Es ist warm in diesem großen runden Raum. In der Mitte steht ein Tisch und an den Wänden erhellen Kerzenständer eine hell verputzte Decke ohne Bilder. Draußen widriges nasses Wetter wie es hier so oft das Ende eines Jahres bestimmt.
Sie sind alle anwesend:
Der Herr Göttel aus Werant, Herr Knott aus Towen, Frau Stemmler aus Wieden, Frau Hengst aus dem Sewenlandes, Ullin Röttger aus Soodemunt, Herr Plagens aus Hardemunt und der Herr Welzel aus den Kaufmannslande. Es gibt hier keinen Wachsoldaten in diesem Raum, keinen Schreiber, keinen Büttel, keinen Berater, keinen Begleiter, keinen Inspektor. Nicht einmal eine lebendige Fliege am Fenster. Nur die vertrockneten Hüllen aus wärmeren Tagen zieren den Fenstersims. Es liegt keine Hektik oder gar Aggression im Raum. Indes, die Anspannung ist spürbar. Und das liegt einzig am Thema.
Seit vielen Monden schon sind sie nicht mehr alle hier zusammengekommen. Doch nun geht es um etwas was es noch nie gab. Ein Stück Land auf dem Festland der Mittellande.

Die Mitglieder des trumschen Rates haben nun schon mehrere Stunden in diesem Raum verbracht und stehen kurz vor einer Entscheidung. Alle Möglichkeiten waren besprochen worden, alle Risiken abgewägt. Dieser Schritt ist kein einfacher. Bisher hielt sich Trum, selbst schon als Königreich, immer zurück mit Eroberungen. Zumal das Stück Land der Begierde kein Kleines ist, zudem noch von übler Geschichte seit Solania vor einigen Jahren unterging. Aber die Zeiten sind nun andere und Chancen müssen ergriffen werden.
Als die Stille gerade wieder in Zögern umschlagen will hebt Herr Wenzel als erster die Hand: “Dafür. Alle Gewinne heben die Risiken bei weitem auf.“ Nacheinander stimmen auch Herr Göttel, Herr Knott, Frau Stemmler und Frau Hengst mit „Ja“. Herr Röttger überlegt noch und sagt dann schließlich: “Wenn wir den Hafen bekommen… Ja!“ Sodann steht Herr Plagens als letzter Entscheider auf und sagt nach alter Sitte: “So ist es beschlossen. Ein jeder hier weiß was er oder sie zu stellen hat. Die Flotte soll sich in vier Wochen in der Stadt Legila an der Nordküste Soodemunts versammeln.“