Steinmännchen

Seit einiger Zeit – und diese ist nicht lange her – da begrüßen zwischen Gergonsmund und Battania und inzwischenzeitlich auch um Wilgau an Wegkreuzungen kleine „Steinmännchen“ die fahrenden und wandernden Leute, einfache aufgetürmte Wegsteine mit unbekannter Herkunft. Man sagt, Reisende aus fernen Ländern hätten diesen Brauch nach Trum gebracht. Pilger eines fernen, in Trum und den Mittellanden völlig unbekannten Pantheons. Sie sollen einem Reise- und Handelsgott huldigen. Und ein jeder, der so ein Steinmännchen sähe, der sei aufgerufen, einen Stein dazuzulegen, auf das seine Route ihn sicher trage.

Die ceridische Kirche zeigt sich gegenüber solch aufkeimenden Aberglauben milde besorgt. So entsandte sie zwei der ihren zum Kloster Himmelswacht, den Ort einer der größeren Bibliotheken der Trumlande, dort zu stöbern nach irgend einem Heiliger, den man den Schäfchen stattdessenseiner mit ähnlichem Brauch anzuböten vermöge. Ob die Kleriker auf ihrer Reise wohl doch ein kleines Steinchen dazugelegt haben?

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