Audienz beim Baron (letzte Aktualisierung 18.04.2018)

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Bruder Decius
Ortwin
Anka
Henna
Pförre

Vor dem Sitz des Barons kommt eine kleine Gruppe Menschen an. Bruder Decius bitte sie kurz zu warten, bis er mit dem Baron wegen einer Audienz gesprochen hat.

So geht er los, klopft an das Gemach und fragt:“Werter Baron, seid ihr da?

Auf der anderen Seite der schweren und reichlich mit Holzschnitzwerk verzierten Türe steht Ortwin. Sich mit der linken offenen Hand beide Schläfen reibend und in der rechten ein Schriftstück haltend stösst er einen Seufzer aus, nur um gleich laut fortzufahren: „Decius! Wo sollte ich denn wohl sonst sein? “ Er wirft das Schreibsel zu den vielen anderen auf den großen Tisch. „Kommt schon rein, den Büttel habe ich fortgeheißen.“ Unter einem großen Ahnenbild, auf dem irgendein Uhlenbruch neben einem großen Hund trohnt, füllt der Baron zwei kristallene Krüge mit Wein. „Heute keine schlechten Nachrichten werter Kaplan, sonst muss ich gleich im Anschluss üble Flucherei beichten!

Danke„, sagte er und nahm sich eines der Gläser. „Mit den schlechten Nachrichten,“ er holte Luft und nahm noch einen Schluck und sprach weiter, „nun ja.. es gibt tatsächlich welche. Wie es nicht anders zu erwarten war, wurden wir von Champa hintergangen und so konnten sie den Stein bergen und für sich beanspruchen. Aber auch nur, da sie Hilfe von solanischen Söldnern hatten. Draußen warten die Anderen der Expedition, um das Geschehen aus ihrer Sicht zu schildern und eventuell weitere Schritte mit zubesrpechen.

 

Dahin die Chance auf eine wunderbare Reliquie!“ Decius könnte schwören, dass der Baron seinen Weinkrug einen winzigen Tuck schneller und kräftiger als sonst auf den Tisch stellte als gewohnt. „Wer hätte gedacht, dass er wirklich so weit geht und mir unverblümt der Handschuh vor die Stiefel wirft.“ Ortwin schaut aus dem großen Fenster. „Jetzt wird dieses himmlische Geschenk sicher in einem der Tempel ihres elenden Sonnengötzen geschändet. Undenkbar Decius! Undenkbar!“ Er hatte angefangen schweigend vor dem Fenster auf und ab zugehen. Nur die Schritte waren für eine ganze Weile zu hören denn auch Bruder Decius wagte es in solchen Momenten nicht, des Barons Gedanken zu stören. Plötzlich hält Ortwin inne und schaut Decius auf einmal erschreckend neugierig an. „Solanen sagt Ihr?“ Er geht, jetzt mit diesem seltsam leichten Lächeln auf den Priester zu. „So richtige Solanen?“ Bruder Decius nickt und Ortwin kommt noch näher „So richtige Solanen aus DEM Solania – nicht etwa welche aus der tuchenen Stadt oder vom ehemaligen Gottkaiser?“ Bruder nickt wieder „Richtige solanische Solanen Euer Gnaden.„Abrupt wendet sich Ortwin ab und setzt sich halb auf den großen Tisch. „Dann los mein Guter!“ Er nimmt das Glas wieder in die Hand. „Ruft Eure Begleiter und erzählt was vorgefallen!

 

Anka ist gerade in einem angeregten Gespräch mit dem Galgenpeter über die merkwürdigsten Wesen dieser Welt vertieft, als Bruder Decius in der Tür erscheint. Sein Blick wirkt nicht mehr ganz so düster wie zuvor. Anka schaut zum Galgenpeter hoch und flüstert „Gehen wir jetzt zum Baron? Er wird wohl nicht begeistert sein ob unserer Nachrichten. Wird er uns später von seinen Bütteln verprügeln lassen?

Ihr könnt nun zu uns kommen„, sagt Decius und öffnet die Tür ganz. Im Inneren sitzt der Baron noch immer auf dem Tisch und es treten fünf Personen ein, unter ihnen Henna.“Werter Baron, darf ich euch fogende Leute vorstellen“, sagt Bruder Decius und beginnt der Reihe nach.„Dies ist Anka, eine Schankmaid aus den Kaufmannslanden. Dieser Mann nennt sich selber Galgenpeter und ist Apothekarius. Dann haben wir hier noch  Freya von Cleith, eine Schildmaid aus Hardemunt, sowie Arndt Mutbrecht und seine Begleitung. Henna brauche ich euch ja nicht mehr vorstellen.“ Jeder von ihnen macht einen Knicks oder Verbeugung  als ihr Name gesagt wird.

Henna tritt nervös vor und kniet demütig nieder.
Herr, wir wurden hintergangen! Nicht nur im Glauben, auch durch die Taten der solanischen Verräter, denen wir noch Hilfe anbieten. Ich bin bereit das Versagen der Gruppe auf mich zu nehmen und jeglichen Unmut eurerseits zu ertragen.“

Nachdem Henna fertig mit sprechen ist, klopft es an die Tür und ein junger Rekrut in den Farben der Mauerwache gekleidet betritt das Zimmer. „Entschuldigt„, stottert er, „ich habe mich etwas verspätet.“ Bruder Decius dreht sich um und sagt:“ Oh, da ist ja unser letzte Mann. Habe ich ja ganz vergessen. Dieser hier ist Pförre, eine eurer Mauerwachen.

Oh Pförre, wo warst du denn?“ flüstert Anka ihm zu und zieht ihn an seinem Ärmel hinter die anderen der bunten Gruppe zur nahe gelegenen Wand. „Henna wollte grade dem Baron alles erklären. Bisher hat noch niemand was erzählt. Ich habe Angst, etwas falsches zu sagen. Du kennst doch meine lose Zunge… Das gibt bestimmt Ärger! Aber diese Ungerechtigkeit, dieses unfassbar maßlos-verräterische und unmenschliche Verhalten der Soldaten im Wald. Wie konnten sie nur?!„, regt sich Anka in der letzten Reihe immer mehr auf, tippt sich in ihren Nacken, wo sie manchmal immernoch den Schlag des Schwertes einer der solanischen Söldner spürt und stapft von einem Fuß auf den anderen. Diese Nacht war für ewig in ihr Gedächtnis eingebrannt worden. Sie verschränkt die Arme und schürzt trotzig ihre Lippen, während sie Henna vorn vor seinem Baron knien sieht und um ihn und sie alle bangt.

Es dauert eine ganze Weile in der Ortwin die einzelnen Teilnehmer der Expedition lange und ausgiebig mustert. Als der verspätete Pförre eintrifft und Anka diesem zuflüstert, schreitet der Baron mit ernster Miene einen nach dem anderen ab. Er scheint den knieenden Henna zu ignorieren und die Vorgestellten musternd wendet er sich an Bruder Decius „Eine feine Gesellschaft, Decius, habt Ihr Euch da ausgesucht.“ Er betrachtet Arndt Mutbrecht genauer „Hardemunt Geborene …“ und lässt anschließend seinen Blick auf auf Freya fallen „erkenne ich. Diese hier sollten wohl in Soodemunt die Späher stellen.“ Er geht zurück zum nun schon einigen Minuten knieenden Henna. „Nun stehe er endlich wieder auf! Mein Schild kauert nicht auf dem Boden und meinen Unmut kann er so schon garnicht tragen.“ Er dreht den Anwesenden den Rücken zu, erhebt die Rechte mit dem kristallenen Krug in der Hand und deutet mit dem freien, beringten Zeigefinger rücklings auf Anka:“Sie soll die Geschichte beginnen. “ Mit einem kleinen Nipp aus dem Krug bedeutet der Baron, dass er nun interessiert zuhört.

„Ehm,…..iiich?“ fragt Anka erschrocken und macht erst einen halben Schritt rückwärts hinter Pförre. „Wir werden alle verprügelt werden!“ flüstert sie sich selbst zu, schluckt, atmet dann einmal tief ein und macht langsam einen Schritt vorwärts. „Ehm….“ räuspert sie sich nochmals „Werter Baron,“ beginnt sie und deutet nochmal einen Knicks an, obwohl der Baron ja mit dem Rücken zu ihnen steht. Einen unsicheren Blick nach hinten beantwortet Bruder Decius mit einem aufmunternden Nicken und so fährt sie fort: „Ich habe hier in Siebenhöfen von einem gefallenen Stern gehört und eure Wache gebeten mich mitzunehmen. Ich wollte sie auf der Reise gern unterstützen und als Lohn einmal einen echten Stern sehen und berühren. Einen echten Stern! Als wir also auf der Insel ankamen, wollte ich die Suche direkt beginnen. Ich war ja so aufgeregt!“ Ankas Stimme wird mit jedem Satz sicherer und sie denkt sich in die ereignisreiche Zeit auf Soodemundt zurück. „Die Bewohner dort unterstützen den Suchauftrag von Bruder Decius, der uns durch den Tag leitete. Und dennoch gab es viele Hindernisse und Wagnisse zu überstehen. Sehr früh schon bemerkten wir auch andere Leute im Wald, die offensichtlich nach dem Stern suchten. Sofort erkannten wir welche von der Sense Champas, die sich sehr abweisend uns gegenüber verhielten. Wir sind ihnen zumeist aus dem Weg gegangen, haben wir doch auf unsere Weise Bruchstücke des Sterns und Hinweise gefunden. Und den Stern haben wir gesehen! Er war so wunderschön. Riesig groß, grün funkelnd und leuchtend im Dunkeln. So unfassbar schön, Herr Baron. Aber man konnte ihn nicht anfassen. Henna hatte es mir verboten, weil man davon merkwürdige Dinge sah. Aber zumindest habe ich jetzt einen Stern gesehen. Und habt ihr gewusst, dass es in Soodemundt Bäume gibt, die laufen können? Zuerst fand ich sie unfassbar aufregend, aber einmal, da haben sie uns plötzlich angegriffen, nicht wahr Bruder Decius? Ich bin so schnell gelaufen, wie ich nur konnte!…“ Bruder Decius räuspert sich und schüttelt unmerklich den Kopf. „Anka, sprecht nicht von den Bäumen. Wichtig ist hier der Verbleib von dem Stern.“ raunt er ihr leise zu. „Achso…. Ja… Naja und als wir dann später alle Teile beisammen hatten…. Also…“ Sie schließt die Augen, sammelt sich kurz und spricht dann langsam weiter. „Für den Stern brauchte man mehrere Bruchstücke, die alle unterschiedliche Wirkung auf den Träger hatten. Ich weiß nicht genau, wie es sich angefühlt hat, ich war nur einmal für eine kurze Zeit blind. Es fühlte sich ein bisschen an wie an einem Tag, an dem man zu schnell und zu weit gelaufen ist, ohne dass man etwas gegessen hat. Sobald ich den Stein wieder abgelegt hatte konnte ich aber wieder sehen. Pförre hat mehrere von ihnen tragen müssen, der kann das sicher besser erzählen. Jedenfalls… das letzte Bruchstück erwarben Bruder Decius und Henna von dem Wirt durch ein besseres Angebot als das der von Champas. Also zogen wir mit allen Teilen in den Wald. Es war schon sehr dunkel und der Soodenwolf heulte und es knarschte und knirschte im Unterholz. Es war sehr unheimlich. Ich war die ganze Zeit an Bruder Decius´ Seite als wir versuchten den Stein zusammen zu setzen, um den Stern zu bergen. Henna, Pförre und die anderen umstellten uns, um uns vor dem Wolf zu schützen, da Bruder Decius und ich ja vollends unbewaffnet waren. Die Soldaten wurden begleitet von einigen anderen Männern, an denen ich kein Wappen gesehen habe. Es war aber auch schon dunkel und wir hatten nur eine Laterne… Und als Bruder Decius es endlich geschafft hatte und den Stern in seinen Händen hielt!… da… da hörte ich nur eine tiefe Stimme sagen „Und die Sonne verdunkelte sich“. Im nächsten Moment sah ich den Bruder, Henna und Pförre aus den Augenwinkeln fallen wie Steine und spürte selbst nur einen heftigen Schlag im Genick bevor es auch mir schwarz vor Augen wurde.“ Anka zittert und dann platzt es aus ihr heraus: „Stellt euch das vor!!! Wir hatten den Stern!! Der Bruder hielt ihn in der Hand! Wir hatten das Rätsel gelöst und da schlagen zehn Männer – zehn vollbewaffnete Männer!!! – uns einfach nieder! Einen unbewaffneten Mönch, ein harmloses Mädchen und zwei Soldaten, die uns vor dem Wolf schützten!“ Anka stützt ihre Arme in die Hüfte, während ihre Wangen sich langsam rot färben und es aus ihren Augen blitzt. „Ich kann das einfach nicht fassen! Wir haben doch zusammen gearbeitet! Da macht man sowas doch nicht. So etwas niederträchtiges. Schämen sollten sie sich!“ „Anka….“ ermahnt sie Bruder Decius nochmals leise. Diese schnaubt noch einmal und setzt dann zum letzten Satz an. „Als wir wieder erwachten, weinte ich vor Schreck und Schmerz.“ sie zuckt die Schultern und spürt, wie ihre Augen feucht werden vor Wut und Scham. Doch das muss ihr nicht peinlich sein. Sie ist ja ein Mädchen. „Der Wolf griff uns an und wir flohen, während eure Wache uns mutig beschützte. Bruder Decius und ich kamen in den Reihen der Champas noch einmal zum Stehen, aber sie erkannten uns nicht. Irgendwie schienen sie Probleme mit dem Stern zu haben. Wir schlichen uns ins Dorf zurück, wo wir allerdings keine weitere Hilfe bekamen. Niemand traute sich noch in den Wald, da der Wolf immer öfter angriff und nur Verletzte oder Tote zurückließ. So beschloss Bruder Decius schließlich, die Niederlage vorerst zu akzeptieren und Euch, Herr Baron zu erzählen, was vorgefallen ist. Er bat uns ihn dabei zu begleiten. Und nun sind wir hier. In der Hoffnung, dass Ihr erkennt, dass es nicht unser Fehler war.“ Anka schluckt noch einmal fest, verkneift sich eine Träne, senkt den Blick und hofft, dass es nicht eine vor Wut schlagende Pulsader ist, die sie am Hals des Barons erkennt. Oder dass die Wut zumindest nicht ihr und den anderen gilt…

Da mir mein Ordo durchaus bekannt ist,“ der Baron geht zum großen Fenster und schaut interessiert hinaus, „nehme ich mit Euer Gnaden vorlieb.“ Er öffnet das Fenster und kühle, nach hellem und frischem Grün duftende Frühlingsluft fließt in den großen Raum. Nach einem tiefen Atemzug, man könnte auch meinen er sei wie zur Beruhigung getan, dreht er sich um“Möchte noch jemand die Vorfälle dort erläutern?

Anka nickt eingeschüchtert, flüstert leise „Euer Gnaden.“ und macht zwei Schritte zurück, hinter die wartenden Gefährten, um aus dem Blickfeld des Barons zu entkommen.