Die Reiche des Lichts und der Dunkelheit

Vom Reich des Lichts

Hilarius lehrt uns, dass als der Gott die Welt in Himmel und Erde aufspaltete, Er ein Volk von Dienern erschuf, die Ihm bei der Creation zur Hand gehen sollten. Diese Diener sind von großer Macht, sind sie doch Teil des Einen und von Ihm mit Werkzeugen und Kräften ausgestattet, die Welt zu formen. Hilarius überlieferte uns die Namen dieser Wesen. In ihrer Gesamtheit sind sie genannt die Engel oder die Streiter des Himmels, des caelums. Jeder von ihnen hat einen eigenen Namen, bei dem er und seine Kräfte angerufen werden können und bei dem Er sie zu Hilfe ruft. Sie sind in einer Hierarchie von Rängen aufgeteilt und in diesen in Bereiche der Aufgaben, je nach dem Willen des Einen. Man sagt sie wohnen in lichten Palästen aus Diamanten, mit Wänden aus Silber und Böden aus Gold. Dort thronen sie um den Gott herum und inmitten den Gärten des Paradieses.

Vom Reich der Dunkelheit

Als das Reich der zukünftigen Sterblichen erschaffen worden war und Er den Menschen die Herrschaft über die Welt übertragen hatte gab es in den Reihen der herrlichen Engel einige Neider. Sie waren der Meinung, dass sie dazu bestimmt seien und nicht die ohnmächtigen Menschen. Unter diesen war einer mit dem größten Neid und dem größten Haß auf die Menschen, ein Engel von großer Macht. Von den Menschen wird er mit mannigfaltigen Namen bezeichnet, jedoch nicht mit seinem wahren, will man doch unter allen Umständen vermeiden, ihn zu rufen. Daimon, Bozephalus, Teufel, Fürst der Dunkelheit und der Hölle sind nur einige davon. So begab sich Daimon aus Bosheit und Neid zur ersten Frau und verführte diese, indem er ihr in täuschender und tierischer Gestalt einen verborgenen Teil des innersten Gartens zeigte. Was sie dort erblickte, erfüllte ihren Geist mit Weisheit und Schrecken. Schnell eilte sie zu ihrem Mann, um ihm ihren Fund zu zeigen. Auch dieser war vom Schrecken der Weisheit geblendet. Als der Gott ohne Namen sah, was die Ersten getan hatten, sprach Er: „Zufrieden solltet ihr sein, mit dem was ich euch gab. Statt dessen laßt ihr euch verführen und strebt so nach mehr. Ich will euch strafen mit diesem Streben nach mehr. Verlaßt den innersten Garten, das Paradies und geht hinaus in die Welt. Eure Herrschaft sei verloren, sie zu erreichen sollt ihr erstreben. Geht!“ Dies also ist der Fall der Menschen. Sodann wandte Er sich Daimon zu: „Auch du sollst gehen! Voller Neid und Haß bist du, deswegen verbanne ich dich und die deinen aus dem Licht in die Tiefen der Hölle!“ Dies also ist der Fall Daimons und seiner Getreuen, die nach ihm Dämonen oder Teufel genannt werden. In der Hölle errichtete Daimon ein Hierarchie der Teufel, nach dem Bild der Engelsheere, doch mit verdrehten Idealen und Eigenschaften, die die Beherrschung der Welt und die Zerstörung Seiner Werke zum Ziel hatte. Die Menschheit dient ihnen als Werkzeug und als Objekte der leichten Verführung.

Vom Beginn der Welt

Am Anfang war die Welt öd und leer und von Dunkelheit erfüllt. Und in der Mitte dieses Nichts war der Gott, der keinen Namen braucht, weil er alles ist. 40 Jahrtausende blieb es so und Er rührte sich nicht. Da aber entschied Er, dass die Welt sich ändern sollte und siehe, Er begann die Creation. Primo teilte Er die allumfassende Welt in Licht und Dunkelheit und so begann nicht nur der erste Morgen des ersten Tages, sondern auch der Morgen unserer Welt. Secundo aber führte Er die Teilung fort und Er erschuf die Spaltung von Himmel und Erde. Er sah, dass so aber noch nichts leben konnte und er ließ die Fluten tertio zurückweichen, so dass das Trockene aus dem Meer des Wassers ragte. Damit die Welt jedoch nicht leer bleibe und Leben sein konnte, legte Er die ersten Samen der ersten Bäume, Büsche und Kräuter sowohl in die trockene als auch in die feuchte Erde. Und das Licht tat das Seinige und Blumen und Blüten wuchsen überall. Damit diese selbst und die Welt an sich sich verändern konnte, setzte Er Zeichen in die Himmel des Tages und der Nacht. Die Beherrscherin des Tages nannte Er Sonne und den Herrscher der Nacht Mond. Doch weil der Mond schwächer war als die Sonne gab er diesem Helferlein, die Sterne, die der Welt Zeichen und Zeiten setzen sollten. Quinto begann Er die Creation des hohen Lebendigen und ließ Fische und die Lebewesen des Meeres entstehen. So war das Wasser gefüllt mit allerlei Getier. Und auch die Luft belebte Er mit Getier und so waren die Vögel entstanden, die nun ihre Kreise über dem Trockenen und dem Wasser zogen. Sexto beschloß Er, dass auch das Land bevölkert sein soll mit Lebendigkeiten und Er erschuf die Tiere der Wälder, Wiesen und Steppen, die sich ernährten von den Gräsern des Bodens. Sie bevölkerten die ganze Welt und nichts blieb unbevölkert. Er sah aber, dass sich so auf der Erde ein großes Chaos bildete, denn es gab keine Herrscher, die Ordnung bringen konnten, wie Er dies ins Nichts gebracht hatte. Er beschloß, sich einen Diener zu erschaffen, der seinerseits die Welt beherrschen sollte. Damit er dies vermochte, erschuf Er ihn gleich sich selbst. Der erste Mensch war geboren. Dieser Erste regierte nun vom Innersten der Welt aus also über die Tiere und die Pflanzen und über ihm stand nur der Gott selbst. Bald aber fühlte sich der Erste einsam und in ihm wuchs der Drang, ebenfalls jemanden zu schaffen, der ihm gleich war. Jedoch fehlte ihm die Macht dazu, sie war dem Gott vorbehalten. Dieser jedoch beschloß den Ersten zu teilen, gleich wie Er dies mit der Welt getan hatte und so entstand die Frau zum ersten Manne. Und der Erste war nun nicht mehr einsam. Septimo betrachtete Er sein Werk und gab der Welt den Schlüssel zur Vervollkommnung. Schließlich ruhte Er und ließ den ersten Menschen die Herrschaft über die Erde.

Der Glaube und die Lehre

Der Glaube

Die Ceriden glauben an den einen einzig wahren Gott der Götter, der Gott der aus seiner ihm ureigenen Kraft und Weisheit die Erdenscheibe schuf. So hat sich der Mensch, der als Sünder geboren wird, auf der Erde zu bewähren, um nach seinem Tode im göttlichen caelum endlose Glückseligkeit und immerwährenden Frieden zu finden. Die unbeugsamen Sünder jedoch werden hinab geschleudert werden in den Pfuhl des Leidens, die Hölle, in dem der verfluchte Engel der Finsternis haust und herrscht, Bozephalus, der ewige Widersacher, der am Tage Arag von den 3 Erwählten endgültig besiegt wird und dessen Macht von da an für immer gebrochen sein wird.

Die Lehre

Nun aber ist es nicht die Geschichte einer Religion, die sie charakterisiert, sondern ihre Glaubenssätze und Prinzipien. Wohl entscheidet sie über das Ansehen und ihre Position in der Welt, doch ist die Lehre das Innerste und Heiligste, das eine Umsetzung und damit eine Geschichte überhaupt erst ermöglicht. Es sei nun erzählt von der ceridischen Sichtweise der Welt.

 

Hilarium und Luxarium

Als Hilarius nach Ligonii kam, hatte er eine Sammlung von Texten und Schriften bei sich, die er vermutlich selbst während seiner Wanderungen zusammengetragen hat. Woher die Texte selbst stammen, ist unbekannt. Sie bilden jedoch die Basis des ceridischen Glaubens. Diese Sammlung wird das „Hilarium“ genannt.
Ein zweites religiöses Werk ist das Luxarium, in dem Texte zusammengefaßt sind, die sich mit der Interpretation und Weiterentwicklung der ceridischen Lehre befassen. Diese Texte sind von Hilarius’ Jüngern niedergeschrieben worden, jedoch wird von vielen vermutet, dass sie eventuell von Hilarius selbst stammen und nach seiner Lebenszeit von unbekannten Verfassern hier gesammelt worden sind. Möglich ist jedoch auch, dass diese Geschichte der Sammlung nur einen höheren Wert geben soll.

Das Militärwesen

In den ersten Jahren der Missionierung wagten sich cerdische Geistliche immer wieder in Gebiete, in denen sie Gefahren ausgesetzt waren, die sie an Leib und Leben bedrohten. Schon Vastus I erkannte, dass er seine Brüder und Schwestern nicht ohne Schutz den Wagnissen aussetzen konnte. Damit war die Idee zur Gründung einer militärischen Einrichtung geboren und Vastus I stellte ein kleines Söldnerheer auf.
Im Jahre 52 n.d.E unter Primus Vastus IV trat Prinz Vinzenz von Ostarien, der Oheim des verstorbenen Herzog Uriel II, in den Hilariusiten-Orden ein und bewirkte damit ein epochales Ereignis, demzufolge große Schenkungen dem Orden zuflossen. Seinem Bespiel folgend verzeichnete die Ceridische Kirche einen starken Zuwachs von Ordensbrüdern. Vinzenz von Ostarien, später der „Aufrechte“ genannt, wollte seinen Status als Ritter nicht aufgeben und sein Schwert in die Dienste der Kirche stellen. Da die Heilige Miliz zum damaligen Zeitpunkt ausschließlich aus weltlichen Söldnern bestand, die teilweise nicht einmal Ceriden waren, setzte er eine Umstrukturierung durch. Er gab der Gemeinschaft Ordensregeln, die in ihrer Form noch heute gültig sind.  In dem Bestreben Rittertum und Ceridentum zu vereinen, wurden fortan führende Milizionäre nur noch aus den Orden berufen. Nach der Profess konnten sich junge Geistliche zu einer weiteren Ausbildung im Kloster St. Honorius, ein Nebenkloster der Abtei Gunara melden. So entstand eine Gemeinschaft kämpfender Rittermönche, deren Hauptzweck neben dem Schutz der Geistlichen und der Pilger auch der Schutz der heiligen Stätten und Reliquien ist.
Die strenge und solide Ausbildung macht die Heilige Miliz zu einem sehr effektiven Verband und erweist sich seither als wertvolle Stütze innerhalb der Ceridischen Kirche.
Die Milizionäre werden neben der Waffenführung auch in anderen Handwerken ausgebildet, wie zum Beispiel als Waffenschmiede. Sämtliche Rüstungen und Waffen werden in St. Honorius selbst gefertigt.
Die enge Bindung an den Primus zeigt sich vor allen daran, dass dieser immer der Oberbefehlshaber ist. Ihm folgen der Prätor (vergleichbar einem hohen Offizier), der Centurio (vergleichbar einem niederen Offizier), der Weibel (entspricht einem Unteroffizier) und schließlich der einfache Milizionär (entspricht dem Soldaten). Wobei letztere auch Ceriden ohne Profess sein können, die in der Heiligen Miliz dem Einen dienen wollen.