Diebesland

Hintergrund:
In vielen Teilen der Welt ist immer noch genügend Platz für die, die aus den Städten, Dörfern und Höfen verjagt worden sind. Diese Ausgestoßenen unterwerfen sich keinerlei Regel oder Vorschriften und leben in kleinen Gruppen, die ihr auskommen durch kleine Diebstähl bekommen. Hier sind einige ihrer Geschichten:

Geschichten:
Kurit besaß keinen Nachnamen. Seine Familie besaß noch nie einen Nachnamen. Sie lebten seit Generationen ohne Dach und Haus in den Wäldern Soodens. Die Kinder erlernten die Jagd auf Wild. …und wenn das Wild mal aus war, dann wurde alles andere gejagt.

Johan Steuben wurde als Kind von seinen Eltern auf den Straßen von Gergonsmund ausgesetzt. Als Kind wuchs er in einem Armenhaus auf und wurde später zum Streuner der Stadt. Eines Tages hörte er von einer Gruppe, die auf dem Land kleinere Handelsreisende ausplünderte. Dies schien Ihm ein einfacheres, gefahrloses Leben zu bringen und er verließ die Stadt. Nun, er fand die Gruppe und wurde schnell aufgenommen. Aber auf dem Land machen die Söldner der Kaufleute keine Gefangenen. Es gibt dort keine Richter, Ankläger oder Verteidiger. Vor 3 Wochen wurde Johan Steuben, auf einer Trommel sitzend, von einem Söldnerhauptmann verurteilt. Noch heute hängt er an der Wegkreuzung Gergonsmund und Horne als Warnung für alle anderen Plünderer. Seine Geschichte endete vor drei Wochen auf der Söldnertrommel.

Seit Julius Tarundan sich erinnern konnte, waren sie zusammen gewesen. Als Kinder hatten sie unter den Bäumen des nahen Waldes gespielt. Später dann wohnten sie den Festen ihrer beiden Familie gemeinsam bei. Und jetzt hatte ihr Vater sie einem anderen versprochen und das nur, weil er der Sohn eines Barons und einflußreicher war. Voller Hass war er zu seinen Eltern gegangen und verlangte, dass sie für ihn bei ihren Eltern vorsprechen sollten, doch keine Hilfe boten sie ihm an. Er stahl am selben Tag einen Beutel Gold und verließ das Heim für immer. Als der Beutel zur Hälfte leer war, bezahlte er von dem Rest einige Männer, die ihn fortan begleiteten und mit ihm zusammen alles nahmen, was nicht angekettet war.

Es war der schlimmste Tag im Leben von Denkon Voller. Heute Morgen war er mit Schimpf und Schande aus der Towener Flotte ausgestoßen worden. Nur in Hose und Stiefeln warf man ihn und seinen Beutel über Bord. Jetzt war er am Strand nahe der Burg Hohenstein und hatte ein Feuer entzündet. Was blieb ihm übrig? Ab sofort würde er von den reichen Towener Bürgern nehmen, was es zu nehmen gab. Aus einem Baum würde er einen Speer machen und diesen nötigenfalls gebrauchen. Bis er genug Geld beisammen hatte, um eine Passage in die Kaufmannslande zu bezahlen. Dort hatte er noch einen Verwandten. Vielleicht gab es dort noch eine bessere Möglichkeit.

Beleg Rent war von Geburt an gezeichnet. Sein linker Arm war nicht ausgebildet und verkrüppelt. In fast jeder Baronie hätte er ein Chance gehabt, einen Beruf zu erlernen. Nicht aber in Soodenmunt. Die abergläubische Dorfgemeinschaft setzte ihn im Wald aus. Er wurde von einer Gruppe Waldläufer aufgezogen und als die Gruppe sich trennte, lebte er allein im Wald auf die eigene Rechnung.