitgliedern war vollzählig anwesend auf Stühlen im Halbkreis um den Baron, drei der fünf Priore des Sonnenordens standen nahe einem Fenster, zwei Diener hielten sich im Hintergrund und mindestens zehn Soldaten der Sense waren an den runden Wänden verteilt.
Die Soldaten links und rechts der beiden Ordensbrüder verbeugten sich kurz, drehen auf dem Fuß um und verschwanden durch die Tür die sich hinter Ihnen schloss. Als der Nachhall der Tür verklungen war, sagte der Baron im Flüsterton:
Willkommen Bruder Lammfromm. Wollt Ihr beginnen?

Mit gesenktem Haub berühren die beiden Geladenen mit je einem Knie den Boden.
Unter dem Licht der Welt und in Gehorsam, erbitten wir Euren Gruß, Herr von Champa, Träger der Fackel des Himmels von Trum. Wir grüßen ebenso die hohen Herren des Rates und unsere Brüder Priore. Das Herz eines jeden tut sich auf und lässt die Sonnenstrahlen herein, nun, da Ihr Euch, Herr Baron, nach Eurer Einkehr wieder den Untertanen zugewandt zeigt. Und es ist mir eine Ehre ohne gleichen, vor Euch treten zu dürfen.

Lammfromm hebt ein Auge.
Darf ich untertänig fragen, wo ich zeitlich den Beginn ansetzen soll, mein Herr?

Der Baron ließ sich langsam in einen gepolsterten Sessel sinken.
Ich denke, wir beginnen mit der von euch vergeigten Bündislegung mit den Escadoniern, bei der Ihr alle Freiheiten hattet und schließlich wegen dem Vorwurf der  Dämonpacktiererei das Bündnis nicht zustande kam.
Am Fenster regten sich die drei anwesenden Priore und schauten mit stengen Blicken in Richtung des Bruders Lammfromm.

Ach das, ja. Also .. ehrm … Lammfromm versicherte sich, dass die Pfütze auf dem Boden Schweiß und keine andere Flüssigkeit war.

Ich weiß nichts von einem solchen Vorwurf. Da es aber Gerüchte über einen Abbruch der Beziehungen Seitens Surabat gab, nehme ich an, diese sind wahr und der Vorwurf bezieht sich darauf. Worauf nur soll er sich beziehen? Kontakt zum Ignisordan hatte ich im Prinzip nur über Alistair …

Eine Weile dachte Lammfromm am Boden kniend nach. Sein Finger wusch Staub vom Boden. Ah, ich erinnere mich an einen Vorfall. Es war im fernen Kaiserreich Cruor, wo Bruder Alistair und ich über einen Sonnenschrein als Pilgerstätte für unsere Gläubigen verhandeln wollten. Da sprang eine widernatürliche Kreatur aus dem Busch und hielt mich fest. Sie nannte ein Kopfgeldbrief aus Siebenhöfen ihr eigen, auf dem mein Kopf für zehn Goldstücke gesucht wurde. Alistair bekam davon nur die Hälfte mit und glaubte, ich läge mit einer Dämonin in verliebten Armen. Das war natürlich Unfug. Bedenkt, dass Alistair weiterhin mit mir auf Pilgerschaft ging. Mit mir, einem Dämonenpaktierer? Nein, dieser vorgeschobene Grund ist ein Versucht, den Ignisorden irgendwie aus den Verhandlungen herauszuziehen. Wenn ich darüber mehr berichten dürfte?

Streng leitete einer der Priore den Blick des Vorgeladenen zu den Brüdern und zum Baron und wieder zurück. Ein leichtes Nicken deutete ein Ja an.

Zunächst möchte ich, also ich möchte, also bei allem Respekt vor Alistair möchte ich, um genau zu sein, diesen erst einmal vollständig diskreditieren. Dieser, also der Bruder, kann nicht länger als ein Mitglied der lichten Glaubensgemeinschaft anerkannt werden. Sicher hat euer hochlöbliches Ohr die Kunde vom Schlüssel der Sonne erreicht. Ich war mit dem Bruder auf Pilgerfahrt in Westflora. Dort hat uns der Sonnengott Solaris höchstselbst vier Sonnenschlüssel in die Hände gelegt. Zwei brachte ich heim. Es gibt wohl in ganz Mittellande kein Reich mit einem gleichwertigem Schatz. Diese Schlüssel sind im Besitz Champas. Sie ziehen Sonnenpilger aus den ganzen Mittelllanden an. Alistair hingegen verschacherte die beiden anderen Schlüssel an zwei Landsknechte. Anschließend leistete einem Nordmann mit Namen Halfdan Halgrimson einen Blutschwur. Hohe Herren, der Blutschwur verpflichtet Alistair zu bedingungsloser Treue gegenüber seinem neuen Herren. Einem Herren, der gar nicht an Ignis glaubt. Er ist jetzt ein Nordmann und dient Odin. Dass so jemand dennoch sozusagen als Zweitberuf im Rang eines Paladins für den Ignisorden unterwegs sein darf, zeigt die desolaten Zustände, die dort herrschen müssen. Eide und Verträge zählen dort nichts. Soviel zu dem Sinn eines Abkommens.

Allmählich findet Lammfromm ein wenig Selbstvertrauen wieder. Immer noch auf den Knien, strafft sich seine Haltung merklich. Der Ignisorden hatte nie vor, Champa militärisch beizustehen. Die Herren Priore können den Vertragsentwurf zur Einsicht vorlegen. Er enthält eine Ausschlussklausel, was weltliche militärische Hilfe angeht. Da unser hochlöblicher Baron immer auch weltliches Oberhaupt von Champa ist, wären alle Konflikte von Champa nicht beistandswürdig.

„Es ging nicht nur um militärischen Beistand. Auch um einen Bibliothekenaustausch und Handel.“, warf ein Prior seitlich ein.

Ja, Hochwürdiger. Also das ist so … also weil … der eigentliche Grund für das Scheitern liegt im Siebenhöfenvorfall. Es wurde schnell klar, dass die Sache zu heiß ist, selbst für Ignis. Darf ich berichten, wass die Ignis-Delegation als angemessene Maßnahme auf die Schändung unseres Tempels und die Grausamkeiten gegen unsere Sonnengläubigen empfahl?  Die Scham überkommt mich … sie hätten lieber ein Protestformular aufgesetzt, was diesen Vorfall missbilligt. Mehr sollte nicht erfolgen. Berichtet das den Seefahrern, lasst sie nach Surabat segeln, dort Tempel niederbrennen und wartet ab, ob nur ein Protestschreiben als Antwort kommt. Der ganze Ignisorden ist … also wenn man mich fragt, ist der ganze Ignisorden derart undurchsichtig, dass er im Ernstfall eher ein Hemmniss wäre. Wer sich auf jemanden verlässt, der nicht verlässlich ist, ist verlassen. Es ist politisch, hohe Herren. Der Helwartorden in Escadon sympatisiert mit Siebenhöfen. Der Kaiser irgendwie auch. Der Ignisorden möchte da nicht ausscheren. Da hätte der beste Diplomat versagt. Und kleinlaut fügte Lammfromm hinzu: … und hat versagt.

Nachdem der Bruder geendet hatte erhoben sich sofort die Stimmen der Anwesenden zu einem großen Durcheinander.
Es wurde die Reinigung und Läuterung des Bruders nach einem körperlichen Dämonenkontakt gefordert. Ein anderer schimpfte auf den escadonischen Ignisorden, wieder ein anderer auf Siebenhöfen. Die Soldaten schwiegen.
Genau das hab ich alles schon gesehen. Der Baron sprach leise in die Runde und alle verstummten sofort.
Der Baron stand auf und ging vor den Bruder. Ich sah in den Sonnenstein und hörte eure Rede. Ich musste viele male hineinschauen den der Stein zeigt verschiedene Möglichkeiten. Ein Funkeln trat in die Augen des Barons.
Jeder Anwesende hat die Worte Lammfromms gehört. Lass uns weiterhören bevor wir urteilen. Zu Lammfromm gewand.
Steht auf und berichtet, was Ihr über eine Güterlieferung dieser Knochenwalder Verräter wisst, die von eurem Bruder Alistair in diese Burg gebracht werden sollte und schließich ein Lagerhaus niederbrannte.

Der Ordenskrieger erhob sich gesenkten Hauptes, wohl darauf bedacht, seinen Blick niemanden kreuzte. Eine Träne krabbelte seine Wange hinunter oder war es Angstschweiß? Ich bete jeden Tag zur Sonne, möge sie mir doch ausbrennen, dass ich hereinfiel auf die verderbte Brut. Alistair trifft außnahmsweise einmal keine Schuld. Man täuschte uns über Zweck und Inhalt der Waren. Sie seien von Champa angefordert und liefen Gefahr, von Siebenhöfen abgefangen zu werden. Deshalb ersuchte uns ein Händler, den Wagen zu eskortieren. Doch in dem Karren waren wohl gar unentdeckbar Pulverfässer präpariert.

Lammfromm streckte seinen Finger gen Fenster zum Hof. Was ich sagen kann ist, dass es einen Verräter hinter unseren Toren geben muss, der das Pulver nach Ankunft entzündete. Wenn Ihr nach jemanden suchen lasst, der Zugang hatte, überraschend zu Geld gekommen oder abgereist ist, werdet ihr den Schuft finden.

Mein Baron, Champa ist umgeben von Feinden. Lammfromm fällt erneut auf die Knie … mein Herr, lasst mich mein Versagen am Ignisorden tilgen, indem ich euch Ersatz bringe. Man spricht von fremden wilden Nordmännern auf Trum. Ich habe Nachforschungen angestellt und vermag ihren Anführer finden. Gelingt es mir, will ich Champa endlich einen verlässlichen Verbündeten herbeibringen.

Die Augen des Barons weiten sich nach dieser Aussage.
WAAAS? Erst schleppt Ihr Wappen tragende Leute in meine Stadt die etwas von Ehre verstehen sollten und trotzdem Übles im Schilde führen und jetzt schlagt Ihr vor Ich solle mich mit wilden Nordleuten verbünden?
Zu den Prioren gewand schreit er weiter. Dieser Bruder des Ordens schein den Verstand zu verlieren. Sein Stand im Orden sollte  genaustens überprüft werden.

Ein Prior wirft hinzu: „Dem Bruder fehlte nach eigenen Angaben eine Gehirnhälfte. Ebenfalls nach eigenen Angaben soll der Sonnengott Solaris ihm diese wieder zurückgegeben haben, allerdings ohne Informationen darin. Wir glaubten es zunächst nicht, aber je länger wir den Bruder beobachteten, desto eher waren wir geneigt, dies anzunehmen. Wir werden dem noch einmal nachgehen und tiefer in seinen Schädel eintauchen.“

Die Priore in der Nähe des inzwischen geschlossenen Fensters nicken alle drei. Nach einem Moment der Ruhe spricht der Herr Baron wieder leise weiter:
.. und was einen Verräter angeht sollte Euch der Leichenhaufen im Hof anschaulich gezeigt haben wie viele Verräter es hier noch gibt. Der Baron wandte sich ab ging zu einem Diener der Ihm mit zitternden Fingern ein Kelch Wein reichte. Er nahm einen Schluck und wandte sich wieder Bruder Lammfromm zu.
Nun, es gibt, der Sonnen sein Dank, auch einige gute Nachricht was euch betrifft. Die Stammbaumforschung, die Pyramide, der Schrein in Westflachgrund und die Schlüssel der Sonne sind die Sachen bei denen Ihr euch im Namen der Sonne und Champas weit ins Licht begeben habt. Nichtsdestotrotz werdet Ihr für euer Versagen Buße tun.
Ihr werdet für 30 Tage euren Stand eines Lichtservanten niederlegen und als Bußgänger im Stand eines Glutservanten umherreisen.
Ihr werden nach einem außländischen Händler suchen und einen Vertrag zur Lieferung von Lebensmitteln nach Champa aushandeln und abschließen.
Ihr werdet von diesem Sir Allistare und dem Ignisorden Abstand halten und Ihnen keinen Glauben mehr schenken.
… und als weitere Aufgabe gebe ich euch einen Steckbrief, den Ihr verteilen sollt in ganz Trum. Ergreifen sollt Ihr diesen Nordmann der einen meiner Soldaten in Hammerfest erschlagen hat.
Zum Fenster der Priore gewand: Seid Ihr einverstanden?
Die Priore nicken im selben Takt mit dem Kopf.
Zum Tisch der Ratsmitglieder schauend: und Ihr?
Siebenmal erklang ein leises JA vom Tisch des Rates.
Bruder Lammfromm Ihr werdet einen Novizen beigestellt bekommen der über dreißig Tage eure Bußfertigkeiten aufschreiben und diesem Rat übergeben soll.
Und nun frage ich euch. Nehmt Ihr diese Strafe an und lasst uns in 30 Sonnenläufen alles im Lichte der Sonne vergessen was Dunkel zwischen uns gewesen ist?

Auf den Knien beginnt der degradierte Bruder den Saum seines Gebieters zu küssen. Oh Dank euch hochlöbliche Herrlichkeit vom Lichte Gnade. Eure Nachsicht leuchtet wie eine zweite Sonne über Champa. Eure Milde weht über das Land wie ein zarter Windhauch an einem Sommerabend. Niemals werde ich euch wieder enttäuschen. Lammfromm puhlt sich eine Fussel aus dem Mund und wechselt weiter Küsse und Worte ab. Ich werde unter meiner Statue drei Tage und Nächte hindurchmeditieren und mache mich dann auf zur Buße und werde mir die Füße wundlaufen. Und bevor der Winter einbricht, wird Champa Lebensmittelnachschub erfahren und das Volk wird Lieder singen auf seinen Herrscher, der ihm das Maul stopft.

Stillschweigen läßt der Baron die Unarten des Bruders über sich ergehen und sagt zum Abschluß. Nun den hinfort mit euch und möge die Sonne bis zum Winter auf all eure Wege scheinen.

ENDE

Religion – Der Innere Pfad

Sonnengläubige des Inneren Pfades versuchen durch verchiedene spirituelle Praktiken ihr inneres Feuer anzufachen. Die Meisterschaft darin gelingt nur wenigen und die Folgen einer solchen Erweckung sind unvorhersehbar. Einige Meister sollen sehr merkwürdige Fähigkeiten entwickelt haben. So sagt man, einer sei Zeit seines Lebens halbdurchsichtig geworden, ein anderer habe Flammen geatmet, auch von starken Heilkräften ist die Rede. Umstritten ist die Geschichte, dernach sich ein Meister in einen Feuerlöscheimer verwandelte. In der Regel geht die Erweckung aber weniger dramatisch mit einem Anwachsen innerer mentaler Fähigkeiten und Stärke einher, die sich ihrerseits jedoch förderlich auf die Kampffähigkeiten des Glaubenskriegers auswirken.

Der Innere Pfad wurde erst spät entwickelt und geht auf einen Bericht des inzwischen verflüchtigten Priesters der Sonnenkriche, Meister Joquaga Seporutti, zurück, der hier nun nacherzählt werden soll:

Ich will euch erzählen, meine sonnigen Brüder und Schwestern, von einem fernen Land, in dem ich war und entdeckte einen Weg, den zu gehen ich nun beschlossen. Trefft Ihr in Trum und auf Reisen auf Arten des Sonnenglaubens, so begegnet Ihr beinahe ohne Ausnahme dem, was ich den „äußeren Pfad“ nennen will. Wir Menschen sind Teil eines großen Kreislaufes, bestimmt von den Göttern und der Sonne als höchste Instanz. Sie zieht ihre Kreise und hat in verschiedenen Ländern verschiedene Sonnengötter zu ihrer Unterstützung. Vielleicht habt Ihr schon gehört von Solaris, Praios, Sol, von Horu oder von Coron und Merlun. Ihnen wird geopfert und gehuldigt, denn viel ist vom Lauf der Sonne abhängig. Die Ernten, die Reisen, die Seefahrt. So gibt es für jedes einen Heiligen und das ist gut so.

Do in jenem fernen Land traf ich die Bruderschaft des Lichts, deren Weg ich den „inneren Pfad“ nennen will. Rufen spirituelle Wanderer dieses Pfades das Licht an, tun sie das nicht über Götter und Heilige, sondern sie kehren in sich und wandeln dort das Licht in Stärke und innere Führung. So üben sie mehr eine Technik, denn eine Frömmigkeit. Ich habe durch Jahre der Innenschau, Askese und des Übens selbst erfahren, welche innere Macht der Mensch freisetzen kann.

In diesem fernen Land, in diesem uns so fremden Glaubensweg wird gelehrt, dass ein jeder über seine Gefühle seine Verbindung zum Kosmos zu erkennen vermag, wo der äußere Pfad diese Einsicht vermittelt über Götter und Heilige zu bringen vermag, wenn es den himmlischen Wesen denn gefällt, Visionen der Erkenntnis zu schicken. Der innere Pfad sagt: Wenn du fühlst, weißt du, das es da ist. So ist das Gefühl das Werkzeug, die Welt lebenswerter zu machen.

Die Anhänger des Lichts in diesem fernen Land beginnen die Änderung in sich selbst und tragen sie nach außen, wohl wissend, dass das Außen auf ihre Mitmenschen wirkt. Das Außen wird auf das Innen und das Innen auf das Außen. Es ist kein Getrenntes, doch aber muss man an einem beginnen. Der äußere Pfad beginnt bei den Göttern. Kann ein Gebet sie umstimmen, wirken sie im Äußeren auf das Innere der Menschen. Der Innere Pfad wirkt im Inneren der Gläubigen auf das Äußere und ist damit selbst das Äußere der Mitmenschen. Von da wirkt der Anstoß auch wieder zurück zum Inneren der Gläubigen.

Wie nun steht der innere Pfad zu Göttern? Ihre Existenz erkennt er an, wie sollte er auch anders, die Bewqeise sind Allerorts. Jedoch glaubt er, durch den Glauben selbst würden die Götter erst erschaffen. Der Glaube forme aus den Menschen heraus das Licht zu einer manifesten Form und verleihe ihm göttliche Macht, welche dann über eine solche Evokation die Schirmherrschaft über die Gläubigen übernimmt. Die Götter sind daher keine Gespinste, sondern seit tausenden von Jahrhunderten in die Welt geborene Wesen, welche den Menschen helfen, das Licht in die Welt zu tragen und zu schützen. Sie sind da, sie sind mächtig und man sollte es sich mit ihnen nicht verscherzen. In einigen Ländern sind sie leider eitel und dulden keinen inneren Pfad. Doch sind sie wahrhaftig gut, sehen sie, das sowohl der innere wie auch der äußere Pfad zum Lichte führt.

Der innere Pfad kennt vornehmlich drei Tugenden:

  1. Respekt: Nicht nur ist man über die Fäden des Lichtes mit dem Grund der Welt verbunden, sondern ebenso mit den anderen Lebewesen. Versuche ihnen gegenüber respektvoll zu sein und ihr Glück zu heben. Dann strahlt das Licht heller in der Welt. Respekt erzeugt Gemeinschaft und viele sind stärker als der Einzelne. Dies ist die erste Tugend, die man erwerbe.
  2. Geduld: Was den Gläubigen vom Ungläubigen trennt, sind Geduld und Hartneckigkeit. Die Welt kann dich an einem Tag verändern, aber du kannst die Welt nicht an einem Tag verändern. Dein Ansinnen wird Jahre oder länger brauchen und dazu brauchst du Gedult und Hartneckigkeit. Dies ist die zweite Tugend, die man erlerne.
  3. Mitgefühl: Wenn du Hilfst, jemanden anderes Glück zu vermehren, stärkt sich dein Lichtband zur Welt und auch dich selbst, so dass du noch mehr erreichen kannst. Je mehr du hilfst, desto mehr kannst du helfen und desto stärker wirst du auch. Das ist der Ausweg aus der Abwärtsspirale des Eigennutzes. Die Tugend des Mitgefühls ist so stark wie gefährlich. Denn wer stark in dieser Tugend, hilft mitunter, wo Hilfe nicht nur unnötig, sondern auch unerwünscht. Dann richtet er Schaden an. Zu unterscheiden, wann Hilfe gebraucht wird und wer sich selbst helfen kann, ist die schwierigste und letzte Tugend, die man erlerne.

Der innere Pfad ist aber mehr als religiöser Glaube auch eine Übungspraxis. Man kann frommer werden, gottgefälliger, aber solches ist kein Üben, sondern ein Entschluss. Auf dem inneren Pfad üben wir die Beherrschung des Lichts wie ein Handwerk. Ich habe gesehen, wie Meister des Lichts Untote berührten und diese vom Feuer des Guten verzehrt wurden und wie das Licht zur Heilung verhalf. Die grundlegenden Eigenschaften sind hierbei Konzentration,  Willenskraft und der Glaube an sich selbst. Daher sollte der innere Pfad nicht von jedem beschritten werden, denn er kann den schwachen Geist verführen, die Kräfte zum Bösen einzusetzen, wo ein Gott seine Hilfe sonst untersagen würde. Die Kräfte zum Bösen zu verwenden, ist aber ein Spiel auf Zeit, denn dies wirkt selbstzerstörend.

Ich selbst gehe diesen Pfad nun seit vielen Jahrzehnten und es ist meiner. Aber ich habe gesehen, dass er nicht für jeden der richtige ist. In jenem fernen Land gab es keinen äußeren Pfad und so mancher blieb unter seinen spirituellen Möglichkeiten. Deshalb ist es gut, beide Wege beschreiten zu dürfen und beide Wege sollen sich respektieren und achten. Es soll kein Unterschied gemacht werden im Wert des Glaubens zwischen dem äußeren und dem inneren Pfad. Und ich werde niemandem meinen auferlegen, der den Ruf eines lichten Gottes im Herzen trägt.

Alles, was der Sonnennatur eigen ist, das ist auch ganz dem Menschen eigen, der in ihrem Licht wandelt. Darum wirkt so ein Mensch auch alles, was die Kraft des Lichtes wirkt. Er hat zusammen mit dem Licht und der Sonne Anteil an ihrem Lauf und den Geschehnissen in seinem Inneren und auf Erden. Er ist Zeuge des ewigen Sinken und wieder Auferstehen und die Sonne wüsste ohne einen solchen Menschen nichts zu tun.

– Arnboldt von Otternburg, Heiliger und Ketzer

Das Schluckmoor

Welcher Dämon treibt und drängt dich, dass du nach dem Schluckmoor fragst? Weißt du nicht, dass dort das Ende der Welt liegt? Und ja, ich dürfte der einzige sein, der je von dort zurückkehrte. Bestell mir beim Wirt einen Humpen, dann erzähle ich dir.

Dereinst, in den kleinen Kriegen, da zog ich mit meinem Söldnerhaufen durch diesen Landstrich und was ich da erlebt zu erzählen, würde dein Herz sogleich gefrieren lassen. Es soll genügen, dass von einem dreckigen Dutzend kampfgestählter Männer nur einer diesem Loch entkam und dieser sitzt vor dir. Jede Nacht hallen mir die Schreie und das Jammern meiner um Leben und Verstand gebrachter Waffenbrüder nach, dass ich gebrochen bin an Leib und Seele.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Es heißt, einst, als der Sonnenglaube in der Baronie Champa und den umliegenden Lehen mächtig wurde, zogen sich die Schatten zurück und alles Dunkel fand sich an einem Ort zusammen, den, den du gerade suchst.

Wenn du aber zum Moor willst, dann begib dich südlich der Waldküste bis wohin der Fluss am Gebirge vorbeizieht zu dem trostlosesten Landstrich, den du erblicken kannst. Man kann ihn eigentlich von weitem riechen.

Du findest dort am Steg das RasthausSensenfreud“. Weiß der Bozephalus wie der Wirt sich von den nicht vorhandenen Einnahmen ernähren kann. Wobei ich nie den Eindruck hatte, dass er sich ernähren hätte müssen oder überhaupt am Leben war. Irgendwas zwischen Leben und Tod, glaube ich war er. Seine Gäste jedenfalls waren es auf jeden Fall.

Noch weiter südlich gelangst du mit etwas Glück zum Dorf Morastenau. Ein paar Holzhütten und eine Gemeinde aus Brüdern und Schwestern. Nein, nein, keine Kirchengemeinde. Es sind tatsächlich alles Brüdern und Schwestern und das schon seit vielen Generationen. Lass dich dort nicht zum Essen einladen …

Östlich vom Dorf findest du eine Schamanin, Frollein Wuduwunderlich. Sie ist ganz nett und sagt dir gegen Münze gerne die Zukunft voraus. Wobei, das kannst du dir sparen, im Moor hast du keine Zukunft.

Wir sprechen vom Tag, verstehst du? Nicht von der Nacht. In der Nacht, bist du dort tot. Da führt kein Weg drum herum. Du denkst, es ist ein Moor, mit Irrlichtern, Geistern, Wiedergängern? Richtig, aber da ist noch mehr. Woher glaubst du, hat das Schluckmoor seinen Namen? Es verschluckt jeden. Es verschluckt buchstäblich. Denn in der Nacht treiben die Schmampfegel aus der Tiefe hinauf. Mannsgroße Biester. Sie liegen da, mit weit geöffnetem Maul. Du siehst nichts durch den Nebel und dann trittst du hinein und sie ziehen dich hinab direkt in die Niederhöllen. Was glaubst du, wo ich das hier herhabe? Mit einem guten Schreiner ging das Laufen bald wieder. Die anderen hatten weniger Glück.

Und es gibt Sie. Ein Weib wie aus Rinde. Wir dachten, da stünde ein morscher Baum im Nebel. Bis sich die dürren langen Äste bewegten und den Merte schnappten. Der gute Merte, weggeschnappt  von der Rindenhexe.

Glaub‘ es oder nicht, das Moor verschlingt manchmal nur die Leiber, während die Seelen dort ruhelos umherwandern. Ihre Stimmen sind nächtens unablässig am Klagen. Sie treiben dich in den Wahnsinn. Das allerschlimmste für mich war jedoch, dass ich eines Nachts meinen Söldnerhaufen aus dem Moor aufsteigen sah. Ein jeder zerfressen von Maden und Gewürm. Aber ich kannte sie und wusste, sie sahen sich im Krieg und wehe ihnen würde jemand über den Weg laufen.

Achja, dann gibt es da noch diesen Hexenturm, in dem so ein verdrehter Zauberer wohnt. Ich weiß nicht viel über ihn, nur dass er gelegentlich an der Postkutschen-Station beim Wirtshaus „Sensenfreud“ auftaucht, um dort Besorgungen einzuholen oder aufzugeben von der Postkutsche, die aller paar Monate mal vorbeikommt. Wenn ich‘s mir Recht überlege, frage ich mich, wie der Postkutscher überhaupt jedesmal zu dieser Station fand. Wie? Nein, ich meine, er hatte keinen Kopf … los, schenk nach!

Naja, jedenfalls sagen die Einwohner von Morastenau, dieser Zauberer würde Pläne für die Weltherrschaft schmieden und ihr Dorf zur Hauptstadt seines Reiches machen. Dafür liehen sie ihm wohl gelegentlich überzählige Dorfbewohner für Experimente aus. Die armen Menschlein, die darauf dann in sehr veränderter Gestalt und wirren Geistes im Moor herumirrten. Frollein Wuduwunderlich beschwerte sich auch, dass sie dauernd ihre Sanduhren umstellen müsse, wegen irgendwelcher Zeitmagieversuche. Ich war sogar mal bei dem Turm. Er hat dort im unteren Teil ein An- und Verkaufslädchen für magischen Krimskrams. Auch so eine Sache, die ich nicht verstehe. Recht gemütlich aber. Er ließ mir sogar grünen Tee servieren. Oder war es irgend sowas Grünes, dass mir den Tee servierte? Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls versicherte er mir, er könne durch die Zeit reisen. Allerdings damals nur in Richtung Zukunft und das auch nur in Schrittgeschwindigkeit. Er schien aber optimistisch.

Doch nun, mein Freund, nun muss ich los. Wenn du wirklich zum Schluckmoor willst, werden wir uns nicht wiedersehen. Dann wünsche ich dir wenig Leiden und ein schnelles Ende. Leb wohl und Danke für den Schnaps!