Das Dorf Morastenau

Das Dorf Morastenau liegt nördlich am Rande des finsteren Schluckmoores.

Zwischen ein paar Holzhütten lebt eine Gemeinde aus Brüdern und Schwestern. Keine Kirchengemeinde. Es sind tatsächlich alles Brüdern und Schwestern und das schon seit vielen Generationen. Lass dich dort nicht zum Essen einladen …

In der Nähe des Dorfes liegt die Taverne „Sensefreud“. Sie ist eigentlich nicht zu empfehlen, jedoch bietet jedoch zur Alternative sonstiger Aufenthalte in der Nacht im Moor eine etwas höhere Überlebenswahrscheinlichkeit. Hier befindet sich auch eine Poststation, die unregelmäßig aller paar Monate beliefert wird. Wieso genau, das weiß keiner. Auch nicht der uralte taubstumme und blinde Postbeamte.

Unweit des Dorfes liegt das Domizil der Schamanin Wuduwunderlich, von der sich Reisende die Zukunft vorhersagen lassen könnten, wenn sie eine hätten …

Henna und Pata (8.7.19 Beendet)

Henna 
Pata

Henna wacht nach einer sehr chaotischen Nacht mit starken Kopfschmerzen und einem riesigen Kater in Westflora auf und macht sich relativ schnell Sorgen um Elder, die letzte Nacht entführt wurde, ob es ihr wohl gut geht, ist sie verletzt? Die Fuchsbrigade war gestern ja auch vor Ort und nach diesem merkwürdigen Gesöff waren wir alle einwenig benommen, bis irgendjemand mir die Lichter ausgeschlagen hat.
Als wir wieder zu uns kamen, lagen wir alle bis auf Elder oberhalb der Taverne ´´Zum verfluchten Krug„. Halvdan, der mit Elder und Dachs in den Wald aufgebrochen war, lag mit blutiger Stirn in unserer Mitte. Dachs versorgte seine Wunde und ich brachte ihn zurück in sein fast verlassenes Lager.

Die Helwarter hatten auch versucht, noch in der finsteren Nacht auf meine nicht gerade freundliche Bitte Elder zu finden, waren aber auch erfolglos. Da sah ich auf dem Weg zum Frühstück unter einem Baum nahe der Taverne ein bekanntes Gesicht. Es war die Frau, die sich, leicht verstört, in der Nacht zuvor zu mir an den Tisch setzte und etwas von einem Bauern und seinem Karren murmelte.

Ich schwankte  zu der schlafenden Person, stupse sie vorsichtig, so wie die Kopfschmerzen es zulassen und frage sie…
„Wir kennen uns doch irgendwo her?„ und lehne mich an den Baum an.

Wilde Träume suchten mich heim, über was und wovon ich träumte weiß ich gar nicht, doch es hatte wie so oft etwas mit dem Meer zu tun. Als ich plötzlich eine Bewegung spürte, fuhr ich hoch und sah den großen gelben Mann über mir stehen. Erschrocken wich ich zurück, aus meiner Sicht war er wirklich riesig. Da bemerkte ich dass er sich am Baum festhielt und fragte „Geht es dir gut?“

„Nicht wirklich, mir brummt der Kopf und die Glieder schmerzen.„ antwortet Henna und muss leicht aufstoßen.
„Aber wir kennen uns doch irgendwo her?  Solch ein Gesicht zu so einem Zeitpunkt bleibt mir im Kopf.´´

Langsam rückwärts krabbelnd brachte ich etwas Distanz zwischen mich und den Mann, ich wusste nicht viel über diese Lande, doch ich hatte schon gesehen, was so manchem passiert wenn die zuviel von dem Nebeltrunk genommen hatten und ich wollte auf keinen Fall, das was auf mich fiel. In gebührender Distanz richtet ich mich auf, stehend fühlte ich mich besser “ ich habe dich gestern Abend gesehen, du suchst ein Elder?“ bei dem letzten war ich nicht sicher.

Verkatert antwortete Henna. ´´Ich suche keinen Elder, sondern die Elder.„ Und sackt auf einem der Strohballen zusammen.

“Ist die wichtig für dich?“ Den Kopf leicht neigend, beobachtete ich den Mann, der irgendwie verzweifelt, traurig und wütend zugleich schien. Meine rechte Hand begann leicht zu jucken und schnell ballte ich eine Faust in meinen langen Ärmeln.

´´Sie ist eine gute Freundin und meine Reisebegleitung  für ein Treffen hier. Doch seit gestern Abend ist sie weg.´´  Währenddessen kramt er eine kleine Flasche aus der Tasche und leer sie fast komplett.

 Während Pata beobachtet, wie er die kleine Flasche fast leer macht und seinen Worten zuhört fällt ihr wieder etwas ein, was sie gestern Abend gesehen hatte. besser gesagt, gehört hatte.
„Gestern Abend?“ fragte sie unsicher „da habe ich auf dem Weg hier herauf etwas seltsames gehört…“

Plötzlich schlägt sich ein ernsterer Ton in Hennas Stimme nieder .
„Ja, gestern Abend. Du kamst zu mir an den Tisch und murmeltest etwas von zwei  Personen mit einem sprechenden Sack.“

Leicht nickend erwiderte Pata „ja ich habe euch erzählt, was ich gehört und gesehen habe. Willst du es noch einmal hören?“

´´Fangen wir klein an. Namen. Ich bin Henna Strindberg, Schild des Barons von Siebenhöfen und einwenig angetrunken.„  Und reicht ihr die kleine Flasche zum leer trinken.

Uff, viele Namen, dachte Pata sich und versuchte es „Hallo Henna Strindberg, Schild des Barons von Siebenhöfen und ein wenig angetrunken. “ dann beäugte sie die Flasche misstrauisch, streckte aber eine schneeweiße Hand aus, griff sie und roch zunächst an der Flasche. Der beißende Geruch schlug ihr böse auf den leeren Magen. Sie wollte aber nicht unhöflich sein, und versuchte es mit einem Trick, nämlich so zu tun als ob. Sie hob die Flasche zu den Lippen neigte den Kopf und wollte nur so tun als ob, doch die Flüssigkeit brannte sich zwischen ihren Lippen hindurch und sie fing an zu husten. Tränen schossen in die leuchten blauen Augen “ ich…bin…Pata…Pata Nahin“ *hust hust*

Schmunzelnd beobachtet Henna wie die Frau sich den Selbstgebrannten einflösst und zu husten beginnt.
´´Also Pata Pata Nahin, du bist nicht von hier und da ich dich hier nüchtern auf dem Boden finde, gehörst du auch nicht zu irgendeiner Gruppe hier. Und bitte nenn mich einfach nur Henna´´ während er die Flasche nimmt, verschließt und wieder weg steckt.

Immer noch hustend nickte Pata „einmal Pata reicht und nein ich bin nicht von hier…wo ist hier überhaupt?“ während sich ihre Atmung langsam wieder beruhigte, meldete sich diesmal ihr Magen, der fand Schnaps nach über 24 Stunden ohne Nahrung nicht so witzig.

´´Wir sind auf Westflora beim verfluchten Krug und bevor du fragst, es ist nur ein Name der Taverne hier. Lass uns mal zu Brunhilde gehen und erst einmal das Magengefühl ändern. Es müsste bald Frühstück geben.´´
Langsam erhebt sich Henna wieder und versucht sein Gleichgewicht zu finden.

Pata nickte einmal, bei der Erwähnung von Frühstück knurrte ihr Magen laut und vernehmlich, hätte sie gekonnt, wäre sie rot geworden. Fast will sie die Hand nach Henna ausstrecken, um ihm aufzuhelfen, doch lässt es dann lieber sein „das hört sich gut an“ erwiderte sie stattdessen und folgte Henna, als dieser sich endlich aufgerappelt hatte.

Als Henna sich aufgerappelt hatte und die beiden sich in die Taverne zum Frühstück begeben hatten, suchte er einen Platz in einer Ecke, um sich anzulehnen.
Einen  kleinen Augenblick später erscheint dann auch die Wirtin und stellt uns das Frühstück und etwas zu trinken hin.

Pata sieht sich das Essen an, ihr Magen knurrt, aber sie weiß, dass man Geld braucht für alles und sagt zögerlich, obwohl sie gerne zugreifen würde „ich habe keinen Hunger…“

„Auf was wartest du, denkst du ich esse das alleine? Ich kann deinen Bauch bis hier hören.“ erwidert er neckisch.
„Du brauchst keine Angst zu haben, es wird dir keiner was wegnehmen.“

Willst du meine Finger haben?“ fragt Pata misstrauisch, eingedenk der Tatsache, dass schon mal jemand ihre Fingen nehmen wollte, wenn sie kein Geld zum bezahlen hat.

„Was soll ich mit deinen Fingern? Das Essen ist schon bezahlt, da ich bald abreise, zahlt ein Siebenhöfener stets seine Rechnung immer rechtzeitig. Also lass es dir schmecken…“
Langsam wird Henna wieder nüchtern und wach, nur die leichten Kopfschmerzen bleiben noch.

„Danke“ setzt sich hin und fängt an zu essen, weil sie wirklich Hunger hat. „Willst du jetzt noch wissen, was ich gehört habe gestern Abend“ während sie sich noch mehr auf den Teller packt, immer dann essen, wenn was gibt oder sie vielleicht ein bisschen Geld hat, führt zu seltsamen Ideen, vielleicht versucht sie sogar, ein Stück Brot in der Tasche verschwinden zu lassen.

„Später, ich möchte erst einmal essen, dieses Thema kommt später.“ Antwortet Henna und schmiert sich ein Butterbrot.

Pata nickt ihrem Gegenüber zu und greift zu den Dingen, die sie kennt, Brot, Käse, Wasser, Und noch mehr Brot und Käse. Kurzerhand lässt sie auch ein Stück Käse unter dem Tisch in ihrer Tasche verschwinden, weite Ärmel sind doch hilfreich. Immer wieder ruhen ihre leuchtend blauen Augen nachdenklich auf Henna, während dieser isst.

Henna bemerkt die kleine Handbewegung, lässt sich aber außer einem kleinen Schmunzeln nichts anmerken und beendet sein Frühstück.

Als Henna endet, beendet auch Pata ihr Frühstück und steckt, wie sie denkt, unbemerkt ein Stück Brot ein „ist der verfluchte Krug nicht sonst unten am Wasser?

„Normalerweise ist der verfluchte Krug  unten im Dorf, doch da hier ein Tourney statt fand, zog die Taverne hier her. Doch jetzt zurück zum Ernst der Lage, erzähl mir noch einmal alles, was du gestern Abend alles erlebt hast.“

Pata nickt und holt tief Luft. „Also ich kam gestern Abend mit einem Schiff aus dem Land der Vögel und dann wollte ich im verfluchten Krug nach Aurelia fragen, aber er war geschlossen und-„

Henna unterbricht Pata mit der Frage
„Land der Vögel? Nein, dass ist nicht ganz, was ich meine. Ich möchte eigentlich etwas über die beiden Personen mit dem sprechenden Sack reden.

„Oh, ja natürlich entschuldige. Ich ging den Weg hinauf nach hierhin und hörte vor dem Wald Stimme, zornige Stimmen, eine Frau und zwei Männer, es war noch weit weg, ich ging näher hin und merkte…“ hier unterbricht sie sich und zieht die linke Hand unter ihren Ärmel. „Es hörte sich nicht gut an, wie ein Streit. Es war spät und dunkel und ich…ich hatte Angst“ das sagt sie beinahe trotzig. „Ich habe mich versteckt, als die eine Stimme plötzlich still wurde. Dann hörte ich wie der Mann und die Frau weiter sprachen, nicht laut aber irgendwie …wütend? Und habe mich hinter einem großen Busch versteckt. Irgendwann waren die Stimmen weg und ich bin weiter gegangen. Dann habe ich einen Mann gefunden, der auf Eiern lag. Er wachte gerade auf und wollte mich angreifen, aber ich bin schnell zurückgesprungen. Er hat gesagt, ein Mann und eine Frau haben seinen Karren gestohlen, sie hatten einen Sack, einen großen Sack und der hat gestöhnt, und den haben sie wohl auf den Karren gepackt und sind dann damit in die Stadt hinunter“ Einen schluck Wasser trinkend wartet sie, ob Henna noch fragen hat und ihr zögern bemerkt hat.

„Was bemerktest du, als du näher kamst?“ fragt Henna neugierig. „Und keine Angst, ich möchte deine Finger nicht haben.

Pata kämpft mit sich selbst, sie ist nicht gut im Lügen, obwohl… das sie gar weiß nicht, aber dass ihre Hand kribbelt, nein auf keinen Fall wird sie das erzählen. Sie weiß nicht, ob sie dann nicht doch ihre Hand verliert. „Ich merkte da war noch etwas…eine Stimme, aber…sie hat nur gestöhnt oder so? Als ob sie Schmerzen hat? Aber vielleicht habe ich das auch nur gedacht und es war der Wind? “ nicht ganz Wahrheit, aber auch nicht gelogen, der Bauer sprach doch von einem stöhnenden Sack.

„Kannst du mir noch genauere Informationen geben? Denn ich fürchte, diese Personen muss ich dringend finden.
Wo sind sie hingelaufen? Was ist dir an ihnen aufgefallen?
Henna wird immer nervöser, den gestern Abend war es leider schon viel zu dunkel und nach dem Kampf mit den Kultisten und dem Angriff hatten wir alle kaum noch Reserven für eine Verfolgung.

Pata überlegt einen Moment und schüttelt den Kopf „der Mann mit den Eiern sagte, das die Straße in den Hafen führt und der Sack wirklich groß war. Der Mann und die Frau…nein, leider nicht, aber ich glaube sie sind sehr schnell gelaufen, weil ihre Stimmen so schnell verschwunden waren.“

„Dann können sie noch nicht weit weg sein.“ Murmelt Henna.
„Pata, du erwähntest etwas wie  Land der Vögel, kannst du mir das auch noch erklären? Wir sind ja hier auf Westfora und Ursprünglich komme ich aus Siebenhöfen, welches auf Trum liegt. Nur das Land der Vögel ist mir unbekannt.“

Sie deutet mit einer fast schneeweißen Hand auf das Wappen an Hennas Brust „da habe ich das Bild schon gesehen, aber in groß, es wehte an einem Mast im Hafen…“ sie verstummt weil sie sich plötzlich dumm vorkommt, die Namen der Orte nicht zu wissen, wo sie schon überall nach Aurelia gesucht hat. Ihre Mission ist aber noch nicht zu Ende und daher fragt sie auch Henna „kennst du Aurelia? Sie hat silbergoldene Haare und arbeitet auf Schiffen…“ sie kann kaum die Hoffnung aus ihrer Stimme heraushalten.

„Welches Bild? Meinst du das Wappen?“  und  guckt auf seine  Brust.

Nickt; „ja, das Bild, woher stammt es?

„Es stammt aus Trum, einem Nachbarinselstaat, einige Tage Schiffsfahrt von hier.“

Trum…so heißt das Land? Ich dachte…uhm…“ sie verstummt, bevor sie dann doch noch einmal fragt „Und kennst du Aurelia?“ Diesmal ist der bittende Ton deutlich zu hören

„Du hast keine Ahnung wovon ich rede oder?“ fragt Henna.
„Leider kenne ich Aurelia nicht, was macht sie den im Hafen?

Nach unten blickend schüttelt sie den Kopf “ nein, ich …ich kenne mich hier nicht aus und und…“ sie bricht ab, wie soll sie erklären, das sie die Sprache spricht, aber so vieles nicht versteht und noch viel weniger über sich selbst weiß?

„ Das macht doch nichts, ich kenne auch nicht alles und jeden.“ Antwortet er und versucht Pata zu beruhigen.

Aber du weißt wenigstens, wo du herkommst“ sie beißt sich auf die Lippe und versucht schnell das Thema zu wechseln, während sie sich umsieht „alle scheinen los zu gehen, gehst du auch? Deine Elder suchen? Die im Sack?“

„Ja, ich werde mich auch bald auf den Weg machen, ich muss auch noch Freunden Bescheid geben und Meldung an meinen Vorgesetzten machen.“

Was eine Meldung an einen Vorgesetzten machen heißt, weiß Pata nicht und so nickt sie nur. „Ja du musst Dinge machen. Ich glaube, ich auch“ sie macht Anstalten aufzustehen, obwohl sie keine Ahnung hat, wie es nun weitergehen soll für sie und vor allem wohin, sie wird wohl Aurelia niemals mehr finden

„Weißt du, wo du Aurelia finden kannst? Wenn du sie mit dieser großen Fahne verbindest, würde ich dir Vorschlagen in einem Hafen zu suchen.“ Leicht von Pata getrieben, steht Henna auf und richtet seinen Wappenrock und die Gürtel.
„Ich könnte dich mit runter zum Hafen begleiten, doch ich bezweifele, dass du sie hier finden wirst. Die meisten Besucher sind schon wieder abgereist und eine blonde Frau die auf Schiffen arbeitet? Es gibt einige Damen bei der Mannschaft der Tyra Lorena, nur die legen selten in Siebenhöfen an.

Hat keine Ahnung was oder wer Siebenhöfen ist, aber nickt zu der Begleitung in Richtung Hafen, vielleicht …nein sie hat keine Ahnung, wie sie für eine Schiffsreise bezahlen soll und was im Namen der Weisen ist ein Tyra Lorena? „wo fährst du denn hin?“

„Ich werde zurück nach Siebenhöfen reisen, um weiteres Vorgehen zu planen.“ und bewegt sich langsam Richtung Ausgang der Taverne.

Nickt erneut, und überlegt was Vorgehen planen genau heißt und da Henna sagt, er reist nach Siebenhöfen ist sie sich zumindest da jetzt sicher, dass es sich um einen Ort handelt. Soll sie fragen, ob sie mit kann? Aber vielleicht will dann er dann doch ihre Finger oder gleich die ganze Hand haben…ein funkeln im Sand zeigt ihr ein Kupferstück, und sie bückt sich schnell, angeblich um die Schuhe zu richten und hebt das Kupfer flink auf, vielleicht hat sie ja noch mehr Glück und kann eine Passage bezahlen.

Nach einigem an Fußmarsch durch den Wald stehen die beiden im Hafen von Theotmund vor dem Schiff, welches nach Siebenhöfen ausläuft.

Pata würde gerne mitfahren, aber da sie kein Geld hat, ist das wohl keine Option, sie muss erst noch mehr Münzen finden. Sie sieht an dem Schiff hoch, und entscheidet für sich, dass es groß ist, aber nicht das größte Schiff ist, da sie gesehen hat. Am größten ist immer noch das mit der roten Flagge und der Sonne drauf.

Henna bemerkt den fragenden Blick von Pata, dass sie vielleicht mitfahren möchte. „Ich glaube hier trennen sich unsere Wege wieder, doch ich glaube du wirst Aurelia hier nicht finden. Ich kann dir nur noch einen kleinen Handel vorschlagen.“

Nickt erst leicht, dann dreht sie den Kopf und sieht Henna von der Seite argwöhnisch an. „Was für einen Handel?“ Es gibt das so einen bestimmten Handel, zwischen Männern und Frauen, den sie nicht eingehen wird!

„Ich würde dich gerne mit nach Siebenhöfen nehmen, um dich einem Freund vorzustellen, dem du von den Vorkommnissen hier berichtest, im Gegenzug fährst du kostenfrei mit in meine Heimatstadt. Du brauchst auch keine Angst haben, dass irgendjemand deine Finger haben will, solange du nicht die Sachen von anderen in Besitz nimmst.“

Sachen in Besitz nehmen? Warum reden die Leute  hier bloß immer so komisch? Aber mitfahren findet sie gut „Nur mit ihm reden?“ Denn so naiv ist sie nicht, das sie nicht auch schon das „reden“ für was anderes gehört hätte.

„Ich möchte nur, dass du deine Geschichte einem Freund erzählst. Du kannst frei überall hingehen, ich sehe keinen Grund dich gegen deinen Willen mit zu nehmen.“ So langsam macht Henna sich Sorgen, den mit dem Hintergedanken Ekarius einen Zeugen zu liefern, könnte der Ärger, den er bekommen könnte, etwas kleiner ausfallen.

„Ich fahre gerne mit, wenn ich nur mit ihm reden soll“ aber wenn sie ehrlich ist, beunruhigt sie der scheinbar achtlos hingeworfene Satz „dich gegen deinen Willen mit zu nehmen“ doch ziemlich, anscheinend werden hier öfter Leute gegen ihren Willen mitgenommen, so wie die Elder in dem Sack. So will sie nicht enden. Dennoch betritt sie mit Henna das Schiff, das bald darauf ablegt.

Die Schiffsreise dauert einige Tage, die Henna dazu nutzt die notwendigen Briefe zu schreiben. es dauert nicht lange und sie kommen in Siebenhöfen an, wo beide aussteigen und sich auf den Weg nach Dahle machen.

Religion – Heilige Carlotta

Die Heilige Carlotta

Die Heilige Carlotta ist die Schutzheilige des Rausches. Nach Zecherei und Völlerei kann sie angerufen werden, um den Kater am Morgen auf sich zu nehmen. Sie wird häufig nackt an einem rauschendem Meer mit über ihr kreisenden Sternen Engeln als Folge ihrer Eskapaden dargestellt.

Religion – Heiliger Fliegenpeter

Der Heilige Fliegenpeter

Der Heilige Fliegenpeter war ein Mönch des Sonnenglaubens mit der Fähigkeit der Levitation. Er wird als Schutzheiliger der Zechpreller angerufen. Seine Fähigkeit wurde von mehreren Glaubensbrüdern bezeugt. Vor allem flog der Fliegenpeter aus Tavernen hinaus.

„Die Freude fliegt auf allen Wegen.
Der Ärger kommt laufend uns gern entgegen!“

Die Anhänger suchen mit seiner Hilfe nach Perfektion in ihren Dingen, ob nun im Handwerk, Kampf, Gelehrsamkeit oder religiöse Frömmigkeit. Die Gefolgschaft ist eine noch junge Glaubensrichtung und noch im Wandel begriffen. Die hier niedergeschriebenen Strukturen und Inhalte sind der Versuch, grundlegende Prinzipien und Strukturen abzubilden. Dennoch wird man Anhänger finden, welche Leben und Wirken des Heiligen anders auslegen und ihm auf eine gänzlich andere Weise folgen.

 

Der Glauben lässt sich am Besten mit den berühmtesten Worten des Fliegenpeterd selbst beschreiben, welche zum 1. Gebot wurden: „Die Freude fliegt auf allen Wegen. Der Ärger kommt laufend uns gern entgegen.“

Allein durch die Kraft seiner Überzeugung, seines Glaubens und seines puren Willens, jedoch auch durch die Unterstützung der Gemeinschaft (z.B. durch wütende Wirte), gelang Franz Fliegenpeter einst die Levitation von einer Tavernentür hin zum Sonnenaufgang. Zumindest ein Stückchen. Diese Wundertat vermochte er zahlreich zu wiederholen und dies gänzlich ohne Magie. Deshalb findet er nicht nur in der Sonnenkirche, sondern auch unter den magiekritischen Ceriden einige Anhänger. Mit der Zeit sammelten sich regelmäßig morgendlich Volk in Form einer Andacht vor der Taverne, um immer wieder aufs Neue das das Wunder zu bezeugen.

Aus diesen Versammlungen heraus bildete sich bald eine kleine Anhängerschaft, welche es dem Fliegenpeter gleichtung wollte.

Wer dem Heiligen Fliegenpeter folgt, sucht dessen Hilfe, um eigene Wunder zu vollbringen. Er nutzt aber auch die Kraft des Heiligen, um Wunder in die Welt zu tragen und die Menschen zu ermutigen. Die Wege sind vielfältig. Ob durch Askese oder Völlerei, durch Studium oder Kontemplation, durch Pilgerschaften oder Einsiedlertum, wenn das Innere und das Äußere in Einklang gebracht werden, dann geschehen Wunder.

Nach einer unsittlichen Berührung gelingt drei Schwestern die Levitation. So wird es berichtet und die Aussage, sie seien einfach nur sprunghaft geflüchtet, ist eine Lüge.

Der Heilige Fliegenpeter wird angerufen, um den Gläubigen zu stärken und in Harmonie zu bringen. Mitunter dient er auch nur als inspirierendes Vorbild. Ausnahmen sind allerdings bekannt. Wenn sich ein Klerikaler zu dumm anstellt und die Situation ins Peinliche zu kippen droht, so wird auch schonmal berichtet, dass der Fliegenpeter selbst hinabstieg, um das Wunder selbst zu übernehmen.

 

„“, ist der Fliegenpeterglaube auch eine Suche nach dem rechten Weg. Je vollkommener ein Mensch in der Nachfolge des Heiligen wandelt, so das Versprechen, desto wundersamer werden sich seine Wege zum Guten hin fügen. Und hin und wieder gibt der Fliegenpeter vom Himmel her auch ein Zeichen, welches der rechte Pfad nun ist, weshalb das Sternen- und Wolkendeuten eine angeregtes Interesse innerhalb der Gefolgschaft findet.

Mystik, Studium und Praxis gehören zu den Primärtugenden, moralische Gebote zu den Sekundärtugenden. Ein sittliches und rechtschaffenes Gemüt im Harmonie mit den Nachbarn gilt als eine dem Weg förderliche Einstellung.

Da der Fliegenpeter Richtung Sonne durch die Lüfte flog, kommen traditionell den Elementen Luft und Feuer eine besondere Bedeutung zu. Dass Wasser und Erde dieselbe Tradition hätten, weil der Heilige häufig in Pfützen und auf hartem Stein landete, gilt hingegen als Gerücht.

Prophet und Apostel Böck

Meister Böck war ein Schneidermeister und der erste Apostel des Fliegenpeters. Ganz in dessem Sinne, gelang ihm wie hier abgebildet, die Levitation in ligula modo. Zwei Gänseengel sollen  ihm aus den himmlischen Heerscharen zur Hilfe beigestanden haben.

Ein relativ verbreitete Insignie ist ein Hausschwein, da der Heilige nach seinen Levitationen nach abendlichen Tavernenbesuchen am nächsten Morgen öfters zwischen ihnen aufwachte.

Der Heilige Fliegenpeter hat uns nicht nur weise Worte übergeben, er hat hat auch sich selbst übergeben. Jedesmal nach der Taverne.

Religion – Über die Stände

Über die Stände

Cornelius von Altback

Die Sonne dominiert die Ordnung am Himmel. Es gibt ihrer nur die eine. Sie ist der stärkste Stern und wird nie untergehen. Alle anderen Sterne sind ihr untergeordnet. Auch der Nacht ist es nur solange die Dunkelheit erlaubt, bis die Sonne gewillt, wieder den Thron am Firmament zu besteigen. Und selbig der Mond nur geduldet ist. Alle dämonischen Versuche, ihn vor die Sonne zu schieben, warn bislang verwirkt.

Die Sonne dominiert die Ordnung am Himmel. Die Pflanzen leben nach ihrem Rhythmus. Die Tiere leben nach ihrem Rhythmus. Der Bauer sät nach ihrem Rhythmus. Das ganze Leben richtet sich nach der Herrscherin am Himmel.

So aber aber nun solch ein Rhythmus am Himmel ist und ihm zu folgen auf Erden ist gut getan, dann ist ihm nicht zu folgen schlecht getan.

So daher muss es auch auf Erden einen Herrscher geben in einem jeden Lande und Untertanen die ihm folgen. Und der Herrscher hat es wohl verstanden, der seinen Untertanen einen Rhythmus gibt und verlässlich ist. So dies lernet er nirgendwo besser als durch den Glauben an die Herrschaft Sonne und Annahme der Sonnenkirche in seinem Herzen.

Wohl tut auch jeder Untertan, der folgt einem Prinzipal, welcher erkannt hat die Ordnung der Welt im Spiegel des Himmels der Sonne folgend.

Die Stände sind Ordnung, denn ohne sie würde keine Ordnung sein. Ein jeder würde trachten nach der Krone über den anderen und es wäre ein Hacken und Schnitzeln auf der Welt. Und jeder müsste leben in Angst vor seinem Nachbarn, der ihn morgen erschlage, da keine höhere Ordnung ihm seinen Platz im Gefüge der Menschen gebietet. Denn ohne die Sonne, stritten die Sterne am Himmel und die Sat ginge nieder auf dem Felde und alles Getier und Gesträuch ginge nieder.

Darum wurden gemacht die Stände, damit alles ordentlich verlaufe auf der Welt wie am Himmel. Damit ein jeder wisse, wie er der Ordnung diene. Darum achte die Stände. Denn du wirst finden nirgends Menschenvölker, die ohne Standesordnung gut wären. So entweder sind sie wild und im Chaos, erschlagen sich dauernd wegen nichtiger Worte aus reinem Gefühl ohne Vernunft wegen oder sie sind schwach so dass es eine Frage der Zeit, bis sie werden überrannt. Du wirst immer finden die größte Stärke des Miteinanders vieler Seelen, wo diese kennen und achten den Stand.