Wiederwahl des Karls von Rentsgard (Closed Aug. 2015)

Es war einer dieser stürmischen Tage. Einer dieser vielen stürmischen Tage in südlichen Hardemundt. Genauer gesagt, im Dorf Rentsgard, in der Dörfergemeinschaft Westflachgrund. Es war nun etwas mehr als ein Jahr her, dass Terkol Sturmfels in der Kupferkrugtaverne den letzten Karl von Rentsgard im Zweikampf besiegt hatte und so an den Posten des Karls gekommen war. Alles in allem war das letzte Jahr in Rentsgard und für Rentsgard recht gut gelaufen. Zwei neue Boote konnten fertiggebaut werden und wurden im Fischfang eingesetzt, die Ernte lief gut und die Lebensmittelvorräte würden den Winter über reichen. Trotzdem musste jeder Karl von Rentsgardt einmal im Jahr sich seinen Mitbewohnern stellen, um jedem die Möglichkeit zu geben, es im kommenden Jahr besser machen zu können. Vor drei Tagen nun hatte er Hafnar den Ziegenhirten beauftragt, einen Aushang im Dorf anzubringen. Terkol lies zur Dorfversammlung rufen.
Heute nun war die Dämmerung hereingebrochen und Sighvardh der Bootsbauer hatte auf dem Dorfplatz ein Feuer entzündet. Alle waren Sie gekommen. Männer, Frauen und Kinder. Alle wollten hören, was ihr Karl Terkol Sturmfels für Pläne hatte und sehen, ob er gefordert werden würde. Terkol trank seinen Becher aus und ging, gefolgt von Karinja Sturmfels aus der Halle seines Hauses auf den Dorfplatz.

Sighvardh Brendboe:
Viel Volk hat sich um das große Feuer versammelt und spricht aufgeregt durcheinander.
Da kommt er!
Alle verstummen plötzlich und schauen auf Terkol Sturmfels, der mit großen Schritten auf das Feuer zusteuert.
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Hafnar Frenjason:

Am anderen Ende stellte sich Hafnar neben Sighvardh und hielt ihm einen tonernen Becher vor die Nase. In diesem war eine dampfende weiße Flüssigkeit.
„Hier, nimm einen Schluck. Der tut gut! Hab ich selbst gemacht. Bester Langmähnensnaps.“
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Sighvardh Brendboe:
Sighvardh schaut kurz in den Becher, dann auf Hafnar und sagt:
Vielleicht sollten wir nicht ganz so viel trinken. Wer weiß schon was Terkol erzählt oder wer ihn fordert.
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Terkol Sturmfels:
Aufrecht und stolz nimmt Terkol seinen Platz am Feuer ein. Umso stolzer schaut er auf die ihn umgebenden Menschen. Ein turbulentes Jahr liegt hinter Rentsgard. Die Zukunft verspricht den Sturm, welcher sich am heutigen Tage am zerklüfteten Himmel über Rentsgard anzukündigen scheint. Ein letzter Blick schweift über das Dorf, sein Dorf, bevor Terkol die Stimme erhebt:
Brüder und Schwestern Rentsgard´s, ein Jahr ist vorbei. Ein Jahr in dem ich für das Dorf gesprochen und ihr meinen Befehlen gefolgt seid.“
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Hafnar Frenjason:
Er nimmt einen Schluck und sagt lachend:
Du hast recht. Ich sollte nüchtern bleiben. Falls sich niemand traut, muss ICH noch den Karl fordern!
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Terkol Sturmfels:
Einen kritischen Blick auf Hafnar werfend:
Ein gutes Jahr liegt hinter uns. Rentsgard wächst. Dank der Hilfe aus Groenvelden ist unsere neue Palisade fertig gestellt. Sie schützt unser Vieh vor den Wölfen bei Nacht und uns vor dem Gesindel aus den Kaufmannslanden.
Auf einen Wink Terkols beginnen einige Dorfbewohner große Fässer voller Met von einem einfachen Holzwagen zu rollen und rund um das Feuer aufzustellen.
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Hafnar Frenjason:
Ich….Ich…Ich mein ja nur. So ganz ohne is doch auch langweilig.
und nahm noch einen Schluck aus dem Becher.
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Sighvardh Brendboe:
Sighvard dreht die Augen Richtung Himmel und murmelt für sich:
Oh Ihr Götter des Windes und der See. Lasst ihn an seiner Ziegenpisse ersticken.
und laut in Richtung des Karls:
Hört! Hört!
Sein Blick wandert zum Rand des Dorfes. Tatsächlich ist im Schein des Feuers die Palisade zu sehen, die in diesem Jahr fertig gestellt worden war. Stabil sieht sie aus und nicht wenige der Bewohner des Nachbarortes Goenveldens hatten daran mitgearbeitet. Sighvard fand es schade, nicht selber mehr an der Palisade gearbeitet zu haben. Sicherlich wären einige Stellen noch besser und stabiler geworden.

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Terkol Sturmfels:
„Und doch, liegt noch ein weiter schwerer Weg vor uns. Hoch im Norden ballt sich eine Gefahr zusammen. Erst kürzlich überlebte mein treues Weib ein feiges Attentat von dort. Im Osten stehen immer noch die Söldner aus den Kaufmannslanden, welche nur danach lechzen unseren Met zu saufen und unsere Frauen zu vögeln.“

Nach einer kurzen Pause „Aber wir stehen nicht alleine im Angesicht unserer Feinde. Vor einigen Tagen konnte ich einen Kaufmann dazu bringen uns zu bezahlen, das wir ihm und seinen Männern das segeln beibringen. Anscheinend haben sie dort unten zuwenig Wasser“, dabei bricht er in lautes Gelächter aus und nimmt anschließend einen tiefen Schluck aus seinem Krug. “ Ein Boot will er von uns gebaut bekommen gegen klingende Münze. Wer wäre dafür besser geeignet als die Rentsgarder ?“
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Sighvardh Brendboe:
Hört! Hört! Tod für unsere Feinde!
Sighvardh tritt vor, hebt die Faust über den Kopf und sprich mit lauter Stimme: Wer könnte besser geeignet sein als ICH, um den Sewenländern ein Boot zu bauen? Er schaut in die Runde der Rentsgarder. So bitte ich euch Terkol. Schickt mich nach Großenbrück, um dieses Boot zu bauen und meine Stimme für deine Wiederwahl ist dir gewiß. Sighvardh läßt die Faust sinken und schaut über das Feuer zum Karl.
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Terkol Sturmfels:

Gerade als der Karl erneut seine Stimme erheben will, schalllen zwei Hornstöße durch die abwartende Stille. Die Köpfe der Versammelten rucken herum und schauen zu den erst kürzlich fertiggestellten Plattformen an der Palisade. War dieses doch das vereinbarte Signal für einen bevorstehenden Angriff. Während noch die Laute des Horns in der Nacht verklingen, stürzt der Posten, welcher Wache stand, mit einem Pfeil im Hals drei Meter in die Tiefe, wo er röchelnd liegen bleibt.

„Zu den Waffen, bemannt das Tor“ schallt Terkols Stimme durch das Dorf.

Wer auch immer dort draußen ist, musste sich im Schutze der Dunkelheit angeschlichen haben. Doch nun konnte man bereits abseits des Dorfes das Auflodern unzähliger Fackeln erkennen. Noch während die Männer und Frauen Rentsgards zu den Waffen greifen und zum Tor rennen, sirren bereits die ersten Brandpfeile über die Palisade und das hölzerne Tor erbebt unter ungezählten schweren Axthieben.

Mutig werfen sich die Bewohnern den unbekannten Angreifern entgegen. Lange noch halten sie das Tor. Die Kinder, Alten und nicht zum Kampfe geeigneten bilden eine Eimerkette, um das rasch um sich greifende Feuer, gelegt durch die Brandpfeile, zu löschen.

Hin und her pendelt das Kampfesglück in dieser Nacht. Zwar gelingt es den fremden Angreifern das Tor zu durchbrechen doch scheitern sie an dem Schildwall der Rentsgarder.

Als das erste Tageslicht sich seinen Weg durch die schwarzen Rauchwolken, welche über dem Dorf schweben, bricht ebt der Kampf ab. Die letzten Sterbenden werden rasch erlöst oder zu den Kräuterweibern geschleppt welche um so manches Leben einen harten Kampf führen.  Die erst kürzlich fertig gestellte Palisade ist an zwei Stellen durchbrochen, zwei Wohnhäuser bis auf die Grundmauern niedergebrannt und etliche Männer des Dorfes schwer verletzt oder schlimmeres.

Nachdem die letzten Schwerter zurück in die Scheiden gerammt wurden blicken die Bewohner sich fragend und suchend um.

Doch es ist niemand da der eine Antwort auf die Ereignisse der Nacht weiß. Fest steht nur, nachdem man die Gefallenen begutachtet hat, der Karl ist nicht unter den Gefallenen aber er ist auch nicht auffindbar
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Terkol Sturmfels: spricht
Karinija Sturmfels: spricht
Hafnar Frenjason: spricht
Sighvardh: spricht

In einer der vielen Tavernen (Closed Juni2015)

In einer der vielen Tavernen Großenbrücks fragt ein Reiter mit dem Wappen, grün-weiß-grün gestreift und einem rot bewährten Bären darauf, wo man denn den Herrn Gnogge antreffen könnte. Er habe eine Nachricht für ihn, von seinem Herrn. Dem Mauerritter Kuno von Bärhegen aus Siebenhöfen.

Der Wirt, einen schweren Eimer tragend, schaut zu dem Reiter auf: “Da müsst Ihr euch gen Norden wenden. Er kam vor zwei tagen hier durch und war auf dem Weg zum Lehenssitz des Herrn Beck.”

“Danke dafür.” Und so machte er sich am nächsten Morgen auf, um Richtung Norden zu reiten.