Das Kreuz Theodoras (13.10.2020)

Mitwirkende

Tauron (Björn)
Waldemar (Nils)
Lok Bollhöfer (Chris)
Baron Ortwin (Chris)

 

Die Kogge landet im Südhafen Siebenhöfens an und so bleibt den drei Rückkehrern der zeitraubende Marsch vom Nordhafen zurück zur Stadt erspart. Das Glück blieb ihnen hold, auch wenn es nur solch Kleinigkeiten sind. Eilig gehen sie von Bord und mit langen Schritten gen Oberstadt. Ihr Mitbringsel, immer noch in der Tasche vor Loks Brust verstaut, muss endlich übergeben werden! Eng beieinander, grimmig dreinschauen. So machen die Bürger schnell Platz. Die Wappenröcke, vor Allem der des Sergeanten tun ein Übriges.

Trotz der Eile dauert es fast ein halbe Stunde durch die vollen Straßen bis zum Stadtkastell des Barons. Hier gesellen sich plötzlich mehrere unscheinbare Gestalten zu der kleinen Gruppe, eilen sogar vor und lassen die Tore öffnen. Hatten sie sich also doch nicht getäuscht, als sie sich beobachtet und verfolgt wähnten seit sie den Fuß von der Planke gesetzt hatten! Ohne Fragen, ohne Halten geht es durch das große Tor, die Innenhöfe und sogar bis in die Gemächer der Barons. Waldemar und Lok machen große Augen, sehen sie diese Räume zum ersten Male. Nicht so Tauron. Er hatte schon einmal das … Vergnügen.

Ein Hofbüttel huscht durch eine Tür und meldet die kleine Gruppe an. Schnelle Schritte sind zu hören und von innen wird die Tür geradezu aufgerissen und der Büttel winkt sichtlich nervös so heftig, als  wolle er damit die drei in das Arbeitsgemach seiner Gnaden hinein wedeln.

Ungeduldig nimmt Waldemar seine Bundhaube ab und knetet sie nervös mit seinen Händen. Es steht ihm nicht zu als erster einzutreten und doch die Zeit drängt, es muss noch viel getan und geplant werden, vor ihrer Rückkehr.

Tauron geht mit wehendem Mantel des Sergeaten in das Arbeitsgemach vorweg.  Einige Regale und ein großer schwerer Tisch kommen in Sicht. Der Herr Baron sitzt, in ein Dokument vertieft, auf einen hochlehnigen Stuhl. Hinter sich hört Tauron zwei leise Geräusche als die Kriegsknechte Lok und Waldemar auf Ihre Knie fallen. Tauron streift den gelben Mantel ab und hängt Ihn über einen nahen Stuhl. Er wartet ein kurze Zeit mit Blick auf den Baron und hustet dann kurz.
Wir sind wieder da, Herr Baron.

Es dauert schier Ewigkeiten bis Baron Ortwin das Dokument zur Seite legt. Ein Schmunzeln legt sich auf seine Lippen “Genug der Späße…” Er springt auf und umrundet in wenigen Schritten den großen Tisch zwischen ihnen. “Willkommen zurück Sergeant Tauron, Kriegsknechte!” Mit der Hand auf Taurons Schulter dirigiert er die drei an einen anderen, etwas niedrigeren stuhllosen Tisch mit allerlei Karten, Schriftstücken und Büchern. Allen gemein scheinen Abbildungen der heiligen Theodora zu sein. Mit einem Armwisch schafft der Baron Platz darauf. Der Büttel offeriert wohl riechenden Wein auf einem Tablett. “Wochen warte ich nun schon. Seit mich deine Nachricht erreichte, dass ihr mit guter Kunde aus diesem Land zurückkehrt, sitze ich wie auf glühenden Kohlen. Aus purer Unrast nahm ich die Prüfungen der Gildenmiliz mehrfach höchstselbst ab und trieb mich weit mehr in der Stadt herum, als es den Gemütern der Schwätzer gut tut. Sogar einige Übeltäter befragte und überführte ich selbst. Man mag ja gar nicht meinen, wie viele Komplotte einem einfachen Manne wie mir anhängen können!” Baron Ortwin stockt.  “Da Schwatz ich daher wie ein Waschweib, dass mir die Sonne auf der Zunge brennt!” Er schnappt sich mit einem Kopfschütteln ein kristallenes Glas Wein und atmet tief durch. “Jetzt ist es an dir zu schwatzen Tauron. Berichte und erfreue mich!”

Die Denkfalte in Tauron’s Stirn verschwindet als der Baron endet. Er schnappt sich eins der gefüllten Weingläser von Tisch, hält einen Augenblick inne und trinkt es dann in einem Zug aus. Entschuldigt Herr Baron, der Mantel den Ich gerade ablegte hat mich doch sehr … verändert. Tauron dreht sich um und befiehlt in lauterem Ton: Soldat Waldemar! Berichte dem Herrn Baron von unserm Abenteuer!

Überrascht erhebt sich Waldemar von seinem Knie und nimmt eine stramme Haltung an. ” Wie ihr befehlt, Sergeant Tauron”.

In eurem Namen, euer Hochwohlgeboren, entdeckten wir unberührtes fruchtbares Land, welches auf neue Siedler wartet. 

Im Namen des Eynen und dem Euren, bekämpften wir, furchtlos im Glauben, eine finstere Hexe. Zwar unterlagen wir, zu gering war unsere Zahl, was mich jedoch bestärkt, das wir in größerer  Zahl zurückkehren müssen, um dieses Land von der finsteren Heimsuchung zu säubern. 

Stets vorbildlich im Felde und abseits davon, präsentierten wir die Farben der Stadt und legten den Grundstein für spätere Bündnisse.

Jeden Tag beteten wir, auf das der Glanz  des Eynen unserem Sergeanten die Augen öffnen möge und er die Herrlichkeit des Eynen erkennen möge. “

Mit einem musternden Blick in Richtung Taurons, der ohne Erlaubnis seinen Wappenrock abgelegt hat, endet Waldemar vorerst um Luft zu holen. Mit einem schüchternen Blick deutet er auf die Pokale ” Erlaubt ihr? Es war ein lange Reise”.

Mit einem überraschten “Ja, ähh…natürlich” deutet dieser aus Gedanken aufschreckend auf den Wein. “Fruchtbares unberührtes Land? Eine Hexe? Siedler? neue Bündnisse? Das erscheint mir Einiges an Erklärung wert.” Wohl an den Büttel gewandt heißt er laut alle Termine für den Nachmittag abzusagen, nur um sich auf den Tisch setzend wieder Waldemar zuzuwenden. “Nun, wir haben Zeit. Doch erlaube er mir, werter Waldemar, zunächst die wichtigste Frage beantwortet zu bekommen. Voller Spannung müsste ich ja fast so feist dastehen wie der Göttel in Riederbrack. Kurz vor dem Platzen gar!” Baron Ortwin legt die Hände vor der Brust zusammen, dass sich die Fingerspitzen berühren. “Seid ihr fündig geworden?”

Bevor Waldemar seine Hand nach einem der Pokale ausstrecken kann, wird er von der abschließenden Frage seines Herrn aufgehalten. Mit ehrfürchtigem Blick dreht er sich zu seinem Kameraden Lok um und winkt ihn näher zu sich. Verweilt dieser doch noch immer auf seinem Knie, das wertvolle Gut vor die Brust gedrückt.