Pilger an der Akademie – 27.05.2020

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  1. Mitspieler:

Gernandt Blattmann (Jannick)
Efi Gugeldal (Ann-Christin)
Bruder Lammfromm (René, Sektenbeauftragter)
Horatio Zwirbel (Peter)
Name (OT Name)
Name (OT Name)
Segulbert Haferstroh (Björn S)
Gaukelsteyn (René)

Vor der Akademie zu Thortmanne:

Es ist ein lauschiger Frühsommerabend, die Grillen zirpen im flachen Gras und am Himmel sind bereits die ersten Sterne zu sehen, als zwei Gestalten in staubiger grüner Wanderkluft sich den Pforten der Akademie in Thortmanne nähern. Sie halten inne und wenden ihre Gesichter kurz dem Himmel zu – augenscheinlich in ein stilles Gebet versunken. Die größere der beiden Gestalten, ein Mann, sinkt schließlich auf die Knie und küsst den steinigen Boden, der direkt zum neugebauten Tor der Akademie führt.

Die kleinere Gestalt, eine Frau schaut ihm dabei zu und spricht ihn schließlich leise und ehrfürchtig an:

„Nicht mehr weit, Gernandt – Kannst du es schon spüren?“

„Fürwahr, Schwester! Die ganze Luft ist erfüllt von der Herrlichkeit ihrer Macht. Ein Bouquet der Vielfältigkeit ihrer Kinder, welches als Signalfeuer in weiter Ferne uns nun zu diesem schicksalsträchtigen Orte führte.“ Völlig ergriffen setzt er seine Faust an die Stirn und macht eine besondere Handbewegung, die die Frau direkt aufnimmt und gleichermaßen erwidert.

„Gepriesen sei die Nacht, Bruder Gernandt!“ spricht sie mit zitternder Stimme.

„Unter ihrem Glanze.“ Antwortet dieser entrückt, während er wieder aufsteht.

„Möge sie uns leiten.“ Und die beiden setzen das letzte Stück ihres Weges im sanften Licht der Abenddämmerung fort, bis sie schließlich das Tor der Akademie erreichen.

Das Tor steht weit offen und neben einigen Dienern steht ein Mann in einem grauweißen Gewand. Als die Fremden nähertreten versteckt er eine Kugel in seiner Umhängetasche. Er trägt eine graue Kappe und einen grauen Bart. “Ich habe euch kommen sehen” Die Neugier in seinen Augen würde ihn wohl verraten.

“Dann seid Ihr wahrlich von Stellara mit einem guten Augenlicht gesegnet worden mein guter Herr. Ich selbst hatte schon einiges an Schwierigkeiten den Weg vor mir zu erkennen, doch gepriesen seien die Sterne, dass wir nun sicher angekommen sind.” Der Blick von Gernandt schweift über die von Fackeln erleuchteten Gemäuer der Akademie bis er schuldbewusst seinen Kopf schüttelt.
“Ah! Verzeiht mir. Wir haben lange auf diesen Augenblick gewartet, dass ich schon fast meine Manieren verlor auf der Reise. Mein Name ist Bruder Gernandt und diese meine Begleiterin ist Schwester Efi.” Er verbeugt sich leicht und deutet mit einer Handbewegung auf die Frau neben ihm.

Efi, die ein wenig hinter ihm im Schatten stand tritt nun leise hervor und neigt ihrerseits den Kopf zum Gruß, während sie ihren Gegenüber genauer in Augenschein nimmt: Seine Aufmachung und sein Erscheinungsbild, den Dienern so unähnlich lassen sie auf einen höhergestellten Mann schließen. Allein, wie er dort steht, hat er solch eine Präsenz – sie ist sich sicher: Dieses könnte ein Wunderwirker sein. “Mögt ihr stets im Licht der Sterne wandeln”, grüßt sie den Fremden leise und man erkennt an ihrer Stimme, wie aufgeregt sie ist.

Ein Lächeln legt sich auf die Lippen des Grauen. “Nun denn. Mein Name ist Segulbert Haferstroh und ich möchte euch berichtigen meine Herr Gernandt, insofern als das pure Erkennen nicht allein die Tätigkeit des Körperlichen sondern auch eine Gabe des Inneren und des Abstrakten sein kann. Weiterhin möchte ich nicht ausschließen, dass ein wenig ….  Oh verzeiht mir. Ich denke ich schweife schwafelnd ab. Was können wir euch denn zu solch später Stunde noch Gutes tun?

Gernandts Blick trübte sich etwas für einen Augenblick als sein Verstand das gehörte verarbeitete. Schließlich ruckte kurz sein Kopf und er erwiderte mit einem Glanz in den Augen “Wir wollen die Herrlichkeit und Heiligkeit dieses besonderen Ortes erleben und erforschen mein Freund! Wunder sehen! Dinge des Unmöglichen! Die Segen und Geschenke die Trum nun endlich überbracht worden, so dass wir in eine neue und bessere Welt blicken können. Der Schritt in einem Friedlichen und Offenen zusammenleben wurde hier getan und wir wollen sehen wo der Weg weiter führt!”

Im Hintergrund sieht man einen Mann mit einer Laterne und einem dickem Foliant bewaffnet entlang gehen.“Komm schon Heinrich”, ruft der Mann. “wir müssen noch die Speisekammer kontrollieren. Wer weiß, was wir wieder bestellen müssen? Die haben Hunger wie ein Schwarm Heuschrecken. Was das wieder kosten wird!!” Und die Beiden verschwinden in einem der Nebengebäude.

Efi, die versucht, die gesamte Szenerie für sich zu deuten tritt Gernandt verstohlen auf den Fuß, als sie merkt, dass er sich wieder einmal in einer seiner bekannten und langen Monologe vergehen würde, ohne zu merken, wer da vor ihm steht. “Verzeiht, mein Herr”, sagt sie nun zu ihrem Gegenüber, “Wir sind hier, um die Meister dieses wundervollen, von Stellara gesegneten Ortes kennenzulernen und ihre Weisheiten zu hören.” Ihre Augen funkeln und sie zieht ein kleines, in Leder gebundenes Notizbuch aus einer ihrer Taschen. “Wäre es uns erlaubt, einige Tage hier zu verweilen? Und… Stellara vergebe mir, wenn ich mich irre, aber mir deucht, der Verwalter dieses Ortes verschwand eben dort drüben – gehe ich Recht in der Annahme, Ihr seid einer der Meister dieser von Stellara geschenkten Künste?” und sie strahlt ihn an, während sie eine kleine, zerfledderte Feder zückt.

“Halt! Bleibt stehen!”, schallt es den Gang entlang. Ein Hut nähert sich im Fluge, gefolgt von einem erschöpften Robenträger ohne Hut! Der Hut mit gewaltigen Maßen wird von zwei Federflügeln angetrieben und scheint nicht zu seinem Meister zurückzuwollen. “So haltet ihn auf!”
Doch der Hut beendet seinen Langflug abrupt vor den Gästen und beginnt vor der Feder der Besucherin ein Tänzchen aufzuführen. “Also … puh … Tschuldigung.” Der Mann keucht, die Hände auf die Knie gelegt. “Er muss die Feder für einen Artgenossen halten. Ich sollte ihn nicht mit Federn betreiben. Vielleicht mit Fledermausflügeln oder so. Das hat sonst thaumaturgische Nebenwirkungen. Oh, Gäste! Darf ich mich vorstellen, Gaugeksteyn der Viertel vor Zwölfte, Verwaltungssekretariat Abteilung ABC minus Zwo Viertel, zuständig für alle Akten Schublade unten links.”
Der Hut legt ein Ei, welches auf dem Boden zerplatzt.

Efi schaut erstarrt auf den Flecken, den das Ei hinterlassen hat und der langsam größer wird, dann auf den Hut und schließlich auf den seinerseits zerrupft anmutenden Mann dahinter und murmelt ein verdutztes “Unter ihrem Glanze”, während sie Gernandt mit dem Ellbogen in die Seite sticht.

Gernandt starrt auf dieses Spektakel, reisst die Arme in die Höhe und ruft: “Gepriesen seien die Sterne und ihre Geschenke! Ein fliegender, Eierlegender Hut! In welchen wunderbaren Zeiten wir leben.”  Ein Grinsen ist auf seinem Gesicht zu erkennen. “Und Ihr Herr Gaugelsteyn, dessen Worte ich nicht im geringsten verstehe, seid gesegnet! Stellara hat eure Stirn geküsst! Bitte versucht uns eure Weisheiten mitzuteilen. Es wäre uns eine Ehre!”

Der Graue ältere Mann nahm wieder die Hand von den Augen die dort weilte um wohl das Geschehene nicht mit ansehen zu müssen. Das hast du ja fast wieder hinbekommen Gaugelsteyn. Und nun verschwinde. Wir haben Gäste.
Zu den Ankömmlingen gewandt: Wie Ihr schon recht bemerkt habt war der Herr Verwalter bereits zu sehen. Wenn Ihr also folgen würdet? Segulbert Haferstroh wendet seine sich beschleunigenden Schritt in Richtung des Nebengebäudes in dem der Herr Verwalter verschwand und öffnete die Tür. Er rief: Herr Zwirbel! Herr Zwirbel! Es sind Gäste angekommen um die es sich zu kümmern gilt. Wieder zu den Gästen: Ihr werdet mich nun Entschuldigen müssen. Die Wolken geben gleich die Sicht auf die Sterne frei und Ich muss den hohen Turm noch erklimmen. Mit diesen Worten wendet sich Segulbert Haferstroh ab und eilt über den Hof zum Eingang des Turmes.

Bevor Efi begriff und hinter ihm herrufen konnte, war der Meister bereits in dem Tor verschwunden. “Die Sterne, Gernandt! Er erforscht Stellara und ihre Kinder!” Voller Ehrfurcht und mit Gänsehaut an beiden Armen vollführt sie erneut das Zeichen vor ihrer Brust, schließt die Augen und murmelt leise etwas vor sich hin.

Geknickt setzte sich Gaukelsteyn seinen Hut wieder auf.  “Ich bringe Euch zu Herrn Zwirbel.  Er wird euch verwalten.” Die beiden Gäste wurden einen langen Gang entlang geführt, beobachtet von einer Galerie streng dreinblickender Herren und Damen. “Das sind die bedeutendsten Gelehrten in der Geschichte unserer Akademie. Die Galerie ist noch etwas umstritten, da die Akademie ja gerade erst gegründet wurde und eigentlich gar keine Ahnengalerie haben dürfte. Wir erklären uns das über Zeitmagie. Darf ich fragen, was euch Pilgersleut an unsere Akademie verschlägt? Das ist ein eher ungewöhnlicher Besuch. Wir sind zumeist streng wissenschaftlich. Wir glauben nämlich nicht an Götter, sondern wissen, dass es sie gibt. Wissenschaftlich eben.”