TageBuch Elder Theo Con 2019/2

Früh, sehr früh am nächsten Tag, war ich auf und machte mich, völlig übermüdet daran, einige Kräuter zu sammeln. Doch leider war nicht viel zu finden so dass ich bald wieder zurückkam. Jedoch nicht ohne unterwegs von einem der Tourney Mitglieder fürchterlich erschreckt worden zu sein. Er sprang plötzlich aus dem Gebüsch und zischte „du solltest nicht alleine sein“. Es dauerte einige Momente, bis mein rasendes Herz sich wieder beruhigt hatte. Der Mann blieb, wo er war und sah mir nach, bis ich wieder in das Lager zurückgekehrt war.
Dort wachten die anderen langsam auf und begannen ihr Tagwerk, das aus den unterschiedlichsten Dingen bestand. Nach und nach stellten wir fest, dass bei jedem während der Nacht Symbole auf den Händen erschienen waren. Schnell fanden wir heraus, dass diese Buchstaben das Wort Solaris formten, das Wort das auch über dem Eingang zu dem Spinnenhaus stand.

Die Helwarter machten Freiübungen, die Fuchsbrigade kroch langsam aus ihrem Bau und Henna schaute leicht verkatert aus seiner Kammer hervor. Irgendwann waren wir alle wach und Tod erschien, um uns die Regeln der Tourney zu erklären. So durfte niemand getötet werden, weder von uns, noch von Victoria oder Krieg. Irgendwie war klar, dass das noch zu bösen Situationen führen würde. Zu diesem Zeitpunkt lasen Amateras und ich gerade in einem Buch, das in dem seltsamen Spinnenhaus gefunden worden war. So erfuhren wir einiges über Antos, Aratosh und Solaris, sowie Tod, Victoria und Handel. Während Tod etwas von einem Buch erzählte, ließ ich es unauffällig unter dem Tisch verschwinden. Und natürlich wollte Tod just dieses Buch wieder zurückhaben.

Also ging ich und brachte es ihm. Er belohnte mich mit einer handvoll Münzen und seinem Segen. Obwohl ich nicht weiß, ob das wirklich ein Segen war. Einen Trunk nahm er überraschenderweise an, ich wusste nicht, dass der Tod trinken kann, würde das nicht alles wieder aus ihm heraustropfen? Solche Überlegungen waren jedoch müßig, denn mir war etwas anderes viel wichtiger. Ich wollte Amateras im Helwart Lager einen der verfluchten Brandbriefe zeigen, der unter einem Steinhaufen gefunden worden war „lies das und rede mit Lammfromm, du wirst feststellen, dass es die gleiche Sprache ist“ forderte ich ihn auf. Als einer der ganz wenigen weiß Amateras, das ich oft nur so harsch bin, um meine wahren Gedanken und Gefühle zu verbergen. In der Welt der Feldheiler wie ich es bin, ist oft kein Platz für Mitgefühl, egal wie sehr es nagt und brodelt.
Doch Amateras schüttelte nach kurzem Lesen den Kopf und sah mich an „dies ist einer der Brandbriefe?“ ich nickte bejahend und er fuhr fort „ ich habe einen Brief von Lammfromm erhalten, der die gleiche Ausdrucksweise benutzt und mit dem gleichen Aufruf zu Gewalt unterschrieben wurde.“

Mein Herz schlug sofort schneller, es tat fast weh „Endlich ein Beweis, dass er es war, nun kann er vor Gericht gezerrt und verurteilt werden, für die Zerstörung all der Leben!“ brach es aus mir heraus, doch Gerrin Rothand schüttelte den Kopf „es ist ein Indiz, kein Beweis“ erbost zischte ich „das ist mir egal, für mich ist es ein Beweis, ich will ihn Scheibchenweise, am liebsten die Scheibe zwischen Kinn und Schultern“ fauchte ich einen Mann an, den ich eigentlich zu meinen Freunden zählte.
Amateras mischte sich begütigend mit seiner sanften Stimme ein; „das verstehen wir auch, aber für einen Prozess braucht es mehr als das“ „Dann holt ihn doch zu einem Prozess!“ forderte ich die beiden auf. Gerrin erwiderte mit zornig klingender Stimme „willst du, dass wir eure Rechtsprechung übernehmen? Das werden wir nicht tun!“ und ich antworte ebenso aufgebracht „ihr sollt ihn nicht vor Gericht stellen, ihr sollt ihn nur greifen! Denn wenn ihr ihn einladet, wird er kommen, der Feigling traut sich doch nicht mehr aus Champa heraus, es sei denn er hat Alistair an seiner Seite”.

Hin und her wogte die Debatte. Doch irgendwann konnte ich nicht mehr, ich kämpfte mit Tränen der Wut und der Trauer und so wollte ich fortgehen, kam jedoch nur bis Halfdans Lager, das direkt neben dem der Helwarts lag. Dort wurden mir einige Personen, namens Maer und Svartkjell, vorgestellt, denen Halfdan erklärte, er habe bei allen Göttern geschworen, das ich in seinem Lager unter seinem Schutz stünde und ob das alle verstanden hätten? Sie nickten gehorsam, sie hätten verstanden, das sollte sich noch ein paar Mal im Laufe des Tages wiederholen, mit jeweils anderen Personen. Ich dankte ihnen und ging weiter, zurück zur Taverne wo ich auf Alistair traf.

Auch ihn nahm ich hart ins Gericht, und er gab zu, dass er nicht mit Lammfromm umherziehen wollte, weil er mittlerweile selbst überzeugt war, das Lammfromm schuldig war. Doch er hatte Befehle und brauchte Beweise, um diese ändern zu können. Also sagte ich ihm, er solle mit Amateras sprechen, der hätte Beweise. Sofort machte Alistair sich auf und sprach lange mit dem großen Paladin. Ich besorgte mir etwas zu trinken, als ein großer Nordmann auf mich zukam, Bjornholm hieß er, und fragte, ob wir Steine unter unseren Feuerstellen hatten. Nickend wie ich in Richtung der Helwarter. Irgendwie müde beobachtete ich einige Männer bei einem Trainingskampf. Sie übten wohl für die späteren Wettkämpfe. Während ich so da saß und mein Wasser trank, streifen mich immer wieder Blicke von Fremden, es war irgendwie unheimlich. Auch der Marder ging einmal vorbei, sah kurz herüber und ging wortlos weiter.


Auf einmal sah ich ein kleines zierliches Wesen mit Hörnern in das Lager stampfen, erleichtert über die Abwechslung stürzte ich mich fast auf das Wesen, um es zu grüßen.
Meine Frage, ob ich helfen könne, beantwortet das Wesen „ ja, ich will wissen, warum ihr die Häuser und Schreine meiner Freunde kaputt macht?“ Natürlich habe ich erklärt, dass wir das nicht waren, obwohl ich mir gar nicht so sicher war. Ich bot dem Wesen an, einige Freunde zu holen und sie solle uns zeigen, was passiert war. Sie stimmte zu und ich lief eilig los, Henna und den Helwart Orden zu holen. Ich erklärte kurz die Situation und alle brachen sofort auf, auch der Nordmann Bjornholm, der etwas Majestätisches ausstrahlte, schloss sich uns an.

Wir folgten dem Wesen in den Wald, sie stellte sich als Rana vor und sagte sie sei eine Waldfee. Die hab ich mir zwar noch kleiner und mit Flügeln vorgestellt, vor allem nach Ankas Feenstaub Taverne, wo ja eine Fee erschien, aber nun, wir gingen ihr nach und fanden bald den ersten Schrein. Es handelte sich um einen Baumstumpf, dessen obere Hälfte abgebrochen worden war. Lauter kleine hellgraue Steine lagen um den Stumpf und gemeinsam machten wir uns daran, das Schrein-Heim wieder herzurichten.
Amateras sprach noch ein Gebet und plötzlich erschien ein Schlüssel auf dem Stumpf. Schnell nahm ich diesen an mich, im Einverständnis mit den anderen und steckte ihn in meine Tasche. Weiter ging es zu einer Zapfen Spirale, die unachtsame Füße zerstört hatten. Auch diese wurde gerichtet und es gab einen Schlüssel.

Dann dekorierten wie einen abgesägten Ast neu, der wohl einigen Waldwesen als Ausflugsort diente. Danach kam etwas trauriges, denn das Grab von Ranas bester Freundin Resa, einer winzigen Waldelfe, war geschändet worden. Wir richteten es liebevoll wieder her, schmückten es mit Vater Baums Zeichen und hörten den Geschichten zu, die Rana erzählte. Zum Schluss tanzten Tjark, Amateras, Yaren und Bramos um das Grab herum, weil die Elfe Gesang und Tanz so mochte.

Dafür bekamen wir sogar zwei Schlüssel. Weiter ging es, ein größeres zerstörtes Heim zu richten. Alle waren mit Feuereifer bei der Sache. Ich glaube ganz ehrlich, die großen Krieger hatten Spaß daran, sich für kurze Zeit wie Kinder zu fühlen, die Hütten im Wald bauen wollten. Tatsächlich war dies Ranas Haus und sie war sehr glücklich. Doch die größte Aufgabe war der Schrein für Vater Baum. Der Kreis war schnell wieder hergestellt, auch das Zeichen Vater Baums wurde errichtet. Doch dann fehlte es uns an ausreichenden Personen, um Vater Baum zu rufen und zu huldigen. Bramos, der der schnellster Läufer des Helwart Orden ist, wurde geschickt, einige Leute aus dem Lager zu holen, die nach Möglichkeit singen und tanzen können sollten. Es dauerte zwar einige Minuten, aber bald kam er zurück mit einigen fröhlichen Bauern. Sie stellten sich zusammen mit Henna und den Ordensmitgliedern auf. Tjark zeigte allen die notwendigen Tanzschritte und stimmte ein Lied an. Als Vater Baum zufrieden war, erschienen drei Schlüssel, die wir den Bauern und Bjornholm überließen.


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