Meister Reinhart

Die Heiligkeit des stillen Örtchens

Meister Reinhart ist Begründer einer Philosophenschule und Schutzheiliger der Abortbesucher im Sonnenglauben. Söldner rufen ihn an, um Stuhlgang während der Schlacht zu verhindern und Wanderer, um ein stilles Örtchen zu finden. Man sagt, wenn man Reinhart vor dem Gang zum Abort seine Aufwartung macht, inspiriert er einen dort zu guten Gedanken.

 

Geschichte

Einst im Lehen Kaps in Werant in den Landen von Trum in den ganz westlichen Mittellanden, zog sich der Tischlermeister Reinhart in die Einsamkeit zurück, um sich als Eremit auf die Suche nach dem sittlichen Pfad zu begeben. Nicht gestört werden wollte er und sich nicht aus dem Haus begeben für einen Mond lang. Allein die fürsorgliche Bohnenbäuerin Ilse durfte ihn besuchten ihn und versorgen.

30 Tage und Nächte verbrachte Reinhart so und in dieser Zeit nahm eine innere Unruhe stetig zu. Aus seinen tiefsten inneren Tiefen vernahm der das Knurren und Grummeln und Grummeln seiner ureigenen Dämonen. Diesen Kampf wollte er aufnehmen, doch die Dämonen waren stark und peinigten bald neben seiner Seele auch den Leib.

Auch magische Hausmittel der Ilse brachten nur kurz Linderung. Die Dämonen führten ihr Werk fort.

Als es dem Reinhart gar nicht mehr gelang, seine eremitische Selbstbeherrschung aufrecht zu halten, gab er auf und rannte zum öffentlichen stillen Örtchen seines Dorfes. Er rannte dermaßen geschwind und fast besessen über den Dorfplatz, dass er die Aufmerksamkeit des Dorfvolkes auf sich zog.

Als diese neugierig versammelt um das stille Örtchenhäuschen lauschten – denn freilich harrten sie schon lange, wie es denn ihrem Eremiten ergehen würde – da vernahmen sie ein derbe Kampfgeräusche und auch Schreien und stöhnen hörten sie ihn und befürchteten schon, die Dämonen hätten ihren Reinhart hinabgezogen, da plötzlich, nach einer kurzen Ruhe – ertönte ein solch zufriedener und glückseligmachender Seuflzerlauf von drinnen, dass großes Raunen ging durch das Volk und ein jeder wusste, hier hatte jemand Meisterschaft erlangt.

Und plötzlich wollten alle Meisterschaft und sie hämmerten an die Tür „Meister, Meister, was ist dein Geheimnis?“. Doch er rief nur „Geht fort!“. Doch die Leute blieben und umlagerten das Häuschen. „Meister, lass mich rein! Ich will dir Gefolgschaft leisten“ schrie die Müllerin Berta. Und der Meister rief zurück: Berta, geh in deine Mühle!“ Und berta ging in ihrer Mühle und erlangte Meisterschaft im Mühlenhandwerk. Und der Förster Schorschel rief „Meister, lass mich rein, ich will dir Gefolgschaft leisten!“ Und der Meister sprach. „Schorschel, geh in deinen Wald!“ Und schorschel ging in den Wald und försterte und erlangte Meisterschaft im Förstern. Und so ging nach und nach ein jeder wieder sein Tagewerk verrichten und alle erlangten Meisterschaft.

Seltsam, aber so oder so ähnlich wurde es berichtet. Die Kunde vom Dorf der Meister & Weisen verbreitete sich rasch und Philosophen zogen ihre Lehren.