Besuch bei Piraten (letzte Änderung 30.10.18)

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Erzähler (Alle)
Rodebrand Hinterwind (Björn)
Kaufmann (Anja)
Piratenkapitän (Chris)

Ein Krämer besteigt schnaubend und schnaufend ein Schiff. Ihm ist nicht wohl bei dieser Angelegenheit. Doch er muss es tun, tut er es nicht, werden sich die Verluste noch stärker bemerkbar machen und sie sind schon jetzt unerträglich.
Nun ja, für einige erträglicher als für andere, dennoch; Geschäft ist Geschäft und niemand zahlt gerne zweimal.
Also würde er sich zähneknirschend aufmachen, diese vermaledeiten Piraten in diesem elendigen Drecksnest aufzusuchen. Hoffentlich würde niemand ihn sehen, das würde seinem Ruf nicht zuträglich sein.
Jeder auf Trum zahlte Steuern, und so mancher, wie alle Seefahrer, zahlte den nassen Zehnt, manchmal auch den endgültigen. Doch es konnte und durfte nicht sein, das die Händler für die Unbehelligtkeit ihrer Waren den Zehnt zahlten und dann trotzdem von dreisten Piratenbanden ausgeraubt wurden!
Das war ein Affront und der Kaufmann, dessen golden durchwirktes Wams schon die ersten Schweißflecken zeigte, hatte vor, es diesem Piratenpack ordentlich zu zeigen.
Wenn ihn nicht vorher die Seekrankheit umbrachte….
Auf Deck wurde der Kaufmann von einem bekannten Gesicht begrüßt. Rodebrand Hinterwind war einer der besten Seefahrer die der Kaufmann in seine Flotte beschäftigte.

„Der Herr ist an Deck“ Von Bug und Heck und aus den vielen Lucken und der Takelage kamen sodann die Matrosen herbeigeilt und stellten sich locker in zwei Reihen auf. „Einen guten Morgen Herr. Wie Ihr es gewünscht habt ist das Schiff abfahrbereit. Darf ich euch in eure Kabine geleiten?“ Rodebrand trat zur Seite und deutete mit dem ausgestrecken Arm auf eine Tür hinter dem Steuerrad.
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.Dankbar schaute der Kaufmann auf, warum nur hatte er diesen Auftrag erhalten? Er war weder seetüchtig, noch in der Lage irgendwelche „intensive“ Verhandlungen, also mit Waffengewalt zu führen. Nur mit Worten und Zahlen war er gut. Er räusperte sich und richtete sich zu seiner vollen Größe auf, zog den Bauch ein und versuchte würdevoll zu nicken.
„Habt Dank Kapitän Rodebrand“ Ein kurzer kritischer Blick über die immerhin gerade stehenden Männer und das Schiff führt wieder zurück zu Rodebrand „Ihr könnt euren Leuten vertrauen? Ihr wisst, die Mission ist heikel und voller Gefahren“ bei diesen Worten hatte der Krämer seine Stimme gesenkt und war stolz darauf ihr einen, wie er glaubte, mysteriösen Ton, gegeben zu haben. Hinter dem Kaufmann wurden einige Kisten an Bord gebracht. „Sorgt dafür, das meine Truhen gut bewacht werden, und dann zeigt mir meine Kabine. Wird die Reise lang werden?“
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„Bitte hier entlang“ Kapitän Rodebrand Hinterwind ging mit langsamen Schritten auf die Tür hinter dem Steuerrad zu und öffnete Sie. Die beiden Männer traten ein und der Kapitän schloss die Tür. Er bückte sich ein wenig zu seinem Dienstherrn hinab als er leise sagte: „Diese Männer segeln schon viele Jahre mit mir an Bord dieses Schiffes, falls es euch entfallen sein sollte, Sie sind so vertrauenswürdig das ich eure Kisten neben Ihren Schlafstätten lagern lasse so dass Sie alle auf sie achtgeben können. Und nun entschuldigt mich. Ich nehme an das Ziel unserer Reise hat sich nicht geändert.“ Mit zwei langen Schritten erreicht der Kapitän die Tür riss sie auf, durchschritt diese und knallte Sie hinter sich zu. Gedämpft drangen von draußen die Laut gebrüllten Befehle des Kapitäns herein.  „Es geht los. Löst die Achterntaue. Überprüft den Tiefgang. Steuermann ans Rad. Hisst die Focksegel und das bitte ohne killen, einer mit der Logge auf den Nock und melden, den Topp am Hauptmast besetzten , wenn der Hafen verlassen ist wird aufgeklart und Bootsmann, solange der Herr an Bord ist soll immer einer der Männer  das Deck schrubben, Steuermann vermeiden wir auf dieser Fahrt krägungen wegen der Seekrankheit und hoffen wir das uns die Flaute nicht heimsucht.“ Auf Deck entsteht Hektik. Schritte laufen hin und her. Einige Leute reden. Sachen werden bewegt und abgesetzt. Das Schiff kommt in Bewegung. Die Reise beginnt.
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Der Kaufmann rollte innerlich mit den Augen. Was bildetet sich der Kapitän eigentlich ein? Er wurde gut bezahlt, und eine solche Arroganz konnte sich schnell Feinde machen. Ihm persönlich war vollkommen egal, wie lange die Männer schon an Board waren, denn das sagte überhaupt nichts über Vertrauenswürdigkeit aus, nur das bisher niemand besser bezahlt hatte.
Und er wusste was in den Truhen war. Sollte auch nur ein Krümel fehlen, er würde die gesamte Mannschaft kielholen lassen oder wie das hieß!
Doch zunächst wollte er sich erholen und sich ein wenig erfrischen. Das er dabei auf seinen Leibdiener aufgrund der Geheimhaltung verzichten musste, trug auch nicht dazu bei, seine Laune zu steigern. Fehlte nur noch, das er seekrank wurde. Wenigstens hier hatte er vorgesorgt und sich etwas besorgt, das angeblich gegen die Seekrankheit half. Hoffentlich stimmte das auch. Auf jeden Fall würde er dem Kapitän abends noch mal auf den Zahn fühlen. Schließlich ging er davon aus, das er als Ehrengast mit dem Kapitän speisen würden, alles andere war ein Affront.

“Es sind nur knapp zwei Tage, und ich erwarte das ein jeder sich an Bord benimmt und fleißig seiner Arbeit nachgeht.“ Kapitän Rodebrand stand als einziger auf dem Unterdeck. Um Ihn herum saß fast die gesamte Mannschaft auf Hockern, Tauen und dem Holzboden und lauschte. “Weiter hat ab morgen mittag ein jeder von euch ein Haumesser zu tragen. Wir fahren zu dem Pack das uns den Nassen Zehnt abnimmt und ich will nicht unvorbereitet sein. Lasst an den Verstecken auch die Pistolen auslegen“ Der Kapitän blickte in die Runde. “Zweiter Maat, Lagermeister, Bootsmann. Wir werden mit unserem Kaufmann heute speisen. Smutje mach was Richtiges. Also zurück an die Arbeit und die Augen aufhalten.“ Damit war die Versammlung aufgelöst. Die Seeleute lenkten das Schiff ostwärts und brachten einige Sachen instand. Der Nachmittag floh in großer Wachsamkeit dahin aber bis auf ein Kriegsschiff der Towener Flotte, ein prächtige Karacke mit Namen Caspin die von Kapitän Marius von der Düne befehligt wurde, gab es nichts weiter zu sehen. Der Abend rückte immer näher.

Als es dunkel wurde, hatte auch der Kaufmann sich wieder beruhigt, seine Würde in Form sauberer Kleidung wieder gewonnen und sich an das leichte auf und ab des Schiffes gewohnt. Ihm war nicht wohl dabei, sich auf andere verlassen zu müssen, seiner Erfahrung nach führte das niemals zu etwas gutem. Und diese Piraten…
Angeblich sollten sie furchterregend sein, nun ja, man würde nicht Piratenanführer indem man nett mit seinen Opfern parliert. „Hoffentlich fraternisieren die Seefahrer nicht mit den Piraten“ brummte er halblaut vor sich hin, ein aus seiner Sicht durchaus logischer Schluss. Schließlich hatten die Seefahrer mehr mit den Piraten gemein, als mit den Kaufleuten. Dennoch zeigt er nichts von seinen Gedanken, als er sich mit dem Kapitän und dessen Leuten zum Essen traf. Als Gastgeschenk für den Kapitän hatte er einige Krüge eines edlen Rotweins mitgebracht, der auch zum Essen serviert werden sollte. Als man sich nach einer kurzen Vorstellung zum Essen niedergelassen hatte, und der Kaufmann ein Glas Wein in der Hand hatte, fragte er: „Nun Kapitän Hinterwind, ist euch der Mann bekannt, zu dem wir segeln? Zumindest dem Namen und dem Ruf nach?“ Wie gespannt er auf die Antwort war, zeigte er nicht.

„Bekannt?“ Kapitän Hinterwind schaute etwas griesgrämig drein. „Was meint Ihr, Herr, wer uns regelmäßig in seinem Wasser – wie er stets großmäulig die Gegend um Bleichlichtland nennt – den nassen Zehnt abnimmt. Auf diese schönen Begegnungen kann ich gern verzichten!“ Er spuckte einen großen Batzen auf das Deck. „Ja Herr, Reinar Goldzinken ist mir sehr wohl bekannt!“

„So, so, Reinar Goldzinken heißt der Schurke“ der Kaufmann strich sich über sein Kinn und dachte offensichtlich einige Moment lang nach bevor einen Schluck Wein nahm. „Sagt, haltet ihr ihn für einen „Ehrenmann“? Gibt es Regeln, denen er folgt oder ist er ein Wirrkopf, der tut was und wie ihm gerade beliebt?“ Die Antwort auf diese Fragen war nicht unwichtig, würde sie doch ein wesentlicher Bestandteil seiner Verhandlungen mit diesem Goldzinken sein.