An den holdseligen Rat von Trum,
seid mit diesen Zeilen kund und zu wissen getan:
Auf dem 1. Hansetag des 35. Ratsjahres ward beschlossen, datz eyn Wehrgehöft, allen Mitgliedern der mittelländischen Hanse gleychermatzen offenstehend, sey zu errichten. Gleychwie Euch wohlbekannt, ruht diese Verpflichtung noch immer auf des Reyches Trum Schultern, ohne datz ihr bislang Genüge getan worden wäre.
Ursach dessen sind die mancherley ungeklärten Fragen der Münz- und Baukosten, welche das ehrbare Werk seyt Anbeginn hemmen. Mehr noch: die Rechts- und Botenaufwendungen des Klärungsverfahrens schwollen dergestalt an, datz sie nun gar die geschätzten Kosten eynes ganzen Wehrhofes überstiegen haben.
Uns selber dünket, datz Wilgau eynes nahen Standortes gar wohl begehret, dieweyl allda auch das Hansekontor stehet und der Wehrhof darzu erkoren ist, die Hanserouten zu behüten, also sol dem Orte der An- und Abfuhr der Kontorwaren zu Nutz und Schutz geraten.
Darob hält es der trumländische Hansesenator für unumgänglich und alsbald vonnöten, sich auf der kommenden Trumratsversammlung persönlich eynzufinden, auf datz Rede und Antwort in rechter Form getan werden möge.
Doch nicht alleyn die Finanzierung, auch die Frage nach dem würdigen und dienlichen Standort des geplanten Wehrgehöfts harrt noch der endgültigen Entscheydung und liegt wie eyn Schatten über dem Werke.
Darum bitten wir demütiglich um eyliges Verstehen und hoffend auf nachsichtige Geduld bis zur baldigen Klärung aller offenen Belange.
Dör Eyne weylet unter uns mit Euch und der Hanse zum Wohl
Jakub Pfefferpfennig
Hanseatischer Senatsecretarius
i.A. Ludwig Böttcher
Senator der Mittelländischen Hanse
