Das Fenster – sören vogelsang

Ich war noch jung, da war mir klar
Das Leben ist zu wunderbar
um hier im Dorfe festzukleben
Wollte doch die Welt erleben
So nahm ich meine sieben Sachen
Ging mit einem fröhlich’ Lachen
Doch bald schon wurde mir echt bang
Ich wusste nicht ob rechts oder links lang

Ich fütterte grade des Bauern Sau
Da entdeckte ich jene schöne Frau
Das güldene Haar, die lieblichen Brüste
In mir da regten sich fremde Gelüste
Der Bauer er lachte und Sprach zu mir:
“Knecht! Nimm dir dieses Weib dann ergeht es dir schlecht!”
Er schaute mich an, seine Stimme ward fester
“Schlag dir aus dem Kopf unsres Lehnsherren Schwester!“

Und jetzt steh’ ich am Fenster und spring in den Tod
Und alles wegen dir, ich dummer Idiot
Heute und hier da endet die Reise
Der Boden kommt näher und ich denk mir


Die Worte des Bauern verhallten recht bald
Mein Bettchen war leer und die Nächte so kalt
Da fasste ich einen kühnen Entschluss
Allein zu erobern den goldenen Schuss
Ich wusch mich und kaufte mir auch neue Kleider
Bald schon verfolgten mich gar viele Weiber
Aber ich wollte nur diese eine beglücken
Und so machte ich mich auf sie von mir zu verzücken


Und jetzt steh’ ich am Fenster…


Am Schloss angekommen und mit frohem Mut
Erweckt’ ich dann doch des Lehnsherren Wut
Er fand mich auch bald schon in ihrem Gemach
Wir liebten uns grade, Oh welche Schmach
Er zückte die Klinge und schrie nurnoch „Lauf!”
So rannt’ ich denn flux auf die Zinnen hinauf
Und oben am Turme bevor er mich fing
Stand ein Fenster weit offen und ich dachte mir spring


Und jetzt steh’ ich am Fenster…

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