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Sieben Sonnen zum Winterfest

Die Sonne Champas lag gestern noch etwas verlassen im ruhigen Hafenwasser Flardigas wo letzte Vorräte an Bord gebracht und verstaut wurden. Heute hatten die Soldaten der Sense Champas Mühe Platz zwischen den vielen kleinen Boote die auf dem Hauptdeck standen zu finden. Seeleute liefen umher. Es war ein großes Gewusel auf dem Flaggschiff des Barons von Champa. 
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Tagebuch Elder 30.3.19

Von Gergonsmund aus war ich nach Theotmund gereist. Nach einem kurzen Gespräch in Ankas Taverne hatte ich erfahren, das der solanische Söldner Landsknecht dorthin reisen würde. Diese Gelegenheit wollte ich nutzen, um nicht nur neue, seltene Medizin zu erhandeln, sondern vielleicht auch mit diesen Landsknechten zu sprechen. Es blieb nur zu hoffen, dass sie dort und ehrenhaft waren. Wenn man denn bei gemieteten Soldaten von ehrenhaft sprechen kann.
Henna und Ekarius reisten zurück nach Siebenhöfen, so dass ich mich alleine auf den Weg machte. Ich gebe zu, dass ich auf die Anwesenheit der Fuchsbrigade und der Tyra Lorena Crew hoffte. Keiner von beiden schuldet mir irgendwas, aber dennoch hoffte ich, dass ich im Fall des Falles dort Schutz finden würde.
Daher war es wohl eine glückliche Fügung, dass ich zuerst Ava traf, die an einem Vater Baum Schrein stand. Wir waren uns einig, das es nur gut sein konnte, wenn Vater Baum zurückkam und seinen Kindern, besonders Gort, den Kopf zurechtrücken würde. Während wir dort noch standen und sprachen, lief der Sonnenorden vorbei. Hatte ich es doch gewusst. Vielleicht hofften sie, dass sie mich hier zum Schweigen bringen konnten? Als ich aufgekratzte Wunden an Armen, Hals und Gesichtern der meisten sah, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Nur Lammfromm war wieder einmal davon gekommen.

Trotzdem kümmerte ich mich später am Abend um eine große Beule an dem Arm einer der Sonnenanhängerinnen, die durch Kratzen entstanden war. Sie kam aus Escadon nicht aus Champa.
Denn dank Meister Vino machte ich den Sonnenorden aus Escadon nicht mehr verantwortlich, doch Lammfromm, und alle anderen „Sonnenkrieger“ aus Champa…die will ich immer noch haben, immer noch am liebsten Scheibchenweise.
So konnte und wollte ich mir auch das eine oder andere Schimpfwort nicht verkneifen. Prompt folgte mir eine junge Frau des Ordens, und „verlangte“ mit mir zu sprechen. Als ich sagte, das ich aber kein Bedürfnis habe, mit Freunden Lammfromms zu reden und sie weiterhin darauf bestand, war sie sich nicht bewusst, in welcher Gefahr sie schwebte. Denn Veiculo hatte seine Hand an einer seiner Waffen, da Ava der Crew befohlen hatte, ein Auge auf mich zu halten, für den Fall, dass ich Schutz brauchte. Allerdings wusste ich das zu dem Augenblick selbst nicht.
Mit einem Tisch zwischen uns, Veiculo auf meiner Seite sitzend, erklärte ich ihr, das eine Freundschaft mit Lammfromm kein gutes Ende für den escadonischen Sonnenorden nehmen würde. Ja, ich berief mich sogar auf Amateras, der ein Bündnis zwischen Champa und Escadon nicht gutheißen würde. Die junge Frau erwiderte, die Anführer ihres Ordens und der von Lammfromm hätten befohlen, dass sie mit ihm reisen müssten. Außerdem hätten sie wohl auch schon gehört, das Lammfromm keinen guten Ruf habe. „Dann trefft eure Wahl“ waren meine Worte, mit der ich sie stehen ließ, weil mich jemand rief.
Die Fuchsbrigade war ebenso bereit, wie die Tyra Crew, ein Auge auf mich zu halten, was mich enorm erleichterte. Schließlich entdeckte ich den solanischen Söldner, er war mit einer ganzen Gruppe unterwegs. Tief einatmend sprach ich die Gruppe, eigentlich den jugendlich wirkenden Söldner an, und fragte direkt, ob sie für den Baron von Champa Siebenhöfen überfallen und dabei Solanen ermordet hätten. Ihre verdutzten Gesichter wichen schnell Unglauben und sie versicherten mehrfach, und für mich absolut glaubwürdig, dass sie Siebenhöfen nicht überfallen hätten, auch wenn sie schon für Champa gearbeitet hatten.
Irgendwie war dies eine Erleichterung, denn wenn ich auch schon lange nicht mehr dort lebe, so bin ich doch gebürtige Solanin, was aber so gut wie niemand weiß.
Die Taverne war gefüllt mit Menschen, die ich als Freunde bezeichne, aber es gab auch wild aussehende Gestalten in Federn, Fellen und Knochen, der Khajit war da, ebenso wie einige Wesen, die Ziegenhörner auf dem Kopf hatten. Sie sahen aber nicht aus wie Meister Vino, der ja ein Faun ist.
Interessanterweise waren auch einige Nordmänner aus Trum da, ein Tore, eine Mä und ein Brenbar, so hießen sie, glaube ich. Sie erzählten, sie kamen aus Westflachgrund und hätten Lammfromm und Alistair dort schon einmal getroffen, und erlebt, wie die beiden dort eine junge Frau verbrannt hatten, nachdem sie sie als Hexe angeklagt hatten. Und das, ohne dass ein ordentliches Gericht abgehalten wurde! Verfluchte Mörderbande!
Die Jarlin von Westflachgrund hatte es nicht für nötig gehalten, einzugreifen, aber sie hatte sich ja anscheinend auch mit der weißen Schlange verbündet, wenn ich es richtig verstanden hatte.
Nun ja, Politik und Religion, nichts in der Welt sind schlimmere Mörder.
Es blieb jedoch keine Zeit, darüber auch nur nachzudenken, der erste Kehlenschnitt des Abends musste versorgt werden, der Täter war jemand in einem roten Umhang. Doch die Wunde war schnell versorgt und nach einer Ermahnung, nichts Scharfes zu essen oder zu trinken für einige Tage, wurde der Seefahrer entlassen.
Kurze Zeit später, nach einem Seelen-Ruf-Ritual der Feder-Fell-Knochen Menschen, wurden Otto und ein Mitglied der Dorfmiliz überfallen und man schnitt ihnen ebenfalls die Kehlen durch. Doch auch sie überlebten dank meiner, zum Glück wieder, geschickten Hände und einer der Landsknechtinnen.
In der Taverne traf ich auf Anka, die mich völlig verzweifelt ansah, sie suchte nach Süß-Gras. Keine Ahnung was das war, aber irgendwie schien es die Leute wahnsinnig zu machen. Sie war aber nicht die einzige, die das Zeug haben wollte. Nach einer kurzen Konfusion sah ich, wie der Marder aus der Fuchsbrigade schnellen Schrittes zu einem großen Feuer schritt und etwas hineinwarf.

Eine süßliche Rauchwolke stieg auf und wir alle fühlten uns unendlich leicht und leichtsinnig im Kopf. Ich wollte Luchs die Haare abschneiden, Hase wollte mich davon abhalten, wir tanzten um das Feuer wie die blöden und lachten und kicherten ohne unterlass. Auch der Marder sprang durch die Lande wie ein kleines Karnickel. Plötzlich machte Dachs irgendwas vor meinen Gesicht und mir wurde sofort unglaublich übel. Das gleiche machte sie bei Marder und später auch bei Luchs. Wir kotzten uns die Seele aus dem Leib, aber danach waren wir wieder klar im Kopf. Genauso ging es auch allen anderen, denen Dachs diese „Kur“ angedeihen ließ.
Als die Dampfwolke endlich verschwunden war, klang der Abend auch ruhig aus. Sicher fühlte ich mich jedoch erst, als der vermaledeite Sonnenorden endlich in irgendeiner Scheune oder wo auch immer verschwunden war.