Die Jarls-Initiation am Górmánaðr (letzte Änderung 28.01.2019)

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Mitspieler:

Karinja von Sturmfels ( Nicole)
Sighvard Brendboe (Björn S)
Aask Halfjardson  ( Nils )
Maer Hjálmarrsdotir (Ann-Christin)
Hafnar Frennjason (Peter)
Boris der Knüppel (Peter)
Bruder Lammfromm (Rene2)

Dorfbevölkerung( wer auch immer möchte)

Vorgeschichte: 

Die Familie Plagens hatte, nach einem mehr oder weniger fairen Wettstreit, Karinja von Sturmfels für würdig befunden und zur neuen Jarlin von Westflachgrund ernannt. Die Initiation der neuen Jarlin wird am Górmánaðr, dem Tag der Nebelung, vollzogen.

Zu diesem Anlass haben sich alle Oberhäupter einer jeden Familie Westflachgrunds in Rentsgard einzufinden und als Zeichen der Ehrerbietung und der Treue ihr Haupt zu beugen und den Treueeid abzulegen.

Am Górmánaðr in Rentsgart:

Der Tag neigt sich dem Ende entgegen, die Sonnenscheibe versinkt über den Weiten des Meeres und die ersten Nebelschwaden kriechen aus der Erde empor.

Das Dorf Rentsgard, erhellt von dutzenden Feuern,  befindet sich in ausgelassener Feierlaune.

Wie es Brauch ist, dauerten die Feierlichkeiten zur Ernennung der neuen Jarlin drei Tage und würden heute Nacht ihren Höhepunkt finden.

Fett gemästete Schweine drehen sich über den Feuern und Karren mit Bier waren eilig herangeschafft worden.  Im Langhaus des Dorfes sitzt Karinja, neben sich einen großen Krug Bier, auf ihrem erhöhten Stuhl, bereit für einen weiteren der vielen Bräuche. Die Entgegennahme der Treueschwüre und wenn denn nötig die erste Schlichtungssitzung.

Die junge Maer war eben erst aus Delerna auf dem Fest angekommen, hatte sie sich daheim doch noch um ihren Vater kümmern müssen. Er als Oberhaupt müsste eigentlich nun hier sein und vortreten, doch er war zu krank und zu schwach und hatte sie statt seiner nach Rentsgard schicken müssen.

Mit ihrer Laute auf dem Rücken und dem Schwert an der Seite schaut sie sich das Geschehen erst einmal vom Rand aus an und sucht in der Menge der feiernden Nordleute nach Gesichtern, die ihr bekannt vorkommen.

Es war ein weiter Weg für Karinja gewesen, auf diesem Stuhl zu sitzen. Noch vor einiger Zeit hätte sie sich niemals vorstellen können, einmal Jarlin von Westflachgrund zu sein. Solche Aufgaben hatte sie lieber Terkol, ihrem Mann, überlassen. Er war der Karl von Rentsgard. Doch nun war er fort, auf der Suche nach dem Kelch und damit nach der Unsterblichkeit. Sie hatte die führende Rolle im Dorf übernommen, aber es wurden immer mehr Stimmen nach einer neuen Karlswahl laut.

In einem Kampf wäre Karinja den anderen Anwärtern unterlegen gewesen. Deshalb musste sie alles daran setzen, ihre Macht anderweitig zu festigen. Jarlin zu werden, war daher ihre beste Option gewesen. Bei dieser Wahl kam es nicht allein auf Stärke an. Es ging darum, die Plagens auf ihre Seite zu ziehen und klug zu handeln.

Im Gegensatz zu ihr selbst, hatten die meisten Anwesenden in dieser Halle, nie einen Fuß aus Westflachgrund herausgesetzt. Sie hatten keine Ahnung, was außerhalb ihrer Dorfgemeinschaft passierte. Sie würde dafür sorgen, dass sich das änderte. Es gab soviel mehr Beute zu machen, als auf den Wegen, die direkt hier vorbei führten. Und Karinja beabsichtigte, davon einen guten Teil ab zu bekommen. Aber für die Umsetzung ihrer Pläne brauchte sie Männer und Frauen, die ihr folgten. Deshalb musste sie jetzt Stärke beweisen. Ihre erste Aufgabe würde es sein Delerna wieder hinter sich zu bringen.

Der Karl von Delerna war nicht würdig, Jarl von Westflachgrund zu sein. Er hatte davor zurückgeschreckt, alle notwendigen Mittel einzusetzen um Jarl zu werden. Seine verqueren moralischen Vorstellungen bezüglich der weißen Schlange hatten ihn den Sieg gekostet. Und bisher war er noch nicht erschienen, um seinen Treueeid zu leisten. Es würde sich zeigen, ob er so unvernünftig sein sollte, sich zu verweigern.

Von der Seite des Langhauses tritt ein großer Nordmann in die Mitte ans Feuer.  Das Murmeln der Anwesenden verstummt. Eine braune Lederkappe mit schwarzem Stirnreif schmückt sein Haupt und ein Umhang aus wild zusammengesetzten Fellen seine Schultern. Der Große Bierkrug in seiner Hand scheint leer denn er schwenkt Ihn ausgiebig hin und her während er laut zu sprechen beginnt.
Ich bin Sighvardh Brendboe. Für alle mich noch nicht kennen, ich bin der Bootsbauer!
Und heute möchte ich ….. nach einjähriger Abwesenheit aus unserem Dorfe, was mir unendlich leid tut meine liebe
Karinja   ….   kundtun  …    das ob der in der Vergangenheit bestandenen gemeinsamen Abenteuer  ….   die Familie Brendboe und alle inzwischen aus Theotmalli zurückgekehrten Mitglieder dieser Familie   …   wieder fest an der Seite derer von Sturmfels stehen egal ob Mann oder Frau.
Der große Nordmann, offenbar leicht angetrunken, fällt auf ein Knie hinunter, zieht ein kurzes Schwert und bietet es der Jarlin dar.

Karinja mustert den Bootsbauer eindringlich. Einige Reisen hat sie bereits mit diesem Mann unternommen, in zahlreichen Kämpfen standen sie Seite an Seite.

„Sighvardh, was verschlägt dich wieder zurück in die Heimat? Ich hatte angenommen, du und die deinen hätten uns den Rücken gekehrt?!  Erkläre mir, warum du nun hier kniest? Woher soll ich wissen, dass du bei der nächsten Gelegenheit Rentsgart nicht wieder verlassen wirst? Auch Terkol, deinem Karl, hattest du dich verpflichtet.“

Ein Raunen geht durch die Menge, hier und da hört man einige Bemerkungen heraus:  Der Bootsbauer…. er ist wieder da…. Hört euch unsere Jarlin an, Recht hat sie..

Der große Nordmann steht leicht wankend mit einem Ruck auf und steckt sein Schwert wieder an die Seite.
Nun … Terkol ist fortgegangen nach den Angriff vor beinahe zwei Jahren  …..  Ich habe mit Vater entschieden, dass …. 
Er schaute fest in Karinijas Richtung und wirft den Krug auf den Boden. Tonscherben fliegen umher.  Wenn es so ist, dann ist das wohl so.   Sighvardh dreht sich um um und geht geradeweges auf die große Doppeltür der Halle zu, durchquert Sie, um in der Dunkelheit zu verschwinden.
Die Menge betrachtet den Rentgarder Bootsbauer und schwieg.

Bevor Sighvard das Tor durchqueren kann, versperren einige Männer ihm auf Karinjas Zeichen hin den Weg.

„Stolz wie ein Baum, aus dem er seine Boote baut, sturr wie der Eber unseres Wappens und immer durstig.“ ruft Karinja lachend aus und erhebt sich von ihrem Stuhl. Sie greift einen neuen Krug für Sighvard und hält ihm diesen hin. „Es ist schön zu sehen, dass du noch immer der Alte bist, mein Freund. Wir haben zusammen gekämpft und getrunken und gemeinsam viel erlebt. Lass uns dieses Band erneuern. Dickköpfige Narren wie dich braucht deine Jarlin, wenn es auf Beutefahrt geht. Deinen Treueschwur habe ich gehört und deine Entschuldigung nehme ich an, Sighvard, aus dem Hause Brendboe. Leere einen Becher mit mir, um unseren Bund zu besiegeln. Und dann lass uns über die Zukunft sprechen.“

Wärend Sighvard im Torbogen stehen bleibt, geht ein Mann mit roter Mütze und einem toten Ziegenbock über den Schulter an ihm vorbei. Er nickt ihm kurz zu und ein Grinsen ist in seinem Gesicht zu sehen. Die neue Karlin spricht ihre Worte, als er vor ihr zum stehen kommt. Er wirft ihr den Bock vor die Füße und kniet sich hin. „Meine Karlin. Dieser Bock ist mein Geschenk an euch und eure Regentschaft. Möge Sie genau so erfolgreich wie die eueres Mannes.“

Während all den Reden und der Aufregung schleicht sich ein Mann in das Langhaus und geht in eine der dunkleren Ecken, um dem ganzen Geschehen zu lauschen. „Dann wollen wir mal sehen, wen wir alles noch auf unsere Seite bringen können und müssen“, sammelt er sich in seine Gedanken.

Maer ihrerseits hatte in der Menge kaum jemanden Bekanntes gefunden. Delerna scheint nicht vollzählig erscheinen zu sein. Sie zuckt die Schultern und geht langsam in die Richtung des Feuers, wo die neue Jarlin auf den mitgebrachten Ziegenbock schaut. Den Mann, der ihn mitgebracht hatte erkennt Maer als Hafnar, der recht bekannt in dieser Gegend ist. Sie würde noch kurz warten, bis sein Schwur angenommen ist, um diesen schließlich selbst zu leisten.

Sighvardh zögerte kurz als Hafnar vortrat doch nun geht er grinsend auf die neue Jarlin zu und nimmt den Becher aus Ihrer Hand. Während er den Becher hebt um ihr zuzuprosten legt er seine linke Hand auf Hafnars roter Mütze ab um sich abzustützen.
„Wie der Baum und der Eberkopf. Das war sehr klug von dir. Und unser Hafnar is auch dabei wie ich sehe.  Dann lass uns wieder igemeinsam Beute machen gehen.“
Sighvard trinkt den Becher halb aus und breitet dann die Arme mit einem Ruck aus um Karinija in den Arm zu schließen. Das die Umstehenden in der zweiten Hälfe Bier des Bechers duschen bekommt Sighvardh gar nicht mehr mit.
Die Menge in der Halle klatscht, jubelt und trinkt.
Nach einer ausgibigen Umarmung zweier alter Freunde geht der Bootsbauer zu einem der nahen Tische und lässt sich auf einer Bank nieder.

Hehe„, sagt Hafnar ,“das wird ein Spaß!!“. Steht auf und geht Sigvard hinter her.

Im Zuge sämtlicher Bekundungen tritt ein Mann in robuster Kleidung an die Karlin und überreicht ihr einen Brief.

Wärendessen erblickt Boris Maer, die ihm etwas verloren ausschaut und winkt leicht zu ihr rüber.

Die junge Frau, die sich nicht so recht traut, zwischen all diesen Männern mit großen Namen auf die Jarlin zuzugehen sieht den fremden Mann ihr zuwinken. Unentschlossen schaut sie nochmal zur Jarlin, die nun mit einem Brief in der Hand weiterhin beschäftigt scheint und verlässt schließlich doch noch einmal den Lichtkreis des großen Feuers um zu dem Mann in den Schatten zu treten. „Hilsen, Fremder. Seid Ihr auch hier, um der neuen Jarlin Eure Treue zu verprechen?“

Hallo, meine Kleine,“ sagt der Mann. Er ist in Wolle gehüllt und irgendetwas Merkwürdiges geht von ihm aus. „Es kommt drauf an, wer noch so alles erscheint. Ich lasse mir noch etwas Zeit.“. Bei den letzten Worten grinst er schief. „Und aus welchem Teil von Hardemunt kommt Ihr?“

Maer zieht eine Augenbraue hoch und schaut sich den Mann genau an. Kam er ihr bekannt vor? Sie war sich nicht sicher, aber ihre Haare stellten sich im Nacken auf. „Ich bin Maer und für meinen Vater aus Delerna hier. Darüber muss ich mit der Jarlin noch sprechen, wenn ich ihr mein Schwert versprochen habe,“ sagt sie mit einem Seitenblick zurück zu Feuer, wo die Jarlin noch immer mit dem Brief beschäftigt scheint. „Wer seid ihr?“ fragt sie, während sie seine Kleidung studiert und nach Abzeichen sucht. „Und auf wen wartet ihr noch?“

Froh, Sighvard und Hafnar auf ihrer Seite zu wissen, sieht Karinja nun stirnrunzelnd auf den Brief, den sie gerade erhalten hat. Was mögen diese Leute nun von ihr wollen? Beide Seiten hatten bei der Jarls-Wahl ihren Handel erfüllt. Sie wirft einen kurzen Blick hinein, beschließt dann aber diesen später zu lesen, wenn nicht so viele Augen auf ihr ruhen. Es warten noch zu viele Menschen darauf, bei ihr vorsprechen zu können. Sie steckt den Brief in ihre Tasche und lässt ihren Krug nachfüllen, bevor sie sich wieder den Wartenden zuwendet.

Ein Mann, gekleidet in grobe Wolle und Fell tritt in den Kreis und lässt sich mit laut knackenden Gelenken auf ein Knie nieder.

„Meine Jarlin. Die Familie Halfjardson sorgt seit Generationen für frisches Fleisch in diesem Dorf. Mein Vater und sein Vater vor ihm folgten den Karls in den Kampf. So will auch ich es halten. Meine Axt gehört euch,und die unseres Sohnes wird euch ebenfalls folgen, sobald er das Mannesalter erreicht hat“.

„Ich danke Dir und der Familie Halfjardson für Ihre Treue. Ich versichere Dir, unter meiner Führung soll es euch gut ergehen. Wenn dein Sohn vom gleichen Schlag ist, wie sein Vater, wird er ein prächtiger Kerl werden! Und nun erhebe dich und stoß mit mir auf unser Bündnis an!“ Karinja hebt ihren Krug und stößt mit Ask an. „Nun geh weiter feiern. Wir werden sicher später noch die Gelegenheit haben zu reden.“

 

„Verzeiht, „ unterbricht Maer den Gedankengang ihres Gegenüber und schaut erneut zur Jarlin. „Ich möchte jetzt erst meine Pflicht erfüllen, bevor dieser Abend zu sehr ins Feiern gerät.“ Sie schlägt ihm leicht auf die Schulter, bevor sie kehrt macht und sich ins Zentrum des Festes bewegt. „Odin, sieh auf mich herab“, flüstert sie und fährt sich noch einmal durch ihr langes blondes Haar.

Innerlich aufgeregt, doch äußerlich recht gefasst tritt sie auf die Jarlin zu.

„Meine Jarlin!“ spricht sie mit fester Stimme und neigt ihren Kopf, während sie sich vor ihr auf ein Knie niederlässt. „Ich bin Maer, Tochter des Hjálmarr aus Delerna. Ich bin hier, euch meines Schildes und meiner Treue zu versichern. Mein Vater ist schwach, von der Roten Keuche aus Groenvelden darnieder gerafft, doch ich bin stark und werde euch folgen und gehen, wohin ihr mich schicken mögt.“ Sie hebt den Kopf und schaut der Frau über ihr in die Augen. „Ich mag noch jung und unerfahren aussehen, doch bin ich voller Tatendrang und Mut! Lasst mich Teilhaben an Raubzügen, die kommen mögen, Kämpfen, die gefochten werden müssen und Ehre erlangen für meine Familie unter Eurem Namen. So dass der Gottvater wohlwollend schauen kann auf das Leben meines Vaters, wenn er bald an Walhallas Toren stehen mag und alle Götter und Asen ihn mit einem vollen Krug willkommen heißen. “ Sie schluckt einmal und spricht dann weiter „Schützen will ich Euer Leben mit meinem Schild. Kämpfen will ich für Euren Namen mit meinem Schwert. Und singen werde ich von Euren Taten mit meiner Laute!“ Sie hält der Jarlin ihr Schwert entgegen und wartet aufgeregt auf deren Reaktion.

Karinja sieht lächelnd auf die junge Frau herunter. „Ich danke dir, Maer, Tochter des Hjálmarr aus Delerna. Ich bin bestürzt vom Zustand deines Vaters zu hören und hoffe, es wird ihm bald besser gehen. Aber es scheint, als wenn er eine würdige Vertretung gesandt hat. Erhebe dich und trink mit mir auf die baldige Genesung deines Vaters.“ Karinja reicht Maer einen Krug und stößt mit ihr an. Du bist aus einem Teil Westflachgrunds angereist, in dem meine Wahl nicht jedem gefallen hat. Besonders deinen Karl vermisse ich noch hier…“ Karinja macht eine kurze Pause und sieht der jungen Frau fest in die Augen, während sie die Anspielung auf die Abwesenheit des Karls von Delerna auf Maer wirken lässt und ihre Reaktion beobachtet. Er scheint zu stolz zu sein, ein Weib zur Jarlin zu haben. Sage mir, wie weit wird deine Treue gehen? Wirst du hinter mir stehen, was auch immer ich von dir verlange? Ich versichere dir, wenn ich auf dich zählen kann, wird es nicht zum Schaden deiner Familie sein. Wir haben Großes vor in den kommenden Monden. Aber dazu muss ich sicher sein, dass ganz Westflachgrund hinter mir steht und mir absolut treu ergeben ist.“ 

Maer nimmt einen großen Schluck aus dem ihr angebotenen Krug und verschluckt sich direkt vor Aufregung. Tränen schießen ihr in die Augen und sie hustet. Hilflos schnappt sie einige Augenblicke nach Luft, bevor sie antworten kann.

„Berengar Norwinson ist ein ehrenhafter Krieger, sturmerprobt, mit einem gewitzten Kopf und wirklich gutaussehend…“ Sie unterbricht sich selbst, wird rot und räuspert sich erneut. „Sicher,… Ihr habt Recht. Stolz ist er bis ins Mark und vielleicht fühlt er sich in seiner Ehre gekränkt, gegen Euch verloren zu haben…“ sie holt Luft und fährt mit glänzenden Augen fort. „Wie Thor selbst ist er wahrlich ein Mann von eigenem Stolz, seinen Hammer schwingend, um aus jedem Kampf siegreich hervorzugehen. Listig wie Loki selbst stellt er sich allen Aufgaben und löst sie mit einer Weisheit, die er von Odin selbst bekommen zu haben scheint. Die Götter haben sicher noch Großes mit ihm vor. In Delerna ist er wohlbekannt und weithin beliebt. Natürlich hätte unser Küstendorf gerne dieses Jahr den Jarl gestellt,“ sie zuckt mit den Schultern.  „Doch Ihr habt euch bei dem Wettstreit als würdiger und besser erwiesen als Berengar. Und das gereicht Euch zur Ehre und uns zur Treue.“ Sie hebt den Kopf und schaut der Jarlin vor sich in die Augen.  „Lasst mich an Eurer Seite stehen für Delerna. Denn wir alle sind Westflachgrund. Möge dieser Name und der Eure eingehen in die Geschichte Trums!“ Atemlos von ihrer geschwungenen Rede macht Maer eine kurze Pause und kniet sich erneut vor die Jarlin. „Und ich bitte Euch, als neue Jarlin unserer Dorfgemeinschaft: Unternehmt etwas gegen diese Seuche aus Groenvelden, worin sie auch gründet. Böse Zungen in Delerna sagen, sie entstammt aus einem alten Zauber und bringt den Fluch der Hel über uns. Sie breitet sich aus, von Ort zu Ort und wirft die stärksten Männer nieder.“ Maer schwirrte der Kopf und sie senkt ihn. Mit klopfendem Herzen umklammert sie den Becher, den sie noch in der Hand hält und traut sich nicht wieder aufzustehen, geschweige denn, den Platz zu verlassen. Sie würde wohl ins nächstbeste Feuer torkeln. Sie nimmt verstohlen noch einen Schluck aus dem Becher und fragt sich, ob sie alles richtig gemacht hat und nun gehen kann…

Sighvard Brendboe (Björn S)
Es rumpelt in der Nähe. Sighvardh der Bootsbauer ist aufgestanden und hat dabei seinen Hocker umgeworfen.
Laut schreiend und leicht wankend nähert er sich Karinja und Maer.
Wie kannst du es wagen …. diesen großschnäuzigen, feigen , plumpen und fetten alten Sack hier herrauszustellen …. als wenn er mit den Göttern saufen würde!!   Dieser Feigling hat vor allen die bei der Jarlswahl waren…  gesagt, dass er nicht folgen würde. ..  und das für sein gesamtes Dorf.
Sighvardh hatte Maer erreicht und brachte Sie nun mit einem Schlag seiner Rechten Faust und des Humpens darin zuerst auf den Boden und dann in die Nähe der Bewusstlosigkeit.
Jetzt bis du da wohin du gehörst…. deine Entschuldigung für deinen Berengar Norwinson   …  ist nicht angenommen… und wird es auch nicht ….  und die Groenveldener sollen gefälligst an ihrer Krankheit sterben  ….  aufrecht von mir aus.
Sighvardh richtet sich auf und bleibt an Karinjas Blick hängen. Oh…ähm … meine Jarlin.
Wollt ihr auch nochmal zuschlagen?

 

Irgendjemand der Umstehenden schüttet Maer den Inhalt eines Bechers ins Gesicht.

Benommen richtet sie sich auf. Die erste Verwirrung ob der Szene macht einer aufkeimenden Wut Platz. Wankend steht sie nun vor dem ebenfalls wankenden Sighvardh und starrt ihn böse an. „Wie mutig du bist, Brendboe, ein knieendes Mädchen ….. während ihres Eides …. als Prügelknabe für ihr Dorf zu nehmen. Und wie es mit Deiner eigenen Loyalität aussieht, haben wir alle eben gesehen.“

Sie spuckt Blut in seine Richtung und weicht einem weiteren Schlag aus. Denn trotz seiner Trunkenheit steckt in ihnen noch sehr viel Wucht. „Und wenn hier einer alt ist, dann bist du das. Alt und besoffen bist du …. und tumb!“

Die Wut war zwischen ihren Ohren angelangt und sie stürzt sich jetzt ihrerseits auf ihn, um seinen Schlägen nicht mehr ausweichen zu müssen. Mit einem Ruck landen die beiden auf dem Boden.

Es bildet sich ein Kreis um die beiden Raufenden und die Aufmerksamkeit aller wendet sich dem Tumult zu. Eine Weile sieht sich die Jarlin das Schauspiel an und lässt der Wut der beiden freien Lauf. Dann gibt sie ein paar umstehenden Männern einen Wink und diese ziehen die beiden auseinander. „Genug!!“ Karinja erhebt ihre Stimme und spricht so laut, dass jeder im Raum sie verstehen kann „Sighvardh stand es natürlich nicht zu, dich während deines Eides zu schlagen. Aber er hat recht, Berengar Norwinson hat seinen Stolz über das Wohlergehen seiner Gefolgsleute gestellt und verdient es nicht, von dir in Schutz genommen zu werden. Westflachgrund kann sich nur behaupten, wenn wir alle zusammenstehen. Unsere Gemeinschaft sichert unser aller Überleben. Und dazu gehört es auch, dass wir die Jarlswahl respektieren und den Sieger des Wettstreites anerkennen. Aus diesem Grund macht sich Berengar Norwinson des Hochverrats schuldig, wenn er hier nicht bis zum Ablauf des Górmánaðr vor mir kniet! Ich hoffe Maer, Tochter des Hjálmarr, du verstehst, dass Delerna sich dann einen neuen Karl suchen muss! Mit seinem Stolz und seiner Sturheit hat er auch deine Familie gefährdet. Aber da du soeben so große Stücke auf ihn gehalten hast, will ich dir die Chance geben, ihn zu überzeugen. Schaffst du es ihn hierher zu bringen und er leistet den Eid, wird er leben. Sonst wird ihn das seinen Kopf kosten! 

Aber ich will auch etwas für dich tun, denn in dem Punkt hat Sighvard unrecht. Auch die Groenveldener sind ein Teil unserer Gemeinschaft und wir werden sich nicht alle an der Roten Keuche krepieren lassen. Ich werde eine Abordnung entsenden, die der Seuche auf den Grund geht und die notwendigen Maßnahmen ergreift, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Deinem Vater soll jede Hilfe zu Teil werden, die in meiner Macht steht!“ 

Nun wendet sich die Jarlin an Sighvardh „Ich stimme dem Mädchen voll und ganz zu, aus dir spricht der Alkohol und du benimmst dich wie ein Hornochse! Auch wenn ich deine Loyalität zu schätzen weiß, hast du deine Grenzen gerade eindeutig überschritten! Dafür wirst du auf die Hälfte deines Lohns für das erste Drachenboot verzichten! Bringt ihn hinaus und werft ihn einmal in das Schwarzwasser, damit er einen klaren Kopf bekommt. Wir haben dringendes zu Besprechen! Denn Du lieber Sighvard wirst uns Drachenboote bauen, mit denen wir über das Schwarzwasser nach Akede übersetzen können.“

Die Bevölkerung bekundet das Gerangel der Beiden mit lauten Anfeurungsrufen und Gelohle.  Bei den Worten der Jarlin finden sich schnell einige Freiwillige um Sighvard ins Wasser zu werfen. Ist es in Rentsgard doch ein liebgewonner  Brauch pro Gelage mindestens einmal den Besoffensten ins Schwarzwasser zu tunken.

Glucksend und lachend läßt sich Sighvard aus der Halle nach draußen tragen. Seine leiser werdene Stimme ist noch zu vernehmen.  „Natürlich meine Jarlin…. Schickt Sie nach Grooenvellden….. Dann werden wir sehen. …. Ich bauue euch Draachenboote…. Das werden die besten die  Ihr…..“
Platsch. Es war gar nicht mal so weit bis zum Schwarzwasserfluß.

Maer schaut dem Trunkenheits-Sieger recht verkniffen mit verschränkten Armen hinterher und schnaubt. Durch den ersten Schlag hatte sie sich eine dicke und schmerzhafte Beule eingefangen. Sie nickt der Jarlin noch einmal kurz zu und geht zurück in die Ecke, in der der Fremde sie angesprochen hatte. Sie füllt ihren Krug, trinkt ihn in einem Zug leer und füllt ihn erneut. Morgen…. Morgen würde sie sich auf den Heimweg nach Delerna machen, um nach ihrem Vater zu sehen… und Berengar aufzusuchen.