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Einladung zur Taverneneröffnung an Bruder Lammfromm

Mein lieber Peter,

hast du es schon gehört? Meine Taverne hat jetzt ihren richtigen Namen und die Eröffnung soll in acht Tagen sein. Ich bin so aufgeregt!

Mehr Feenstaub braucht die Welt , kannst du es schon sehen? Feenstaub-Bier und -Törtchen wollte ich auch noch ausprobieren! Bitte sage mir, dass du auch kommst! Es soll ganz viel getrunken, gelacht und gefeiert werden, ich habe das Gefühl, das brauchen wir jetzt.

Dem lieben Herrn Alistair habe ich auch geschrieben. Ich weiß ja, dass ihr beizeiten recht gern gemeinsam reist.

Es grüßt dich herzlichst,
Deine Freundin Anka
(die jetzt Wirtin ist)

Post scriptum. Pass auf dich auf!

Einladung zur Taverneneröffnung an Elder

Meine liebe Elder,

es ist soweit! Ich habe meine eigene Taverne,… kannst du dir das vorstellen? Ich kann es selbst kaum glauben, doch es ist wahr!

In acht Tagen werde ich wirklich und wahrhaftig Wirtin sein von der Taverne „Zum Feefferstreuer“ in Gergonsmund. Ist der Name nicht passend?

Auch, wenn sie schon geöffnet ist und ich bereits ein paar Einnahmen verbuchen konnte, werde ich erst zur Eröffnung meine Feenprodukte verkaufen. Ich bin so aufgeregt! Feenstaub für Frieden und Fröhlichkeit! Ich glaube ganz fest daran.

Bitte, bitte komm doch zu der Eröffnung! Ich will alle meine Freunde dabei haben. Wir werden feiern bis zum Morgengrauen. Es soll getrunken, gelacht und getanzt werden. Das brauchen wir in diesen Zeiten.

Bis dahin, pass auf dich auf. Bis dann mein Feenstaubbier dich wieder zum Lächeln bringt.

Es grüßt dich herzlichst,
deine Freundin Anka
(die jetzt Wirtin ist!)

Wir rufen deine Wölfe – alphayn

Wir rufen Deine Wölfe
und rufen Deinen Speer,
wir rufen alle Zwölfe
vom Himmel zu uns her.

Wir rufen Dich vor Allen.
Nun kommt die wilde Jagd,
nun laßt das Horn erschallen,
um keinen Toten klagt.

Der Feind ist schon verfallen,
eh daß der Morgen tagt.
Wir rufen Deine Wölfe
und rufen Deinen Speer,

Das Wild hat keinen Namen,
der Feind hat kein Gesicht,
das Aas hat keinen Samen,
gerecht ist das Gericht.

Die Ernte ist vergangen,
die Spreu ist täglich feil,
die Raben jetzt verlangen
ihr angemessnes Teil,

Wir rufen Deine Wölfe
und rufen Deinen Speer,
wir rufen alle Zwölfe
vom Himmel zu uns her.

Wir rufen Dich vor Allen.
Nun kommt die wilde Jagd,
nun laßt das Horn erschallen,
um keinen Toten klagt.

Wir rufen Deine Wölfe
und rufen Deinen Speer,
wir rufen alle Zwölfe
vom Himmel…

Schockschwerenot – Duivelspack

Als ich des Nachts nach Hause kam und nicht wie sonst mein Weib vernahm. Kein Zetern drang mir an das Ohr, kein Nudelholz schlug mir davor.
Nur aus der Grube hinter’m Haus, da lugten ein paar Füße raus. Potzblitz, nach einem am Schönheitsbad sah das nicht gerade aus!

Schockschwere Not, mein Eheweib ist tot. Wer flickt mir jetzt die Socken und Wer kocht mein Abendbrot?
Schockschwere Not, mein Eheweib ist tot. Wer flickt mir jetzt die Socken und Wer kocht mein Abendbrot?

Sie war so gut, sie war so lieb, auch wenn sie’s oft mit Ander’n trieb. Der Pastor und der Bäckersmann, die klopften öfters bei ihr an. Derweil ich draußen durch die Welt, mit Spielleut‘, nur für’n Taschengeld
Als Vater von sechs Kindern für den mich sonst keiner hält!

Schockschwere Not, …

Sie war nicht schön, sie war nicht schlank, sie war so groß wie’n Küchenschrank. Das Bett war grad so breit wie sie, drum schlief ich meist beim lieben Vieh.
Nur manchmal fiel ihr nächtens ein, daß ich ihr sollt‘ zu Willen sein. Da flehte ich, Du lieber Gott, laß mich jetzt nicht allein!

Schockschwere Not, …

Doch Trübsal scheint mir ohne Sinn, denn tot ist tot und hin ist hin. Den Branntwein hol ich mir hervor, da klopft es auch schon an das Tor. Draußen steht der Sensenmann, der sieht mich ziemlich traurig an
Und meint: „Hey, wenn Du willst, kannst Du sie wirklich wieder haben!“

Schockschwere Not, mein Eheweib bleibt tot
Gevatter, ach, behalt sie nur,
Das Kommt schon noch ins Lot.
Schockschwere Not, mein Eheweib bleibt tot
Ich koch mir meine Socken selbst
Zur Not zum Abendbrot!

Wildgänse – die Irrlichter

Dem König treu ergeben, der sehr weise und schon alt,
Kämpft´ ich an seiner Seite, gewann Ehre dort schon bald.
D´rum rief er mich zu Hofe, dass ich ihm dort dienen sollt,
Behüten seine Braut, die er bald ehelichen wollt´,
Ihr Liebreiz, ihre Schönheit waren weithin wohlbekannt,
Als Ritter der Provinz war ich weit unter ihrem Stand,
Doch liebte sie Geschichten aus den Dörfern um die Burg,
Fühlt sich nicht mehr gefangen, sondern treu umsorgt.

Siehst du, wie die Wildgänse ziehen?
Eisiger Wind trägt mein Lied übers Feld.
Banner auf dem Turme hoch wehen,
Hier geschieht nur, was dem König gefällt.
Ach wär´ ich frei wie die Gänse zu sehen die Welt.

Jede Stunde ihres Lebens hab´ ich über sie gewacht,
Wie ihr Bruder, ihr Vertrauter bis zu jener Nacht:
Ihr Haar im Bade offen, Rosenblüten, Kerzenschein, Immer war ich bei ihr, doch nie mit ihr allein.
Mein Leben ihr zu opfern war schon immer meine Pflicht,
Doch meine Liebe, mein Verlangen, bezwang ich letztlich nicht.
Ihre schwarzen Augen berauschten meinen Sinn,
Willig und verzaubert gaben wir einander hin.

Siehst du,…

Ein Kammerherr, der neidisch war, sah diesen Hochverrat,
Erzählt´ dem König wortgewandt die Schande meiner Tat.
Gekränkt und wild von Zorn erfasst, richtet mich seine Wut:
Verwundet von des Königs Schwert lag ich in meinem Blut.
Mein bester Freund entwindet mir ihr teures Liebespfand,
Ein Tuch, bestickt mit Wildgänsen von ihrer zarten Hand,
Er reitet fern ins Klostertal noch in dieser Stund´
Und lebt sie noch, so bringt er ihr meines Todes Kund´.

Siehst du, wie die Wildgänse ziehen?
Eisiger Wind trägt mein Lied übers Land.
Liebster, sag mir, konntest Du fliehen?
Dem König allein schuldet´ ich meine Hand,
Weinend ins Kloster auf Lebtag verbannt.