Die drei Prinzipien

Die ceridische Theologie ist gekennzeichnet durch drei Grundprinzipien, die beschreiben, wie der Mensch zu Erleuchtung und göttlicher Weisheit kommt. Diese sind: Höchste Wahrheit, Manifestation und damit Erreichbarkeit der Wahrheit und schließlich Erleuchtung.

Das erste Prinzip sagt aus, dass es eine höchste Wahrheit gibt, die unsere Welt ausmacht und weswegen sie überhaupt existiert. Diese höchste Weisheit wird von den Ceriden Gott genannt. Nach ihrer Lehre strebt der Mensch in seinem Leben diese Weisheit an, das heißt er versucht dem Gott nahe zu kommen.

Das zweite Prinzip vermittelt den Weg des Höchsten zum Menschen. Es sagt aus, dass ein jeder das Vermögen hat, dieses Ziel zu erreichen und dass es somit am Einzelnen liegt, ob er es anstreben will oder nicht, denn der Gott bietet jedem die Möglichkeit.

Das dritte und letzte Prinzip erklärt, dass wenn ein Suchender die Weisheit anstrebt, ein kleiner Teil dieser schon in ihm vorhanden ist. Schon die Frage enthält einen Teil der Antwort. Mit Ausdauer und Weiterentwicklung im Sinne der ceridischen Lehre kann der Mensch schließlich die Erleuchtung erlangen.

Die göttlichen Gesetze

Weitere Anleitung über ein ceridisches Leben geben uns die göttlichen Gesetze, die uns Hilarius überliefert hat und gewährleisten sollen, dass wir die Sünden vermeiden und die Tugenden vermehren können. Es ist gesagt, dass die Gesetze göttlichen Ursprungs sind, dass sie also von dem Gott ohne Namen kommen und uns durch einen Propheten verkündet worden sind. Sie betreffen im Hauptsächlichen das menschliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Hier seien sie nun aufgeführt:

1. Der Gott ohne Namen sei der einzige Gott.
2. Vertraue auf sein Wort, mache dir kein Bild von Ihm oder seinen Dingen.
3. Ehre den Gott und mißbrauche seine Lehre nicht.
4. Ehre deine Herkunft, deine Eltern und deine Wohltäter.
5. Töte nicht.
6. Sei einem Eheversprechen treu.
7. Stehle kein fremdes Eigentum.
8. Lüge nicht.
9. Begehre nicht den Schrecken der Weisheit.
10. Meide die Sünden.
11. Gehorche den Tugenden.
12. Erstrebe die Erleuchtung.

Die Tugenden und Sünden

Von den Tugenden und den Sünden

Unser Leben in der sterblichen Welt ist also auf das Ziel des ewigen Lebens im Garten des Paradieses im Jenseits ausgerichtet. Es stellt sich also die Frage nach Anleitungen und Hilfen, die uns sagen können, wie wir unser Leben führen sollen. Hilarius schreibt von den sieben göttlichen Tugenden und den sieben daimonischen Sünden. Wenn wir es erreichen unser Leben an den Tugenden auszurichten und die Sünden zu meiden, so ist das Paradies uns sicher.

Es seien aufgezählt die sieben Tugenden:

Großzügigkeit
Fleiß
Mäßigung
Bescheidenheit
Barmherzigkeit
Treue
Demut

Es seien aufgezählt die sieben Sünden:

Gier
Trägheit
Völlerei
Neid
Rache
Wollust
Hochmut

Vom Jenseits

Der Mensch ist kreiert in zwei Teilen: dem Körper und der Seele. Der Körper bindet die Seele an die Welt der Sterblichen, dieser ist zum Vergehen verurteilt, jedoch seine Seele verfügt über Unsterblichkeit. Es ist die Prüfung der Menschen durch die Welt, ihren Wert zu beweisen, damit sie nach ihrem Tode in Ewigkeit in den Gärten des Himmels oder den Schlünden der Hölle verweilen sollen. Hilarius sagt, dass der Mensch sich im diesseitigen, vergänglichen Leben bewähren muß, um im jenseitigen die ewig guten Werte zu erhalten und vor den Toren des Palastes der Herrlichen zu leben. So muß also größte Wichtigkeit auf das Leben nach dem Tod gelegt werden und die sterbliche Welt nur im Licht der Prüfung erstrahlen.

Der Mensch und seine Position

Nach der Ausstoßung und Verbannung waren die Menschen verdammt, Baumeister ihres eigenen Glückes zu sein. Weit waren sie vom Paradies entfernt und wenig war ihnen vom schrecklichen Licht der Weisheit in Gedanken geblieben. Erstreben mußten sie nun alles, doch erhielten sie nur Geringes. Der Eine strafte sie mit der Sterblichkeit und der Gerechtigkeit des eigenen Schicksals. In einem jeden liegt der Samen, sowohl des Guten, als auch des Bösen. Es liegt am Menschen selbst beide durch seine Taten in der sterblichen Welt in selbstentschiedenem Maße zur Blüte zu treiben, als dass die Pflanze des menschlichen Lebens nach dem Tode von dem Gott im Limbus gerichtet wird, um zu sehen, ob die Seele des caelums würdig ist. Der Sterbliche steht also zwischen dem Einen und Daimon und ist selbst Lenker, auf dem das Gewicht seines eigenen Schicksals lastet. So muß er den Verführungen Daimons und seiner Teufel widerstehen und dem Himmel nach den göttlichen Tugenden entgegenstreben und sich von den daimonischen Sünden abkehren.